ASIEN - Auf der Suche nach dem Willen Gottes: Bischöfe “vor dem brennenden Dornbusch”

Dienstag, 25 Oktober 2022 evangelisierung   bischöfe    

Bangkok (Fides) – Angesichts einer sozialen, spirituellen und ökologischen Kluft (social, spiritual and ecological divide) wollen die asiatischen Bischöfe Brücken bauen und in diesem Geist hören einander zuhören, um voneinander zu lernen. "Um dies zu tun, muss man einen Verstand, ein Herz und einen Willen haben, die offen für Gottes Willen sind", so der Erzbischof von Bombay (Indien), Kardinal Oswald Gracias, Erzbischof von Bombay (Indien), bei der Versammlung der Föderation der Asiatischen Bischofskonferenzen (FABC), die vom 12. bis 30. Oktober in Bangkok tagt, um ihr 50-jähriges Bestehen zu feiern.
Nachdem die Bischöfe in den ersten Tagen der Versammlung Berichte und Erfahrungen über die Situation der katholischen Gemeinschaften auf dem Kontinent gehört haben, setzen sie die Diskussion in 'circuli minores' oder sogar in Zweiergesprächen fort, wobei ein wertvoller Austausch von Eindrücken und Überlegungen stattfindet.
Zu den Höhepunkten der Versammlung gehörte auch die Feier des Weltmissionstages am Sonntag, den 23. Oktober, bei der Kardinal Gracias daran erinnerte, dass "Mission das Wesen der Kirche ist". Gleichsam forderte er die Versammlungsteilnehmer auf "gottzentriert und nicht egozentrisch zu sein: Unsere Mission ist kein Zahlenspiel, sondern Christus in der Welt präsent zu machen, indem wir zuhören und uns vom Heiligen Geist leiten lassen", sagte er.
Aus dieser Perspektive und "auf der Such nach dem Willen Gottes", so Kardinal Gracias in einem Gespräch mit Medienvertretern, "werden die Kirchen Asiens ihren spezifischen Beitrag zur Weltkirche leisten können". "Die katholischen Gemeinschaften in Asien", fuhr er fort, "sind jung, aber sie machen Erfahrungen, die auch für die Kirchen in Europa oder auf anderen Kontinenten eine Hilfe sein können, insbesondere auf dem Weg des interreligiösen Dialogs, der in Asien, einem großen und pluralen Kontinent, zum Alltag gehört, oder auch bei der Suche nach Frieden und Versöhnung".
Die Völker Asiens hätten starke kulturelle und spirituelle Bezüge wie "den Wert der Familie, den Respekt vor den Eltern und den älteren Menschen, die Heiligkeit jedes Lebewesens und den Bezug zur Transzendenz, zum Gefühl der Gegenwart Gottes in diesem Leben", fügte der Präsident der FABC und Erzbischof von Yangon, Kardinal Charles Maung Bo (Myanmar) hinzu und ging auf die Mission der asiatischen Kirchen ein. "Die Bischöfe Asiens stehen heute angesichts der neuen Realitäten des Kontinents wie Moses vor dem brennenden Dornbusch vor Gott. Und der Herr antwortet heute wie bei Moses: ‚Ich bin bei euch‘“, so der Kardinal, „Obwohl wir nur eine kleine Herde sind, 2 % der asiatischen Bevölkerung, wird das Gesicht Jesu durch unsere kleinen Gemeinschaften in Asien weiterhin präsent sein, denn Gott offenbart sich den Kleinen und Einfachen“.
Die FABC betonte Kardinal Gracias abschließend habe auch Vertreter der Bischöfe des chinesischen Festlandes eingeladen, die nicht teilnehmen konnten. „Die Bischöfe Asiens", bekräftigte er, "spüren ihre Abwesenheit und bleiben in geistiger Gemeinschaft mit ihnen“.
(PA) (Fides 25/10/2022)


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