Catholic in Pakistan
Islamabad (Agenzia Fides) – „In meiner Zeit als Bischof, zunächst in Faisalabad und dann in Islamabad, wurde mir bewusst, dass wir uns in Pakistan auf die Jugend konzentrieren müssen, denn sie macht 60 % der pakistanischen Bevölkerung aus. Auch in der christlichen Gemeinschaft stellen junge Menschen einen bedeutenden Anteil von etwa 60 %. Doch rund 80 % von ihnen sind Analphabeten – ein wahrer Bildungsnotstand“, sagte Erzbischof Joseph Arshad von Islamabad-Rawalpindi, im Interview mit Fides am Rande des Ad-limina-Besuchs der pakistanischen Bischöfe.
„Als Erzbischof der Diözese Islamabad-Rawalpindi“, so Arshad gegenüber Fides, „besuchte ich alle Pfarreien und sprach mit jungen Menschen. Im Austausch mit ihnen begannen sie, ihre Bedürfnisse zu äußern, insbesondere im Bereich Bildung und Berufsberatung, aber auch Bibelkurse und Sportangebote.“
„In Anerkennung dieses Bedarfs haben wir Initiativen im Bildungsbereich ins Leben gerufen. Junge Menschen brauchen Bildung und Arbeit: zwei wesentliche Dinge für unsere Gemeinschaft, die unter Armut und Ausgrenzung leidet“, erklärt der Erzbischof.
„Deshalb haben wir uns dafür eingesetzt, dass Mitglieder unserer Gemeinden eine angemessene Bildung an weiterführenden Schulen erhalten und sich um Stellen in Regierungsbehörden und der öffentlichen Verwaltung bewerben können. Aus diesem Grund haben wir im Bistum die Kurse des Central Superior Services (CSS) eingeführt. Diese Kurse bereiten die Studierenden durch das Bestehen einer staatlichen Prüfung auf die Arbeit in öffentlichen Ämtern und Regierungsbehörden vor“. „In Islamabad“, fährt er fort, „haben wir damit vor etwa fünf Jahren begonnen, und zwar mit gutem Erfolg.“
„Darüber hinaus“, erklärt der Erzbischof, „mussten wir an die jungen Menschen denken, die eine Ausbildung benötigen, aber aus abgelegenen Gebieten stammen. Tatsächlich ist das Bistum Islamabad-Rawalpindi mit seinen 250.000 katholischen Gläubigen eines der größten in Pakistan: Es erstreckt sich bis nach Afghanistan, in die Kaschmir-Region und in die Hälfte des Punjab – die sehr unterschiedlich sind. Deshalb haben wir in Rawalpindi ein College für Universitätsstudenten eröffnet, in dem Studierende aus allen Teilen des Bistums unterkommen können und ihnen die Möglichkeit bietet, in der Stadt zu leben und zu studieren.“
„Es ist auch wichtig, dass junge Menschen, die keinen Zugang zu höherer Bildung haben, berufliche Kompetenzen entwickeln. Deshalb versuchen wir, präsent zu sein und zur beruflichen Weiterbildung beizutragen“, sagt er.
Katholiken hätten trotz ihrer schwierigen Lebensumstände „einen starken und lebendigen Glauben“, bemerkt er. „Wir müssen jedoch die Ausbildung von Priestern, Ordensleuten und Laien fördern und insbesondere die Beteiligung der Laien am Leben der Kirche stärken.“ „Im diözesanen Pastoralplan – der unter Mitwirkung aller entwickelt wurde“, betont er, „streben wir danach, eine aktive und gläubige Gemeinschaft zu sein, die die Frohe Botschaft verkünden kann.“
„Die christliche Gemeinde in Pakistan“, so der Erzbischof, „ist klein und besteht aus Menschen ohne Stimmen, die in der Gesellschaft schwach sind. Es ist eine vorwiegend schwache, arme und marginalisierte Gemeinschaft. Die Dynamik, die wir in der Gesellschaft beobachten, ist folgende: Die Reichen sind mächtig, die Armen machtlos. Deshalb werden die Armen weiterhin diskriminiert. Diese Mentalität liegt auch Phänomenen wie Blasphemievorwürfen zugrunde, die oft haltlos sind, oder der Entführung und Zwangsbekehrung junger Frauen aus christlichen oder anderen nicht-muslimischen Gemeinden zum Islam. Im Kern steht die Vorstellung, dass nicht alle Menschen gleich sind; dieser Mentalität stellen wir uns entgegen und berufen uns auf die Verfassung und den Grundsatz der Würde jedes Menschen.“
„Trotz der Herausforderungen und Schwierigkeiten“, schließt er, „bin ich sehr zuversichtlich, was die Zukunft der Kirche in Pakistan angeht, denn die Menschen sind stark in ihrem Glauben; sie wanken nicht.“ Zum Ad-limina-Besuchs sagte er: „Es war sehr ermutigend für uns, den Papst zu treffen und uns als lebendiger Teil der Weltkirche zu fühlen. Wir sind eine kleine, junge Gemeinde, die Unterstützung braucht. Und wir hoffen, dass Papst Leo nach dem historischen Besuch von Johannes Paul II. nach Pakistan kommen kann, um unseren Glauben und unsere Hoffnung zu stärken.“
(PA) (Fides 18/5/2026)