AMERIKA/VENEZUELA - Zum Ende der Vollversammlung: Bischöfe äußern sich zur „Lage des Landes“

Mittwoch, 13 Januar 2021   soziale lage   politik   gebet   bischofskonferenzen  

Caracas (Fides) - Die Venezolanische Bischofskonferenz veröffentlicht zum Abschluss ihre Vollversammlung (vgl. Fides 7 und 11/01/2021) eine Botschaft zur „Lage des Landes“.
"Die Welt erlebt Momente der Turbulenzen, Verwirrung und der Ungewissheit aufgrund des gegenwärtigen Gesundheitsnotfalls. In diesen Zeiten spielen Klugheit, neue Ideen und gegenseitige Fürsorge eine entscheidende Rolle in der Gesellschaft", so die Bischöfe in dem auf den 11. Januar datierten Dokument. "Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, dass die menschliche Intelligenz und Kreativität trotz der fortschrittlichen Entwicklung an Grenuzen stößt. Wir haben jedoch große Anstrengungen unternommen, um Solidarität, Hilfsbereitschaft und gegenseitige Fürsorge durch Professionalität und Zeugnis der christlichen Nächstenliebe zur fördern". Ein klares Beispiel dafür seien die vielen Ärzten, Krankenschwestern, Mitarbeitern im Gesuindheitswesen und Freiwilligen, die ein hohes Maß an Heldenhaftigkeit bei der Unterstützung der Schwächsten und der von der Pandemie Infizierten gezeigt haben.
Sodann erinneren die Bischöfe an das Kapitel 6 der Verfassung, das den Menschenrechten gewidmet ist und klagen: "Diese Menschenrechte wurden von ihren eigenen Autoren missachtet":” Es ist bekannt, wie sich die Lebensqualität, Bildung, Gesundheit und Grundversorgung verschlechtert haben”, so die Bischöfe, „Wir leiden unter Inflation und Abwertung, die die gesamte Bevölkerung verarmt haben und extreme Situation verursachen, in der Menschen keine andere Wahl haben, als sich der Herausforderung und dem Risiko zu stellen, sich mit dem Unbekannten zu konfrontieren".
"Die Einsetzung einer neuen Nationalversammlung ohne demokratische Grundlage geprägt von Revanchismus, Disqualifikation der Opposition, Einschüchterung und Androhungen von Verfolgung trägt nicht dazu bei, die Probleme der Menschen zu lösen oder Vertrauen im Hinblick auf die mögliche Wiederherstellung des Landes zu schaffen", so die Bischöfe zur politischen Lage.
"Das Land braucht einen radikalen Wechsel in der politischen Führung”, so die Bischöfe. Sie fordern in diesem Zusammenhang auch, dass die Handlungsfreiheit für soziale Programme von Nichtregierungsorganisationen, damit diese helfen können, Lösungen für die verschiedenen Probleme zu finden, mit denen Gemeinschaften sich konfrontiert sehen.
Mit Blick auf die bevorstehende Seligsprechung von José Gregorio Hernández betonten die Bischöfe: "Venezuela muss zu den vom Evangelium inspirierten Prinzipien zurückkehren". Schließlich kündigt die Venezolanische Bischofskonferenz einen landesweiten Gebetstag für den 2. Februar an. Wir beten dafür, „dass wir unsere Konflikte friedlich lösen können, in einer Gesellschaft, in der wir uns gegenseitig als Brüder und Schwestern anerkennen" und das Land im Glauben und in der Hoffnung gestärkt werden möge.
(SL) (Fides 13/01/2021)


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