Asunción (Fides) – Schutz der ärmsten Sparer, größtmögliche Transparenz hinsichtlich der öffentlichen Gelder, die bei den von der Krise betroffenen Banken hinterlegt sind, unabhängige Untersuchungen und die Kontrolle der Behörden durch die Zivilgesellschaft. Dies sind die Hauptpunkte der Erklärung der paraguayischen Bischofskonferenz (CEP), die gestern, am 4. November, zur Bankenkrise in Paraguay veröffentlicht wurde.
Auslöser der Angelegenheit war die Zwangsverwaltung der Ueno Bank, des größten digitalen Kreditinstituts des Landes, durch die Zentralbank von Paraguay (BCP), nachdem deren Eigenkapitalquote auf weniger als die Hälfte des gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerts gesunken war. Der Präsident der Zentralbank, Carlos Carvallo, trat auf Wunsch des Präsidenten der Republik, Santiago Peña, zurück. Zuvor hatte Carvallo das Finanzunternehmen geleitet, aus dem später die Ueno Bank hervorging – ein Umstand, der heftige Kritik wegen angeblicher regulatorischer Lücken und möglicher Interessenkonflikte schürte.
Die Spezialeinheit für Wirtschaftskriminalität und Korruptionsbekämpfung ordnete die Festnahme von acht Personen an, darunter hochrangige Führungskräfte und mit dem Kreditinstitut verbundene Personen. Zu ihnen gehören der Gründer und Mehrheitsaktionär Miguel Vázquez sowie der Vorstandsvorsitzende der Ueno Bank, Juan Manuel Gustale.
Die Maßnahme der BCP führte zur Sperrung der digitalen App, der Kreditkarten und der Geldtransferdienste der Ueno Bank. Rund drei Millionen Nutzer, was etwa 60 % der erwachsenen Bevölkerung Paraguays entspricht, konnten somit nicht mehr auf ihre bei der Bank hinterlegten Ersparnisse zugreifen. Die verzweifelten Sparer gingen in Asunción auf die Straße und versammelten sich vor den geschlossenen Filialen, um die Rückgabe ihres Geldes zu fordern. Dabei warfen sie Politikern und Vertretern der Institutionen vor, für das Geschehene mitverantwortlich zu sein.
In der Erklärung, die anlässlich der 250. ordentlichen Generalversammlung veröffentlicht wurde, fordern die Bischöfe vor allem, dass bei den Entschädigungen die schutzbedürftigsten Menschen Vorrang erhalten. Sie hoffen auf eine rasche Rückzahlung der eingezahlten Beträge an Rentner, Arbeitnehmer, Kleinsparer und Unternehmer, ohne unnötige bürokratische Hürden und unter besonderer Berücksichtigung älterer Menschen.
Die Bischöfe fordern zudem größtmögliche Transparenz hinsichtlich der Höhe der bei der Ueno Bank hinterlegten Gelder des Instituto de Previsión Social (IPS) und des Staates sowie hinsichtlich der Modalitäten und des Zeitplans für deren Rückgewinnung.
Die Bischofskonferenz fordert darüber hinaus eingehende Untersuchungen durch den Kongress, die Justiz, den Rechnungshof und die Zentralbank selbst, damit alle Verantwortlichkeiten geklärt werden, „unabhängig von der Position oder der Nähe zur Regierung“.
Schließlich rufen die Bischöfe die Pfarreien dazu auf, die von der Krise betroffenen Familien zu unterstützen und ihnen bei den notwendigen Schritten zur Rückforderung ihrer Ersparnisse zu helfen.
Zudem warnen sie vor möglichen Betrugsversuchen und raten den Kontoinhabern, ihre Kontopasswörter niemandem zu geben, der verspricht, ihnen bei der „Rückgewinnung“ des Geldes zu helfen.
(L.M.) (Fides 5/11/2026)