EUROPA/SPANIEN - Tag der Missionare und Missionarinnen der Erzdiözese Madrid: “Der Herr ruft immer wieder”

Dienstag, 19 Mai 2026 mission   ortskirchen   päpstliche missionswerke   missio ad gentes  

Madrid (Fides) – „Wir danken von Herzen“ lautete das Motto des Tages der Missionare und Missionarinnen, der im Erzbistum Madrid am Sonntag, dem 17. Mai, dem Hochfest Christi Himmelfahrt, begangen wurde.
Zentraler Höhepunkt des Tages war die Eucharistiefeier in der Almudena-Kathedrale mit dem Erzbischof von Madrid, Kardinal José Cobo.
Die jährliche Feier, die von der Missionsdelegation in Zusammenarbeit mit den Päpstlichen Missionswerken veranstaltet wurde, bot Gelegenheit, für das Leben und Zeugnis der mit der Diözese verbundenen Missionare und Missionarinnen zu danken. Gleichzeitig wurden jene, die im kommenden Pastoraljahr in die Mission „ad gentes“ aufbrechen, verabschiedet und die bereits im Missionsgebiet tätigen Missionare und Missionarinnen erneut gesegnet.
Die bischöfliche Missionsdelegation erinnert daran, dass die Erzdiözese Madrid derzeit 533 Missionare in 84 Ländern hat: 138 Ordensfrauen, 4 Klausurschwestern, 94 Ordensmänner, 223 Laien – darunter 71 Missionsfamilien – und 74 Diözesanpriester, die auf fünf Kontinenten verteilt sind. Laut der Delegation bilden sie alle das konkrete Gesicht einer Kirche, die sich nach außen wendet und berufen ist, die Evangelisierung über die Grenzen der Diözese hinaus voranzutreiben.
Der bischöfliche Missionsdelegierte und Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke in der Erzdiözese Madrid, Manuel Cuervo Godoy, betont gegenüber Fides, dass die missionarische Berufung „nicht als isoliertes Ereignis entsteht, sondern als ein Prozess, der im täglichen Glaubensleben reift“, durch Seelsorge, Katechese, soziales Engagement und persönliche Berufungsfindung innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft.
In diesem Sinne erinnert er die grundlegende Rolle von Pfarreien, Gemeinden und missionarischen Gruppen bei der Begleitung von Berufungen sowie die Bedeutung von Ausbildung, Entscheidungsfindung und Aussendung in Gemeinschaft mit der Weltkirche, berufen zu einem „Zustand permanenter Mission“. „Der Herr ruft immer wieder; die Kirche ist missionarisch, eine Kirche, die hinausgeht“, betont er in diesem Zusammenhang. Er hebt auch die Bedeutung der Gemeinschaft hervor: „Wenn Missionare und Missionarinnen uns besuchen, bitten sie uns vor allem um Gebete für ihre Arbeit.“
Die bischöfliche Delegation für die Missionen stellt zudem fest, dass die missionarische Seelsorge in Madrid von einem breiten kirchlichen Netzwerk getragen wird, das nicht nur die Begleitung bereits ausgesandter Missionare und Missionarinnen ermöglicht, sondern auch die Förderung neuer Berufungen, insbesondere unter Laien und jungen Menschen. In diesem Sinne wird daran erinnert, dass das missionarische Leben „auf der täglichen Erfahrung von Glaube und Dienst gründet und nicht nur auf einzelnen Entscheidungen.“
Im Rahmen des diözesanen Tages der Missionare und Missionarinnen sprach Fides mit María Ángeles, einer Laienmissionarin aus Madrid, die dem Missionsverein OCASA angehört und deren Berufung sich allmählich entwickelte. „Meine missionarische Berufung war schon in meiner Kindheit angelegt“, sagt María Ángeles und erinnert sich daran, wie der Kontakt mit Missionsschwestern in ihrer Kindheit in ihr den Wunsch weckte, am Leben der Völker teilzuhaben, zu denen sie gesandt worden waren. „Mein Leben, ohne große Ereignisse, war geprägt von Dankbarkeit gegenüber Gott für die empfangenen Gaben, insbesondere Großzügigkeit und den Dienst am Nächsten“, erklärt sie.
Im Lauf der Zeit hat María ein starkes soziales und seelsorgerisches Engagement in ihrer Heimat entwickelt und in Aufnahmezentren für HIV-Positive, Obdachlosenheimen, Caritas-Projekten und im Katechismusunterricht ihrer Gemeinden mitgewirkt. „Ich war immer mit den Pfarrgemeinden in meiner Umgebung verbunden“, betont sie.
„Der Ruf zur Mission hat mich stets begleitet“, erklärt sie und betont, dass ihre Berufung nicht das Ergebnis einer einzelnen Erfahrung, sondern eines fortschreitenden Erkenntnisprozesses ist. Auf diesem Weg sammelte sie Erfahrungen in verschiedenen Missionsprojekten in Ecuador, der Dominikanischen Republik, Burkina Faso und Mali, die ihren Glauben und ihre Hilfsbereitschaft stärkten.
Die Missionarin erklärt außerdem, dass Zeit ein Schlüsselelement ihrer Berufung war: „Gott hat seine Zeit, die nicht meine ist“, bemerkt sie und bezieht sich damit auf einen Prozess, in dem Geduld und Unterscheidungsvermögen wesentlich für die Entwicklung ihrer Antwort auf den Ruf waren.
María Ángeles bereitet sich derzeit auf eine neue Aufgabe als Laienmissionarin in der Dominikanischen Republik vor, in der Gemeinde Sabaneta im Bistum San Juan de la Maguana, wo sie in der Seelsorge und der Gemeindearbeit mitwirken wird.
Das diesjährige Motto „Wir danken von Herzen“ drückt Dankbarkeit gegenüber all jenen aus, die ihr Leben der Mission gewidmet haben, und lädt die gesamte Diözesangemeinschaft ein, ihr Engagement für die Evangelisierung zu erneuern. „Nur wer sein Leben großzügig hingibt, kann Missionar sein“, betont die bischöfliche Missionsdelegation.
Kardinal José Cobo brachte in seinem Grußwort an die Missionare und Missionarinnen seinen Dank zum Ausdruck: „Vielen Dank, dass Sie die Kirche auf fünf Kontinenten und in 84 Ländern gegenwärtig machen. Sie sind eine lebendige Gegenwart der Liebe des Vaters zu allen Menschen, ein Zeichen dafür, dass wir eine Kirche sind, die hinaus geht und berufen ist, diese liebende Gegenwart zu sein, das Angebot Christi an alle Menschen zu verkörpern und anderen sichtbar zu machen. Vielen Dank an die kranken Missionare unserer Diözese, an all jene, die die Missionsgebiete nicht erreichen können und sie dennoch durch ihr Leiden und Gebet unterstützen, ein Gebet, das die Missionare beschützt und begleitet. Vielen Dank an die Priester, Ordensleute, geweihten Männer und Frauen, geweihten Laien, Familien und kranken Missionare: Wir danken von Herzen!“.
Unterdessen bereitet sich das Erzbistum Madrid auf den bevorstehenden Besuch von Papst Leo XIV. am 6., 7. und 8. Juni vor. Dieser Besuch ist ein Zeichen der Einheit und Erneuerung im Glauben und bekräftigt die missionarische Berufung und den Wunsch, mit der Vision eines christlichen Glaubens auf den Weg einer Kirche „im Aufbruch“.
(LGR) (Fides 19/05/2026)


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