ASIEN/MYANMAR - Vollversammlung der Bischöfe: Frieden und Bildung sind ausschlaggebend für die Zukunft des Landes

Mittwoch, 7 Januar 2026 ortskirchen   bischöfe   frieden  

Archdiocese of Yangon

Yangon (Fides) – Das Thema Frieden stand im Mittelpunkt der Vollversammlung der Bischofskonferenz von Myanmar, die in den vergangenen Tagen in Yangon stattfand und mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kathedrale von Yangon unter dem Vorsitz von Kardinal Charles Maung Bo mit dem Ritus der Schließung der Heiligen Pforte und des Jubiläumsjahres endete. An der heiligen Messe nahmen alle Bischöfe, Priester und Ordensleute aus Yangon, Vertreter anderer Diözesen, zahlreiche Ordensfrauen, 140 Seminaristen und Tausende von Gläubigen teil. Die Botschaft von Papst Leo XIV. zum 59. Weltfriedenstag „Der Friede sei mit euch allen: hin zu einem ‚unbewaffneten und entwaffnenden‘ Frieden“ bildete den Hintergrund für alle Beiträge, die im Laufe der vier Tage des Dialogs und der Versammlung der burmesischen Bischöfe gehalten wurden.
Die Bischöfe kamen in Yangon zusammen, obwohl sie aufgrund der unsicheren Lage und der zahlreichen Kontrollen entlang der Straße, die mit Kontrollpunkten des Militärs und bewaffneter Gruppen, die sich um das Gebiet streiten, übersät ist, mit Reiseschwierigkeiten zu kämpfen hatten, um sich Sorgen und Hoffnungen für das neue Jahr auszutauschen. Ermutigend und motivierend waren dabei auch die Worte von Papst Leo XVI. zum Frieden und insbesondere zu Myanmar während des Segens „Urbi et orbi” am 25. Dezember: „Wir bitten den Friedensfürsten, er möge Myanmar mit dem Licht einer versöhnten Zukunft erfüllen: Er gebe den jungen Menschen wieder Hoffnung, er führe das gesamte burmesische Volk auf den Weg des Friedens und stehe denen bei, die obdachlos sind und ohne Sicherheit und ohne Vertrauen in die Zukunft leben“.
Angesichts der komplexen Lage in Myanmar und der weltweiten Ereignisse sei es dringend notwendig, so die Bischöfe, die Worte des Papstes zu verstehen und in die Tat umzusetzen: „Es ist wünschenswert, dass jede Gemeinschaft auf der ganzen Welt zu einem ‚Haus des Friedens‘ wird, in dem man lernt, Feindseligkeiten durch Dialog zu entschärfen, Gerechtigkeit zu üben und Vergebung zu bewahren. Mehr denn je müssen wir zeigen, dass Frieden keine Utopie ist.“ In Myanmar, so betonten die burmesischen Bischöfe, sei die katholische Kirche ein Motor des Friedens und der Versöhnung durch Männer und Frauen, die sich täglich dafür einsetzen, nach dem Vorbild Christi zu leben, der einzigen Quelle des wahren Friedens in einem von einer tiefen Krise geprägten Kontext.
Die Bischöfe erörterten auch die Lage in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten und stellten fest, dass dieses Ereignis nicht nur eine Naturkatastrophe war, sondern auch eine Bewährungsprobe für die Widerstandsfähigkeit und die Mission der katholischen Kirche, die allen Menschen unabhängig von ihrem religiösen Glauben und ihrer ethnischen Zugehörigkeit Hilfe geleistet hat.
Die Bischöfe befassten sich auch mit dem Apostolische Schreiben von Leo XIV. „Neue Landkarten der Hoffnung entwerfen“ aus Anlass des 60. Jahrestages der Konzilserklärung "Gravissimum educationis" und dem Zusammenhang zwischen Bildung und Evangelisierung. Die Zukunft Myanmars, so stellten die Bischöfe fest, hänge von der Bildungsarbeit für die neuen Generationen ab, an der alle Akteure der Gesellschaft beteiligt sind, vor allem die Familien und die Schule. Dabei erinnerten die Bischöfe an die Bedeutung einer guten Ausbildung der Erzieher und Ausbilder. Im Kontext des Bürgerkriegs in Myanmar leidet vor allem auch der Bildungssektor, der in vielen Gebieten zum Erliegen gekommen ist, und Gruppen von Ordensleuten und katholischen Freiwilligen bieten Kindern und Jugendlichen in zahlreichen Gemeinden, die ihren Bildungsweg unterbrechen mussten, pädagogische Unterstützung an.
Die Arbeit der katholischen Gemeinden im Land geht weiter, während die Nation nach dem Staatsstreich vor fünf Jahren mit den Wahlen beschäftigt ist. Die Wahlen, die am 28. Dezember begonnen haben und in mehreren Phasen bis zum 25. Januar stattfinden sollen, finden in den von der Militärjunta kontrollierten Gebieten und ohne Beteiligung der demokratischen Parteien statt. Laut einer kürzlich von der BBC veröffentlichten Analyse wird etwa 21 % von Myanmar vom Militär kontrolliert, darunter auch die wichtigsten Städte; 42 % stehen unter der Kontrolle von Widerstandskräften und ethnischen Milizen, während der verbleibende Teil des Staatsgebiets umkämpft ist.
(PA) (Fides 7/1/2026)


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