Abuja (Fides) – „Herr Präsident, viele Christen haben derzeit berechtigte Bedenken hinsichtlich ihrer Rolle in Nigeria, insbesondere im Hinblick auf die Abschaffung der christlich-muslimischen Präsidentschaft. Wir hoffen, dass diese Bedenken durch gezielte Regierungsmaßnahmen ausgeräumt werden und Christen die Gewissheit ihrer Bürgerrechte erhalten“, so der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz Nigerias, Erzbischof Matthew Man-Oso Ndagoso von Kaduna, und einem Grußwort an den nigerianischen Präsidenten Bola Ahmed Tinubu.
Präsident Tinubu empfing die nigerianischen Bischöfe an diesem Dienstag (28. Juli) in seiner Residenz. Während des Treffens brachten die Bischöfe ihre Wertschätzung für die herzlichen Beziehungen zwischen Nigeria und dem Heiligen Stuhl zum Ausdruck, äußerten aber auch die berechtigten Bedenken vieler Christen hinsichtlich ihrer Einbindung in die aktuelle Regierung.
Die Bischöfe wiesen insbesondere auf das Ende der Praxis des konfessionellen Gleichgewichts in den höchsten Regierungsämtern hin, die den Wechsel zwischen einem christlichen Präsidenten und einem muslimischen Vizepräsidenten sowie einem muslimischen Präsidenten und einem christlichen Vizepräsidenten vorsah. Derzeit sind sowohl Präsident Tinubu als auch sein Stellvertreter Kashim Shettima Muslime.
Die Bishofskonferenz rief Tinubu daher auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Gemüter zu beruhigen und den Christen zu versichern, dass ihre verfassungsmäßigen Rechte, insbesondere im Hinblick auf die Parlamentswahlen 2027, uneingeschränkt geachtet werden. In diesem Zusammenhang forderten die Bischöfe den Präsidenten auf, eine ausreichende Finanzierung der Unabhängigen Nationalen Wahlkommission (INEC) sicherzustellen und alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um einen möglichst transparenten Wahlprozess zu gewährleisten, angefangen bei der Verteilung der Wählerkarten an alle Wahlberechtigten.
„Jedes andere Ergebnis, das nicht aus transparenten, freien, fairen und glaubwürdigen Wahlen im Jahr 2027 hervorgeht, wäre eine Einladung zu einer vermeidbaren Katastrophe“, betonten die Bischöfe.
Im Bereich der Sicherheit lobten die Bischöfe die Regierung für das Engagement bei der Freilassung entführter Schulkinder und Lehrer im Bundesstaat Oyo sowie für die Festnahme einiger mutmaßlicher Entführer.
Sie bezeichneten diese Erfolge jedoch als Einzelfälle und wiesen darauf hin, dass Terrorismus, Bandenkriminalität und Entführungen weiterhin das Leben der Bürger im ganzen Land bedrohen.
Die Bischöfe betonten, dass Schulen, Gotteshäuser, Wohnhäuser, landwirtschaftliche Betriebe und Straßen weiterhin unsicher seien, während kriminelle Gruppen in vielen Gebieten Nigerias ungehindert agieren könnten.
Abschließend rief die Bischofskonferenz Präsident Tinubu auf, Papst Leo XIV. zu einem Besuch nach Nigeria einzuladen, da der Papst Nigeria „in seinem Herzen trage“ und ein Besuch dazu beitragen würde, den Geist der nationalen Einheit zu stärken.
(L.M.) (Fides 29/7/2026)