„Das ewige Leben bedeutet, an der Seite Jesu zu bleiben“: Kardinal Tagle hält die Trauerfeier für seinen Vater in Imus

Donnerstag, 10 September 2026 kardinal tagle   ortskirchen   familien   sakramente  

Imus (Fides) – Heute Vormittag um zehn Uhr läuteten die Glocken der Kathedrale von Imus zur Beerdigung und besonders für eine trauernde Familie. In der ersten Diözese, die Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle als Bischof anvertraut wurde, fand die Beerdigung seines Vaters Manuel Topacio Tagle Sr. statt. Für alle einfach „Tatay Maning“.

Es war sein Sohn, Kardinal Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, der die Messe zelebrierte und auch die Predigt hielt.

Um ihn versammelt waren zahlreiche Bischöfe, zwei Kardinäle, der Apostolische Nuntius der Philippinen, Erzbischof Charles Brown sowie hunderte Priester und Ordensleute. Ebenfalls nahmen zahlreiche Menschen, die aus Imus, aus Manila und aus allen Ecken des Archipels angereist waren, Teil. Ein ganzes Volk, das dem Kardinal und seiner Familie seine Verbundenheit bekundete.

In seiner Predigt erinnerte Kardinal Tagle daran, wie die Eucharistie die Gläubigen in einer einzigen Gemeinschaft vereint und offenbart, wie Gott die Menschen gegenseitig zu einem Geschenk füreinander machen kann.

Der Kardinal räumte ein, dass die Erfahrung des Todes geliebter Menschen von Einsamkeit und Leid geprägt ist. Er betonte jedoch, dass gerade unter solchen Umständen besonders deutlich wird, dass das menschliche Herz auf Nähe, Gemeinschaft und Verbundenheit ausgerichtet ist: ein Wunsch, den sein Vater auch in Zeiten der Krankheit und des Krankenhausaufenthalts mit besonderer Intensität zum Ausdruck gebracht hatte.

Der Kardinal griff dann das Evangelium von der Kreuzigung wieder auf und das Versprechen, das dem guten Schächer gegeben wurde: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ Eine Antwort, so sagte er, auf die älteste Angst des Menschen: die Angst des Verlassenseins.

Das ewige Leben – so erinnerte der Kardinal – bedeutet, an der Seite Jesu zu bleiben. Es bedeutet, für immer in der liebevollen Erinnerung Gottes bewahrt zu sein.
Die Menschen vergessen manchmal, aber Gott vergisst niemals, wen er liebt. Und dies – so berichtete der Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung – sei auch im Leben seines Vaters deutlich geworden, das von Leid, Hilfsbereitschaft und Liebe geprägt war.

Tatay Maning war noch ein Junge, als ein Bombenangriff während des Krieges seinen Vater tötete. Einige Splitter blieben für immer in seinem Körper zurück. Aus dieser Wunde, so der Kardinal, ergebe sich ein Appell: den Krieg abzulehnen, eine Welt ohne Witwen und ohne Verwundete aufzubauen. Auch als Erwachsener erlebte er Gewalt. Er wurde entführt und für den Sohn eines reichen Mannes gehalten. Und doch sprach er, wenn er davon erzählte, ohne Groll. Der Kardinal wollte auch diese Wunde als Aufruf verstehen: gegen Entführungen, gegen jede Ausbeutung der Kleinsten, für Gemeinschaften, in denen niemand zurückbleibt.

Der Glaube von Tatay Maning spiegelte sich in kleinen, beständigen Gesten wider. Als außerordentlicher Kommunionhelfer brachte er den Kranken und Sterbenden die Kommunion. Er besuchte regelmäßig Familien, ohne jemals aufzugeben. Er half diskret denen, die in Not waren, und unterstützte anonym einige Studenten während ihres Studiums. Viele erfuhren davon erst nach seinem Tod. Er war, so sagte der Kardinal, ein Mann, der dankbar war für die Hilfe, die er selbst erhalten hatte. In der Familie begleitete Tatay seine bereits erwachsenen Kinder zum Flughafen und erwartete sie bei ihrer Rückkehr – immer persönlich.

Alltägliche Gesten, die seine Hingabe zum Ausdruck brachten, denjenigen nahe zu sein, die er liebte, bei jeder Abreise und bei jeder Rückkehr – eine Zuwendung, die heute in dem Bruder des Kardinals, Manuel „Nonoy“ Tagle Jr., fortlebt.
Schließlich erinnerte der Kardinal an die Gelassenheit in den letzten Augenblicken seines Vaters: Obwohl er sich in Rom befand, war es ihm gelungen, per Videoanruf mit ihm zu sprechen, mit ihm zu beten und ihn zu segnen. Mit der Gewissheit, dass die Familie sich um seine Frau kümmern würde, konnte Tatay in Frieden gehen. Ein Tod, den die Predigt als Übergang zur Verheißung des Paradieses verstanden wissen wollte: In Christus, so schloss der Kardinal, bleibt niemand allein, denn alle sind im Gedächtnis Gottes bewahrt und in die ewige Gemeinschaft aufgenommen.

Nach der Messe wurde Tatay Maning zum Familiengrab gebracht. Ein Moment, der den engsten Angehörigen vorbehalten war. Es folgte ein Mittagessen, das allen offenstand – einfach und familiär. In dieser Atmosphäre war die große Zuneigung der Menschen zum Kardinal und zu seinen Angehörigen spürbar. Anwesend waren die Mutter des Kardinals, Frau Mila Tagle, „Nanay“, 96 Jahre alt, sein Bruder Manuel „Nonoy“ Tagle Jr. sowie zahlreiche Verwandte, von denen einige sogar aus dem Ausland angereist waren. Der Tag endete mit einem innigen Moment, der der Familie vorbehalten war.

(GV) (Fides-Agentur 10/9/2026)


Teilen: