Archdiocese of Colombo
Colombo (Fides) – Die sri-lankische Polizei hat den ehemaligen Geheimdienstchef, General a. D. Suresh Sallay, im Zusammenhang mit den Anschlägen vom Ostersonntag, dem 21. April 2019, festgenommen. Bei den koordinierten Angriffen auf drei Luxushotels in Colombo, zwei katholische und eine protestantische Kirche wurden damals insgesamt 279 Menschen getötet und 500 verletzt. Laut Ermittlern lautet die Anklage auf „Verschwörung und Beihilfe zu den Anschlägen“.
Pfarrer Cyril Gamini Fernando, Priester aus Colombo und Sprecher der Erzdiözese, erklärte: „Als katholische Gemeinde sehen wir keinen Grund, diese Festnahme zu kritisieren oder zu feiern, geschweige denn sie politisch zu interpretieren oder auszunutzen. Wir haben von Anfang an Gerechtigkeit gefordert und fordern sie weiterhin. Wir wollen, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wird und die Wahrheit ans Licht kommt: Das sind wir den Opfern dieser Tragödie und ihren Familien schuldig. Wir wollen nichts weiter als Gerechtigkeit“.
Pfarrer Fernando, der auch Herausgeber der singhalesischsprachigen katholischen Wochenzeitung „Gnartha Pradeepaya“ („Das Licht des Wissens“) ist, erklärt gegenüber Fides: „Nach einem langen Stillstand wurden die Ermittlungen 2024 dank des neuen Präsidenten Anura Kumara Dissanayake, der im September 2024 gewählt wurde, wieder aufgenommen. Zuvor hatten die beiden Vorgänger im Amt des Präsidenten die Ermittlungen vernachlässigt und sie faktisch vertuscht. Nun hat die Arbeit der neuen Untersuchungskommission nach rund 16 Monaten Ermittlungsarbeit zur Verhaftung des Generals geführt.“
„Der Verhaftete“, präzisiert der Priester, „steht einer Anklage gegenüber, die noch geprüft werden muss: Es handelt sich noch nicht um ein Schuldurteil.“ „Aus diesem Grund“, fährt er fort, „bitten wir die Bevölkerung um Ruhe und Geduld, damit die zuständigen Institutionen, Polizei und Justiz, ihre Arbeit transparent und ehrlich verrichten und Wahrheit und Gerechtigkeit ans Licht kommen können. Wir hoffen, dass der Rechtsstaat geachtet wird, damit wir die Verantwortlichen für die Anschläge und deren Motive aufklären und Straflosigkeit verhindern können. Der anzuwendende Grundsatz lautet: Das Gesetz ist für alle gleich. Es darf keine Unterschiede oder Privilegien geben. Dies ist der Rechtsstaat, den es in unserem Land zu schützen gilt.“
„Die katholische Kirche hat seit jeher ihre Kernwerte, nämlich den Schutz der unveräußerlichen Würde jedes Menschen. Dieser Grundsatz gilt stets und für alle: die Familien der Opfer, die Verletzten und die Angeklagten“, so Pfarrer Fernando abschließend.
(PA) (Fides 26/2/2026)