AFRIKA/GHANA - Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl: Finanzminister aus dem Amt entlassen

Donnerstag, 15 Februar 2024 wirtschaft   bischöfe  

Accra (Fides) - Nach Senegal (vgl. Fides 12/2/2024) befindet sich nun auch Ghana (die beiden stabilsten Länder Westafrikas) in einer politischen Krise. Ghanas Präsident hat gestern, am 14. Februar, im Rahmen einer Kabinettsumbildung Finanzminister Ken Ofori-Atta ersetzt. Wie das Büro von Präsident Nana Akufo-Addo mitteilte, wird Ofori-Atta durch Mohammed Amin Adam ersetzt, der bisher als stellvertretender Energieminister für den Erdölsektor zuständig war.
Der Präsident hatte in den letzten Tagen den ehemaligen Finanzminister dafür kritisiert, dass er die schlimmste Wirtschaftskrise des Landes seit einer Generation nicht in den Griff bekommen hat. Ken Ofori-Atta ist ein ehemaliger Banker, der für einige der größten US-Investmentbanken tätig war. Ofori-Atta beaufsichtigte die Umschuldungsbemühungen Ghanas. Das Land musste im Dezember 2022 einen Großteil seiner Auslandsschulden begleichen, als die Inflation auf über 50 Prozent anstieg und die Landeswährung zusammenbrach.
In den letzten Monaten war sowohl bei Straßendemonstrationen als auch in parlamentarischen Protesten von Mitgliedern der Opposition und sogar aus den Reihen der Regierungspartei der Rücktritt von Ofori-Atta gefordert worden.
Mit seiner Entlassung hat unterdessen auch der Wahlkampf für die Präsidentschaftswahlen im Dezember dieses Jahres, bei denen Vizepräsident Mahamadu Bawumia kandidiert, praktisch begonnen. Ken Ofori-Atta scheint vor diesem Hintergrund der Sündenbock zu sein, da der Vizepräsident versucht, sich von dessen Umgang der schweren Wirtschaftskrise zu distanzieren.
Die Wahl im Dezember scheint daher entscheidend für die Zukunft Ghanas zu sein. "Lasst uns Ghana wieder zu einem wahren Stern Afrikas machen", schreiben die ghanaischen Bischöfe, wenig überraschend, in ihrer Fastenbotschaft mit Blick auf die Wahlen. Die Botschaft rät den Ghanaern, nicht auf Wahlfälschung hereinzufallen und die Verbreitung von Fake News und Hassbotschaften in den sozialen Medien zu verzichten. "Im digitalen Zeitalter“ - so die Bischöfe – „kann sozusagen jeder ein Journalist sein. Wir fordern die Menschen in Ghana auf, die sozialen Medien, das Internet, Mobiltelefone usw. auf positive Weise zu nutzen. Diese Geräte sollten nicht zur Verbreitung von Hassreden und Gewalt genutzt werden, sondern um Frieden, Wahrheit und Gerechtigkeit für ein besseres Ghana zu fördern."
(L.M.) (Fides 15/2/2024)


Teilen: