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Tacloban City (Agenzia Fides) – Mission zeige sich auch in der Fähigkeit der Kirche, Menschen in den konkreten Lebensfragen zu begleiten, einschließlich ihrer Teilhabe am öffentlichen Leben. Dies bekräftigte Erzbischof Gilbert Garcera von Lipa, Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz der Philippinen (CBCP), bei der 70. Versammlung der Päpstlichen Missionswerke der Philippinen in Tacloban City.
Angesichts der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen auf den Philippinen im Jahr 2028 rief der Erzbischof die kirchlichen Gemeinschaften dazu auf, die Gläubigen bei der Gewissensbildung zu unterstützen und sie zu einer verantwortungsvollen Teilnahme am demokratischen Prozess zu ermutigen. Er stellte diese Aufgabe nicht als politische Intervention der Kirche dar, sondern als einen Aspekt der Evangelisierung: Eine missionarische Gemeinschaft, so erklärte er, bleibe den Menschen nahe und helfe ihnen, die Realitäten des Lebens im Lichte des Glaubens, der Wahrheit und der Menschenwürde zu betrachten. „Eine wahrhaft missionarische Kirche zwingt keine politischen Entscheidungen auf, sondern hilft den Gläubigen, weise zu unterscheiden, verantwortungsbewusst teilzunehmen und mit einem vom Evangelium geprägten Herzen das Gemeinwohl zu fördern“, erklärte Erzbischof Garcera.
Aus dieser Perspektive ist die Heranbildung von Wählern eng mit einer missionarischen Kirche verbunden, die sich nicht in ihren eigenen Strukturen, Gebräuchen oder internen Belangen verschließt. Der Erzbischof rief die Gemeinden dazu auf, einen pastoralen Stil zu entwickeln, der sich der Außenwelt öffnet und insbesondere den Armen, Jugendlichen, Ausgegrenzten und jenen zuwendet, die sich zunehmend vom kirchlichen Leben entfernt haben. Für ihn erfordert Evangelisierung Präsenz, Zuhören und Begleitung dort, wo Menschen täglich ihren sozialen, beruflichen und familiären Verpflichtungen nachkommen. „Die Mission beginnt überall dort, wo wir leben, arbeiten, studieren und dienen“, erklärte er und betonte, dass die missionarische Sendung der Kirche jeden Getauften betreffe und nicht nur spezialisierten Organisationen oder Missionare und Missionarinnen, die in andere Länder entsandt werden.
Der Vorsitzende der Philippinischen Bischofskonferenz der CBCP nutzte diese Versammlung der Päpstlichen Missionswerke der Philippinen, um die Anwesenden zum Nachdenken darüber anzuregen, wie die Großzügigkeit und das Engagement der philippinischen katholischen Gemeinden die Evangelisierung über die Landesgrenzen hinaus konkret unterstützen können. Er erinnerte an den Beitrag der Katholiken in Südkorea und Japan, trotz ihrer zahlenmäßig kleineren Gemeinden, und rief die philippinischen Gläubigen dazu auf, ihr Engagement in der missionarischen Zusammenarbeit zu verstärken, wie auf der Website der Bischöfe berichtet wurde.
Für Erzbischof Garcera ist diese missionarische Erneuerung untrennbar mit der Umsetzung der Synode zur Synodalität verbunden. Er beschrieb Synodalität als gelebte kirchliche Praxis und nicht nur als ein weiteres Organisationsprogramm: eine Art des Zuhörens, Unterscheidens und gemeinsamen Weges. Die Aufgabe, die nun auf die philippinischen Diözesen wartet, sei es, den Leitlinien der Synode konkreten Ausdruck zu verleihen. „Die Arbeit der Synode endete nicht mit der Veröffentlichung ihres Abschlussdokuments“, erklärte er. „Die Frage, die sich uns stellt, lautet nicht mehr einfach: ‚Was ist Synodalität?‘, sondern: ‚Wie werden wir sie leben?‘“.
(MLK) (Fides 21/8/2026)