Tombura-Yambio (Fides) – „In den Frieden investieren – für alle, überall, jeden Tag“: Das ist die zentrale Botschaft, die Bischof Barani Eduardo Hiiboro Kussala von Tombura-Yambio an die Bevölkerung des Sudan und des Südsudan richtet. Anlass ist der Internationale Tag des Friedens, der heute, am 21. September, begangen wird.
„Frieden ist mehr als die bloße Abwesenheit von Krieg. Er erfordert Gerechtigkeit, Würde, Sicherheit, Versöhnung und den Mut, Vertrauen wieder aufzubauen“, schreibt der Bischof, Vorsitzende der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden der Katholischen Bischofskonferenz von Sudan und Südsudan (SSSCBC), in einer Erklärung, die Fides vorliegt. „Unsere Völker tragen seit zu langer Zeit Wunden. Doch unsere Wunden gehören zu unserer Geschichte; der Frieden ist das Erbe, das wir unseren Kindern hinterlassen müssen.“
Die Botschaft erwächst aus der Erfahrung von Menschen, die von „Konflikten, Vertreibung, Schmerz und Angst“ geprägt sind, aber, wie der Bischof betont, „weiterhin hoffen“. Deshalb ruft er dazu auf, besonders für die Opfer von Gewalt, vertriebene Familien, Flüchtlinge, Kinder, die in Angst aufwachsen, und für all jene zu beten, die noch immer die Wunden des Konflikts tragen.
In einer besonders schwierigen Phase für den Sudan und den Südsudan wendet sich Hiiboro an alle gesellschaftlichen Gruppen: politische Verantwortliche, Bürger, religiöse und traditionelle Autoritäten, Frauen und Jugendliche. „Unsere Unterschiede dürfen niemals zu einem Grund für Gewalt werden“, mahnt er. „Der Dialog soll an die Stelle der Konfrontation treten, und die öffentliche Gewalt muss dem Gemeinwohl dienen.“
Besonders geht der Bischof auf die Wahlen ein, auf die sich beide Länder vorbereiten. „Die Würde und die Rechte jedes Bürgers müssen geachtet werden“, fordert er. Die politische Beteiligung müsse „friedlich und frei von Angst, Einschüchterung und Gewalt“ erfolgen. Er fügt hinzu: „Politischer Dissens darf niemals dazu führen, dass der Nachbar zum Feind wird.“
Insbesondere die Jugendlichen ruft der Bischof von Tombura-Yambio dazu auf, das Erbe des Hasses nicht weiterzugeben: „Übernehmt nicht den Hass von gestern. Baut Brücken zwischen den Gemeinschaften und über Unterschiede hinweg. Entscheidet euch für Bildung, Glauben, Dienst und Versöhnung statt für Gewalt.“
Der Appell richtet sich schließlich auch an Familien, Kirchen, Moscheen, traditionelle Autoritäten und die Medien. Sie alle seien dazu aufgerufen, „Friedensstifter“ zu werden. „Unsere Worte und unser Handeln können die Wunden vertiefen oder dazu beitragen, sie zu heilen“, betont der Bischof.
Zum Abschluss vertraut Hiiboro die Menschen im Sudan und im Südsudan sowie alle, die sich für den Frieden einsetzen, Gott an: „Gott tröste die Leidenden, heile die Verwundeten, beschütze die Schutzbedürftigen, erleuchte unsere Verantwortlichen und stärke alle, die sich für Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden einsetzen.“
„Möge der Sudan Frieden finden. Möge der Südsudan Frieden finden. Möge Afrika Frieden finden“, so der Bischof. „Beginnen wir dort, wo der Frieden seinen Anfang nimmt: Der Frieden beginnt bei mir. Der Frieden beginnt bei dir. Der Frieden beginnt bei uns. Möge der Herr uns zu Werkzeugen seines Friedens machen.“
(AP) (Fides 21/9/2026)