Archdiocese of Colombo
Colombo (Fides) – „Die derzeitige sri-lankische Regierung, die 2024 ihr Amt antrat, verfolgt eine positivere Haltung gegenüber dem Massaker vom Ostersonntag im April 2019 und sucht nach der Wahrheit. Allerdings versuchen einige Beamte des sogenannten ‚deep state‘, die reibungslose Durchführung der Ermittlungen zu behindern“, so der Erzbischof von Colombo, Kardinal Malcolm Ranjith, in einer Botschaft zum siebten Jahrestag des Massakers, bei dem sich sieben Selbstmordattentäter in einer Kirche und einem Hotel in die Luft sprengten und 278 Menschen töteten.
„Heute bitten wir alle Gläubigen, für Sri Lanka zu beten. Seit sieben Jahren setzen wir uns unermüdlich für den Frieden der Religionen ein und verfolgen weiterhin Transparenz und Wahrheit. Es gab Anzeichen dafür, dass hinter den Anschlägen nicht nur religiöse Fanatiker, sondern auch Politiker standen, die mit Gewalt Chaos und ethnische sowie religiöse Unruhen stiften wollten. Deshalb haben wir auf einer unabhängigen Untersuchung bestanden. Heute bekräftigen wir unsere Bitte um Unterstützung und Gebete. Unser Volk leidet und braucht Hilfe“, so der Kardinal in der Botschaft, die Fides vorliegt.
In einer Ansprache Anlass des Gedenkens, die der Kardinal heute in der St.-Antonius-Kirche in Kochchikade, in der Nähe von Colombo, hielt, schilderte er den gesamten Vorfall und die Schritte der Ermittlungen. In der vollbesetzten Kirche dankte er den buddhistischen Führern, die sich „uns im ständigen Aufruf zur Ruhe angeschlossen hatten, und so konnten wir den Ausbruch von Gewalt nach diesen Bombenanschlägen verhindern.“
Bezüglich der politischen und sozialen Kontext, die den Anschlägen zugrunde liegt, bemerkte er: „Der Rechtsstaat war zunehmend geschwächt durch politische Einmischung und ist zum Spielball von Selbstsucht, politischem Bankrott und dem Aufstieg von Lügen und Kriminalität geworden.“ „Da die meisten Opfer Katholiken waren und diese Anschläge an unserem höchsten Feiertag, dem Ostersonntag, in unseren Kirchen verübt wurden, ist die Suche nach der Wahrheit hinter diesen Anschlägen unser grundlegendes Recht, sowohl für die Familien der Opfer als auch für die Kirche. Die Suche nach allen Verantwortlichen für diese Morde und Zerstörungen ist nicht nur ein Recht der Opfer, sondern aller Bürger dieses Landes, und es ist die Pflicht der Regierung, uns auf faire und transparente Weise Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.“ „Niemand steht über dem Gesetz und darf ungestraft davonkommen, wenn er sich der Tat schuldig gemacht hat“, mahnte er.
Am 6. Oktober 2024 versprach der sri-lankische Präsident Anura Kumara Dissanayake bei einem Besuch der St.-Sebastian-Kirche in Katuwapitiya, „die Wahrheit hinter diesen Anschlägen nicht im Sande der Zeit versinken zu lassen“. Dazu sagte der Kardinal: „Wir fordern ihn dringend auf, dieses Versprechen zu halten, indem er eine umfassende, transparente und wahrheitsgemäße Untersuchung dieser Morde durchführt und die Wahrheit hinter diesem brutalen Massaker mutig ans Licht bringt.“
„Heute schöpfen wir Kraft aus unserem Glauben. Gerechtigkeit gehört dem Herrn. Das vergossene Blut ist das unschuldiger Männer, Frauen und Kinder, und es schreit zum Himmel nach Gerechtigkeit. Wir wissen, dass der Herr dieses Gebet erhören wird. Er wird uns Gerechtigkeit schenken. Bis dahin werden wir unseren Kampf fortsetzen“, so der Erzbischof von Colombo abschließend.
(PA) (Fides 21/4/2026)