ASIEN/KAMBODSCHA - Kambodschanische Märtyrer: "Ein unschätzbares spirituelles Erbe für die Kirche und für die Welt“

Donnerstag, 28 Mai 2026

Rom (Fides) – „Mit tiefer Freude übergaben wir Kardinal Semeraro, dem Präfekten des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, die versiegelten Dokumente, die in einer feierlichen Zeremonie in Phnom Penh unterzeichnet wurden. Sie beziehen sich auf die diözesane Untersuchung des Selig- und Heiligsprechungsverfahrens von Bischof Joseph Salas und seinen elf Gefährten, den Märtyrern Kambodschas. Diese versiegelten Dokumente enthalten ein kostbares Zeugnis des Glaubens, des Mutes und der Liebe: fast 2.500 Seiten, die den heldenhaften Weg dieser Männer und Frauen in den Jahren 1970–1977 in Kambodscha schildern“, erklärte der Apostolischer Vikar von Phnom Penh, Bischof Olivier Schmitthaeusler, gegenüber Fides, am Rande des Ad-limina-Besuchs der Bischöfe von Laos und Kambodscha in Rom.
Der Vikar erläutert: „Diese Akten dokumentieren nicht nur ihr Leben und ihr Opfer, sondern sie sind auch ein unschätzbares spirituelles Erbe für die Kirche und die Welt.“
Die Ortskirche eröffnete am 15. Mai 2015 offiziell die diözesane Untersuchung zu den kambodschanischen Märtyrern. Seitdem hat ein Team unter der Leitung des Postulators, Pfarrer Paul Chatserey, Zeugenaussagen und Dokumente aus aller Welt zusammengetragen. Dem Team gehörten weitere Priester an, die dem Diözesangericht angehören, Notare und eine Historische Kommission unter dem Vorsitz von Pfarrer Vincent Chrétienne.
„Bischof Yves Ramousse, der diese zukünftigen Märtyrer so sehr liebte und kannte, spielte eine entscheidende Rolle bei der Erstellung der ersten Liste“ so Bischof Schmitthaeusler weiter, „Die Recherche- und Zusammenstellungsarbeit führte zur heutigen Vorstellung von zwölf Dienern Gottes: Bischof Joseph Chhmar Salas und seinen elf Gefährten – Priestern, Ordensleuten und Laien –, die den Reichtum des Volkes Gottes repräsentieren.“ Bei der Übergabe der Unterlagen an das Dikasterium für Selig- und Heiligsprechungsprozesse, äußert der Vikar seine Hoffnung, dass „die Prüfung und Unterscheidung fortgesetzt werden mögen, damit diese Märtyrer der Weltkirche bald als Geschenk und leuchtendes Zeugnis übergeben werden können.“
Im Interview mit Fides erinnert sich der Postulator, Pfarrer Paul Chatserey, der auch Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Kambodscha und Laos ist: „Der Anstoß zur Erforschung der Geschichten der kambodschanischen Märtyrer kam von Papst Johannes Paul II., der im Jubiläumsjahr 2000 die asiatischen Kirchen in allen Ländern dazu aufrief, ihre Märtyrer anzuerkennen und ihrer zu gedenken.“ Papst Johannes Paul II. sagte: „Diese Diener Gottes […] bilden ein großes Fresko christlicher Menschlichkeit […] Es ist das Fresko der Seligpreisungen, gelebt bis zum Blutvergießen.“ „In diesem Sinne errichtete die kambodschanische Kirche eine Gedenkstätte für die Märtyrer; wir bauten ein Kreuz und ein kleines Heiligtum. Seitdem findet jährlich ein Gedenkfest für die Märtyrer statt, das Gläubige aus dem ganzen Land zusammenbringt“, erklärt er.
„Allmählich wuchs das Bewusstsein, und wir begannen, Material, Dokumente und Zeugnisse zu sammeln. Das war sehr schwierig, denn während der dunklen Jahre des Krieges und der Roten Khmer wurden die Kirchen mitsamt all ihren Dokumenten zerstört“, erklärt der Postulator. „Wir wappneten uns mit Geduld und begannen, mündliche Zeugnisse zu sammeln. Dann erhielten wir große Hilfe und unschätzbare Unterstützung von den Archiven der Gesellschaft für Auslandsmissionen in Paris. So wuchs die Arbeit langsam und mühsam, und schließlich, nach Jahren der Arbeit, des Studiums und der Forschung, gelang es uns, genügend Material zusammenzutragen, um das Verfahren für Bischof Salas und elf Gefährten voranzubringen.“
„Nun“, erklärt er, „freut sich unsere Kirche in Kambodscha. Die Spiritualität und Inspiration der Märtyrer ist von großer Bedeutung; sie ist uns eine große Ermutigung. Unsere Gemeinden werden sich nun im Gebet vereinen, damit die Sache, dank der Arbeit im Vatikan, nach Gottes Plan vorankommen kann.“
„Gleichzeitig werden wir weiterhin das Bewusstsein, insbesondere bei jungen Menschen, für die Geschichte unserer Märtyrer schärfen, indem wir Broschüren veröffentlichen und kulturelle, katechetische und Gebetsveranstaltungen organisieren. Wir hoffen und beten, dass ihr Beispiel fruchtbar sein und unserer kleinen Kirche Gnade und Heiligkeit für die Zukunft bringen möge“, schließt er.
(PA) (Fides 28/5/2026)


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