Abuja (Fides) – „Jeden Morgen erreichen uns Nachrichten über die Gräueltaten von Boko Haram, Banditen und Kriminellen aller Art im ganzen Land“, so Erzbischof Alfred Adewale Martins von Lagos, stellvertretender Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz Nigerias (CBCN), mit Blick auf die anhaltenden Entführungen, Angriffe auf Sicherheitskräfte und die Vertreibung ganzer Gemeinschaften in verschiedenen Regionen Nigerias.
Während des Dankgottesdienstes am 16. Juni in der Kathedrale des Heiligen Kreuzes in Lagos anlässlich des 90. Geburtstags, des 60jährigen Priesterjubiläums und des 55. Jahrestages der Bischofsweihe von Kardinal Anthony Okogie, emeritierter Erzbischof der katholischen Erzdiözese Lagos, appellierte Erzbischof Martins an Präsident Bola Tinubu, entschlossen zu handeln, um Frieden und Sicherheit im Land wiederherzustellen.
„Es vergeht kein Tag ohne Berichte über Entführungen durch sogenannte Banditen und andere Kriminelle, über Hinterhalte und Tötungen von Soldaten, darunter auch Generäle, über Menschen, die gezwungen sind, ihre Häuser zu verlassen, und sogar über traditionelle Anführer, die aus Angst vor gewaltsamen Angriffen ihre Gebiete verlassen“, sagte Erzbischof Martins und fügte hinzu: „Es wird immer schwieriger zu verstehen, was in unserem Land geschieht.“
Auch der Sultan von Sokoto, Alhaji Muhammad Sa'ad Abubakar, Präsident der Jama'atu Nasril Islam (JNI), einer der wichtigsten islamischen Organisationen des Landes, sprach die Unsicherheit an, die weite Teile Nigerias heimsucht. In einer ebenfalls am 16. Juni veröffentlichten Erklärung rief der Sultan die Gläubigen zu inständigen Gebeten für das Wohlergehen Nigerias und die Festigung von Frieden und Sicherheit auf und betonte, dass die neue Welle der Gewalt und Unsicherheit allen bisherigen Gegenmaßnahmen zu widerstehen scheine.
Der Sultan bat insbesondere darum, dass das Freitagsgebet am 19. Juni besonderen Bittgebeten gewidmet werde, um die sozialen Missstände in Nigeria zu beheben, einschließlich des zunehmenden Phänomens von Entführungen und Banditentum.
(L.M.) (Fides 18/6/2026)