ASIEN/MYANMAR - Botschafter des Friedens inmitten der Tragödie des Krieges: Die Mission der Katecheten in Myanmar

Montag, 26 Oktober 2026

RVA

von Paolo Affatato

Das Licht des Evangeliums dorthin zu tragen, wo die Finsternis des Konflikts herrscht, und Keime der Hoffnung in einer Bevölkerung zu verbreiten, die von Gewalt und Vertreibung erschöpft ist: Das ist die Mission der Katecheten in Myanmar. In einem Land, das von einem verheerenden Bürgerkrieg zerrissen ist, in dem ganze Dörfer zerstört werden und christliche Gemeinschaften ebenso wie die gesamte Bevölkerung in Unsicherheit und Instabilität leben, sind die Katecheten heute wahre „Leuchttürme der Hoffnung“ und Stützen für die psychologische und spirituelle Begleitung der Schwächsten.
Eine kürzlich abgehaltene Fortbildung für Katecheten der Erzdiözese Yangon, die am 20. Oktober 2026 in der Kirche der Heiligen Petrus und Paulus zu Ende ging, hat diesen ebenso außergewöhnlichen wie oft im Verborgenen stattfindenden Dienst der Verkündigung und Katechese erneut ins Rampenlicht gerückt. An der Veranstaltung nahmen etwa achtzig Seelsorger teil, die unter der Leitung von Kardinal Charles Bo ihren Auftrag erneuert haben: in die Pfarreien, in abgelegene Kapellen und in Flüchtlingslager zurückzukehren, um „gebrochene Herzen zu heilen, den Ausgegrenzten Trost zu spenden, die Bedürftigen zu unterstützen und das Leid der Leidenden zu lindern“.

Die Katecheten berichteten, dass sie oft in unsichere Gebiete reisen müssen, wo sie mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Entbehrungen und einem Mangel an Lebensgrundlagen konfrontiert sind. Zudem legen sie Wege zurück, die unterbrochen sind oder unter ständiger Kontrolle bewaffneter Milizen stehen, was Gefahren für ihre Sicherheit mit sich bringt. „Oft“, so die Anwesenden, „besuchen wir Gemeinschaften, die durch Luftangriffe terrorisiert und zu ständigen Umzügen gezwungen sind, Familien ohne Frieden, die ständig umherziehen, um Rettung zu suchen“.
Wie im Laufe des Treffens in Erinnerung gerufen wurde, sind in dieser tragischen Situation „die Katecheten dazu aufgerufen, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beizubringen, Hass, Diskriminierung und Gewalt abzulehnen, und sie stattdessen zu Vergebung, Mitgefühl und gegenseitiger Versöhnung zu erziehen“.
Die Widerstandsfähigkeit der burmesischen Kirche zeigt sich heute in einem Engagement, das Generationen übergreift. In der Erzdiözese Yangon gibt es etwa 100 Katecheten, die „den Dienst der Verkündigung mit unerschütterlicher Treue ausüben“, erinnerte Kardinal Bo und zitierte dabei die Geschichte von David U Htun Nho, einem Katecheten, der seit über 66 Jahren ununterbrochen im Dienst steht.

„Viele von ihnen stammen aus dem Ausbildungszentrum für Katecheten ‚St. Petrus und Paulus‘ in der Erzdiözese Yangon, einer der wichtigsten Einrichtungen für ihre Ausbildung“, berichtet Jerome Win Shwe Kyi, Rektor der Bibelausbildungsschule in Insein, Yangon, gegenüber Fides. Das Zentrum – das auch von den Päpstlichen Missionswerken unterstützt wird – bietet zweijährige Programme zur biblischen und pastoralen Ausbildung an, wobei der Schwerpunkt auf vier grundlegenden Bereichen liegt: menschlicher, intellektueller, spiritueller und pastoraler Bereich. „Nach Abschluss des zweijährigen Kurses kehren die Katecheten in ihre jeweiligen Pfarreien zurück, um ihren pastoralen Dienst aufzunehmen. In der gegenwärtigen, schwierigen Situation sind sie Förderer von Frieden und Gerechtigkeit, Verkünder von Liebe und Vergebung, sie sind Tröster und Helfer für die Bedürftigen“, berichtet Pater Jerome.

Die Präsenz der Katecheten ist in allen myanmarischen Diözesen von großer Bedeutung. In der Diözese Kalay (in der Region Sagaing, einem der am stärksten von den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der regulären Armee und Rebellengruppen betroffenen Gebiete) haben sich in den vergangenen Wochen über 50 Katecheten zu einem ähnlichen Kurs der Gemeinschaft und Fortbildung in der Herz-Jesu-Kirche versammelt. Auch in diesem Zusammenhang haben die örtlichen Hirten den Katechisten gedankt und sie als „ein Licht für die verängstigte, verwundete, orientierungslose und manchmal verzweifelte Gemeinschaft“ bezeichnet.
Während öffentliche Schulen schließen und das nationale Bildungssystem aufgrund des Krieges zusammenbricht, übernehmen die Katecheten gemeinsam mit den Ordensgemeinschaften in vielen Regionen die Betreuung und Grundbildung der Kinder und retten sie so vor dem Leben auf der Straße und den Traumata durch den Krieg.
Ihre Arbeit „ist still und wertvoll und wird in der Gewissheit des Evangeliums vollbracht, dass ihr selbst im Herzen der burmesischen Nacht noch Größeres als dies sehen werdet“, sagte Pater Stephen Sut Awng, Pfarrer im Gebiet Sagaing, gegenüber Fides.

Das Engagement der heutigen burmesischen Katecheten findet seine höchste spirituelle und ideelle Wurzel in der Gestalt des seligen Isidoro Ngei Ko Lat (1918–1950), dem ersten Laienkatecheten aus Myanmar, der zur Ehre der Altäre erhoben wurde. Isidoro, der 1950 zusammen mit dem PIME-Missionar Pater Mario Vergara den Märtyrertod erlitt, verkörpert in vollkommener Weise einen Dienst, der sich vorbehaltlos und bis zum Äußersten hingibt. In einer Zeit, die von politischen Spannungen und innerem Hass zerrissen war, entschied sich Isidoro, an der Seite seiner Gemeinden zu bleiben, die über die entlegensten Dörfer verstreut waren, und bezeugte den Glauben durch das Wort und die Pflege der Kranken, bis hin zum Vergießen seines Blutes. Heute leben die Inspiration und der Mut Isidoros weiter in den Schritten der Katecheten, die die Wälder und Flüchtlingslager Myanmars durchqueren: Sein Beispiel, so betont Pater Stephen Sut Awng, „zeigt, dass die Mission der Katechese kein Beruf ist, sondern eine Berufung, ein Akt der vollkommenen und uneigennützigen Liebe, um jedem Menschen das Evangelium zu schenken, das den Terror besiegen und die Türen zur Hoffnung weit öffnen kann“.

(Fides, 26/10/2026)


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