ASIEN/PAKISTAN - Anschlag auf Prozession: Katholische Gemeinde von Lahore fordert Gerechtigkeit

Mittwoch, 8 April 2026

OFM Lahore

Lahore (Fides) – In der Woche nach Ostern ist die katholische Gemeinde der Erzdiözese Lahore noch immer entsetzt über den Vorfall, der das Osterfest überschattet hat: Am 5. April 2026 wurde eine feierliche Prozession am frühen Ostersonntagmorgen in Gujranwala, einer Ortschaft in der Provinz Punjab, die zum Diözesangebiet gehört, durch einen Anschlag gestört, der örtliche katholische Gemeinde tief erschütterte. Während sich über 200 Gläubige der katholischen Gemeinde des heiligen Franz von Assisi in Klasske (die von den Minoriten betreut wird) singend und mit Kerzen und Palmzweigen in den Händen auf den Weg zum Heiligtum machten, fuhr ein Lastwagen absichtlich mit hoher Geschwindigkeit in die Menschenmenge und verletzte 60 Personen, von denen sich viele noch immer in kritischem Zustand im Krankenhaus befinden. Es handelte sich nicht um einen einfachen Verkehrsunfall, sondern um einen gezielten Angriff auf unschuldige Gläubige im heiligsten Moment des Jahres. Die Tatsache, dass der Fahrer weder angehalten noch Hilfe geleistet hat, sondern seine Fahrt fortsetzte und floh, unterstreiche die bösartige Absicht dieser Tat, betonen die örtlichen Gläubigen, die noch immer unter Schock stehen.
Pater Qaisar Feroz, OFM Cap, Sekretär der bischöflichen Kommission für soziale Kommunikation, verurteilte im Namen der gesamten katholischen Kirche in Pakistan „eine kriminelle und brutale Tat, die ein Zeichen religiöser Intoleranz und geistiger Verwirrung ist“. „Wir fordern eine umgehende polizeiliche Untersuchung“, sagte er gegenüber Fides.
Pater Lazar Aslam OFM Cap, Koordinator der Kommission für Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie, bezeichnet den Vorfall als „ein von Hass geprägtes Verbrechen, einen Akt der Christenfeindlichkeit“ und weist auf die dringende Notwendigkeit einer umfassenden medizinischen Versorgung für die betroffenen Familien hin, die die Hauptleidtragenden dieser Tragödie sind. „Das anhaltende Schweigen der Behörden und auch der Versuch, solche Vorfälle herunterzuspielen, sind ebenso schmerzhaft wie die Gewalt selbst“, betont er.
„Solange das Leben der Christen nicht mit gleicher Würde behandelt wird und die Verantwortlichen für diese Gewalttaten nicht zur Rechenschaft gezogen werden, werden Worte des Friedens nicht ausreichen, um die Wunden der Gemeinschaft zu heilen“, bemerkt er und erinnert daran, dass „ein authentischer interreligiöser Dialog nicht in einem Mangel an Wahrheit und Sicherheit existieren kann“.
Die Gläubigen von Lahore schließen sich den Minoriten der Gemeinschaft von Gujranwala an und beten für die rasche Genesung der Verletzten, während sie den betroffenen Familien vor Ort Hilfe zukommen lassen. „Möge die Gnade des auferstandenen Christus die gebrochenen Herzen trösten und den Weg zu dauerhafter Gerechtigkeit und Frieden in unserer Diözese und in ganz Pakistan weisen“, schließt der Ordensmann.
(PA) (Fides 8/4/2026)


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