AFRIKA/GHANA - Ghana entwickelt sich zu einem Dreh- und Angelpunkt für Kokain: Die Bischöfe alarmieren

Mittwoch, 23 September 2026

Accra (Fides) – „Die Beschlagnahmung einer großen Menge Kokain in Frankreich, die aus Ghana stammt, darf nicht als Einzelfall betrachtet werden, sondern muss als Teil eines umfassenderen Problems verstanden werden“, erklären die Bischöfe Ghanas nach der Sicherstellung von 3,9 Tonnen Kokain durch die französischen Zollbehörden am 10. September. Der geschätzte Wert der Drogen beträgt 225 Millionen Euro (rund 261,45 Millionen US-Dollar). Das Kokain war in einem Container mit Plastikabfällen versteckt, der aus Ghana kommend den nordfranzösischen Hafen von Dünkirchen erreichte.

„Diese Beschlagnahmung ist ein Vorfall im Zusammenhang mit einem größeren Problem. Aufgrund seiner geografischen Lage und seiner Einbindung in den internationalen Handel ist Ghana in besonderem Maße auf eine strenge Kontrolle seiner Häfen, Flughäfen und Grenzen angewiesen“, heißt es in einer Erklärung, die von Matthew Kwasi Gyamfi, Bischof von Sunyani und Vorsitzender der Ghana Catholic Bishops’ Conference (GCBC), unterzeichnet wurde.

Ghana ist nicht nur ein Transitland für den internationalen Drogenhandel, sondern hat sich auch zu einem Konsumentenland entwickelt. „Wir sind ebenso besorgt über die innere Dimension dieser Bedrohung: den Drogenmissbrauch unter Jugendlichen, die zerstörerischen Auswirkungen von Drogengeldern auf unsere Institutionen und die Versuchung, die diese Gelder für Menschen in Vertrauenspositionen darstellen – sowohl im Handels- und Sicherheitssektor als auch, was wir mit Schmerz feststellen, innerhalb der Kirche selbst“, erklären die Bischöfe.
Nachdem die Bischöfe die staatlichen Institutionen dazu aufgerufen haben, den Kampf gegen den Drogenhandel zu verstärken und drogenabhängigen Menschen dabei zu helfen, aus ihrem „Leidensweg“ herauszufinden, betont die GCBC, dass „dieser Kampf nicht allein der Regierung überlassen werden kann“.

„Wir rufen die Pfarreien, Schulen und katholischen Jugendorganisationen dazu auf, die Prävention von Drogenmissbrauch, Mentoring und pastorale Begleitung zu verstärken. Zugleich ermutigen wir Priester, Ordensleute, Katecheten und Laienverantwortliche, das Thema mutig in ihrer Verkündigung und Katechese anzusprechen“, heißt es weiter.
Direkt an die Jugendlichen richten die Bischöfe schließlich den Appell: „Lasst euch nicht von den vergänglichen Gewinnen täuschen, die der Drogenhandel verspricht. Entscheidet euch für das Leben. Baut eure Zukunft auf ehrlicher Arbeit, Glauben, Bildung, Tugend und Dienst am Nächsten auf. Eure Würde ist unbezahlbar, und die Kirche ist bereit, euch zu begleiten.“

(L.M.) (Fides 23/9/2026)


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