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Vatikanstadt (Fides) – „Es ist die Liebe Jesu, die in uns Liebe entstehen lässt“ und „weil Gott uns zuerst liebt, können auch wir lieben.“ Mit diesen Worten beschreibt Papst Leo XIV. beim sonntäglichen Regina Caeli-Gebet mit den auf dem Petersplatz versammelten Pilgern und Gläubigen die Quelle, die es uns ermöglicht, den Geboten der Kirche zu folgen.
Der Papst erinnerte an die Worte Jesu an die Apostel beim Letzten Abendmahl, die in der Lesung des Johannesevangeliums aus dem Tagesevanglium an diesem Sonntag, den 10. Mai.
„Wenn ihr mich liebt“, sagt Jesus zu seinen Jüngern, „werdet ihr meine Gebote halten.“ Papst Leo betonte, dass diese Aussage „uns von einem Missverständnis befreit, nämlich von der Vorstellung, das wir geliebt werden, wenn wir die Gebote halten: Unsere Gerechtigkeit wäre dann die Voraussetzung für die Liebe Gottes. Im Gegenteil: Gottes Liebe ist die Voraussetzung für unsere Gerechtigkeit.“
„Wir halten wirkliche die Gebote nach dem Willen Gottes“, fuhr der Bischof von Rom fort, „wenn wir seine Liebe zu uns erkennen, so wie Christus sie der Welt offenbart. Die Worte Jesu sind also eine Einladung zu einer Beziehung, keine Drohung oder ein zweifelhafte Bedingung.“
Aus diesem Grund, fügte der Papst hinzu, könne Christus uns auch gebieten, „einander zu lieben, wie er uns geliebt hat: Es ist Liebe Jesu Liebe, die in uns die Liebe entstehen lässt.“
„Weil Gott uns zuerst liebt“, so Papst Leo XIV. in seiner Katechese zum Sonntagsevangelium, „können auch wir lieben; und wenn wir Gott wirklich lieben, lieben wir auch einander wirklich. Es ist wie mit dem Leben: Nur wer es empfangen hat, kann leben, und so können nur der lieben, der geliebt wurde.“
Papst Leo zitierte in diesem Zusammenhang erneut die Worte Jesu aus dem Johannesevangelium: „Weil er uns liebt, lässt der Herr uns in den Prüfungen des Lebens nicht allein: Er verspricht uns den Parakleten, also den Beistand, den ‚Geist der Wahrheit‘.“ Er sei ein Geschenk, „das die Welt nicht empfangen kann, solange sie im Bösen verharrt, das den Armen unterdrückt, den Schwachen ausschließt und den Unschuldigen tötet. Wer hingegen die Liebe, die Jesus für alle empfindet, beantwortet, findet im Heiligen Geist einen Verbündeten, der niemals im Stich lässt: „Ihr kennt ihn“, sagt Jesus, „weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Immer und überall können dann Gott bezeugen, der Liebe ist: Dieses Wort bezeichnet keine Idee des menschlichen Verstandes, sondern die Wirklichkeit des göttlichen Lebens, durch das alle Dinge aus dem Nichts er schaffen und vom Tod erlöst wurden“.
Im Anschluss an das Regina Caeli-Gebet äußerte Leo XIV. seine Besorgnis über zunehmende Gewalt in der Sahelzone, insbesondere im Tschad und in Mali, „die von den kürzlich erfolgten Terroranschlägen betroffen sind: Ich versichere den Opfern mein Gebet zu und bin in Gedanken bei all jenen, die leiden. Ich ersehne das Ende jeder Form von Gewalt und unterstütze alle Bemühungen um Frieden und Entwicklung in diesem geschätzten Land.“
Der Papst erinnerte zudem daran, dass der 10. Mai jährlich als „Tag der koptisch-katholischen Freundschaft“ begangen wird. „Ich richte einen brüderlichen Gruß an Seine Heiligkeit Papst Tawadros II. und versichere der ganzen geliebten koptischen Kirche mein Gebet, in der Hoffnung, dass unser Weg der Freundschaft uns zur vollkommenen Einheit in Christus führt, der uns „Freunde“ genannt hat“‘, so der Papst wörtlich.
In spanischer Sprache dankte der Bischof von Rom dankte den Menschen auf den Kanarischen Inseln für ihre Gastfreundschaft und dafür, „dass sie die Ankunft des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ mit den Hantavirus-Erkrankten ermöglicht haben. Ich freue mich darauf, euch nächsten Monat bei meinem Besuch auf den Inseln zu treffen“. Abschließend richtete Leo XIV. einen besonderen Gedanken an alle Mütter: „Auf die Fürsprache Mariens, der Mutter Jesu und unserer Mutter, beten wir voller Zuneigung und Dankbarkeit für jede Mutter, besonders für jene, die unter besonders schwierigen Bedingungen leben. Danke! Gott segne euch!“
(Fides 10/5/2026)