Conference of Major Superiors in the Philippines (CMSP)
Zamboanga (Fides) – Ein glaubwürdiges Zeugnis des Evangeliums auf den Philippinen erfordert entschlossenes Handeln gegen Korruption, politische Dynastien und den Missbrauch öffentlicher Gelder. Dies fordern 233 philippinische Ordensleute, die 159 Ordensgemeinschaften vertreten, zum Abschluss ihrer nationalen Versammlung.
Der Glaube, so betonen sie, gebiete es, die sozialen Probleme des Landes anzugehen und nicht zu verschweigen. „Wir entscheiden uns für die Wahrheit statt für Desinformation, für Gerechtigkeit statt für Korruption, für Verantwortung statt für persönliche politische Interessen oder die Interessen etablierter Dynastien“, heißt es in der am 6. September veröffentlichten Abschlusserklärung. Darin wird zudem bekräftigt , dass „das geweihte Leben am evangelischen Zeugnis gemessen wird“.
Die philippinischen Ordensleute äußern ihre Besorgnis über Probleme, die die Nation plagen, wie Armut, Ungleichheit, zerstörerischer Bergbau, Menschenhandel, Vertreibung, Naturkatastrophen und bewaffnete Konflikte, und betonen, dass diese Probleme weiterhin die Würde des Menschen gefährden und ein Handeln der Gläubigen erfordern.
Die Erklärung erinnert an die öffentlichen Ereignisse des vergangenen Jahres: die Korruption bei Hochwasserschutzprojekten, und prangert die politische Polarisierung an, unter der das Land leidet.
Die philippinischen Ordensgemeinschaften bekräftigen ihr Engagement durch die Kommission für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und versprechen, an der Seite von Bauern, Arbeitern, Fischern, indigenen Gemeinschaften, Migranten, Seeleuten und den Armen in den Städten zu stehen – allesamt soziale Gruppen, die mit Armut und Ausbeutung leben müssen. „Nationaler Frieden und Brüderlichkeit sind die Frucht von Wahrheit, Gerechtigkeit, Versöhnung, Dialog, Menschenwürde und einem verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung“, erklären die Ordensleute abschließend.
Der Skandal um die „Phantomprojekte“ zum Hochwasserschutz auf den Philippinen ist ein schwerwiegender Korruptionsskandal im Umfang von mehreren Milliarden Pesos, die für Schutzmaßnahmen des Ministeriums für öffentliche Arbeiten vorgesehen waren.
Viele Projekte waren zwar bezahlt worden, existierten jedoch gar nicht, waren unvollständig, von minderer Qualität oder an den falschen Standorten realisiert worden. Präsident Ferdinand Marcos Jr. prangerte dies 2025 öffentlich an und leitete Untersuchungen und Ermittlungen ein. Schätzungen zufolge gibt es über 400 Projekte, die entweder gar nicht existieren oder am falschen Ort und nicht den Standards entsprechend realisiert wurden.
Im September 2026 hatte das Büro des Ombudsmanns (der Bürgerbeauftragte) bereits rund 35 Fälle vor Gericht gebracht (die meisten vor dem Antikorruptionsgericht, einige vor regionalen Gerichten), während zu weiteren 166 Anzeigen Vorermittlungen laufen. Gestern, am 7. September 2026, hat der Ombudsmann eine Anklage wegen schwerer Veruntreuung in Höhe von 7,44 Milliarden Pesos sowie mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit Hochwasserschutzprojekten und anderen Infrastrukturvorhaben gegen den ehemaligen Parlamentspräsidenten Martin Romualdez und drei weitere Angeklagte erhoben.
(PA) (Fides-Agentur 8/9/2026)