VATIKAN - Studientagung zur Figur von Kardinal Newman: “Augustinus der Neuzeit“

Dienstag, 15 Oktober 2019 heilige   filoni  

Vatikanstadt (Fides) - "Am Vorabend der Heiligsprechung von Kardinal John Henry Newman werden wir uns an diesem dem Studium der Seligen gewidmeten Tag nicht nur mit der vielfältige, außergewöhnliche, menschliche, theologische und priesterliche Persönlichkeit dieses berühmten Sohnes Großbritanniens befassen, sondern uns auch auf seine feierliche Heiligsprechung vorbereiten", so Kardinal Fernando Filoni, Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, in seinem Grußwort zur Veranstaltung "Cardinal Newman: A celebration", die von der Kongregation in Zusammenarbeit mit der Botschaft Großbritanniens beim Heiligen Stuhl am Samstag, den 12. Oktober in der „Casina Pio IV.“ im Vatikan veranstaltet wurde.
In seiner Einführung in die Arbeiten des Studientages, der sich insbesondere mit drei Aspekte der komplexen Persönlichkeit von Newman als "Theologe, Erzieher und Priester“ befasste, betonte Kardinal Filoni, auch dessen „herausragende Eigenschaften als Mann der Kirche" "und erinnerte daran, dass Newman "auch ein Gast des ‚Pontificio Collegio Urbano‘ war, wo er die katholische Kirchenlehre studierte und seinen Gebetssinn verfeinerte".
"Es wurde von ihm gesagt, dass er ein ‚abwesender‘ Vater des Zweiten Vatikanischen Konzils war“, so Kardinal Filoni „wohingegen Papst Paul VI. die Ansicht vertrat, dass er unsichtbar im Zentrum des Zweiten Vatikanischen Konzils stand (J. Guitton). Tatsächlich war er mit seiner Lehre präsent, wie sich auch in einigen Konzilsdokumente zeigt (ich erinnere dabei insbesondere an die Erklärung Dignitatis humanae, in der der Rolle des Gewissens und die Suche nach der Wahrheit bekräftigt wird). Heute erkennt die katholische Kirche nicht nur den Wert seines ekklesiologischen Denkens an, sondern auch die Bedeutung der Heiligkeit seines Lebens. Ich würde ihn patristisch gesehen, gerne als Augustinus der Neuzeit bezeichnen".
„Heute danken wir dem Herrn für die neuen Heiligen“, so Papst Franziskus am 13. Oktober bei der Heiligsprechung, „die den Weg des Glaubens gegangen sind und die wir nun als Fürsprecher anrufen“. „Es ist die Heiligkeit des Alltags“, so der Papst weiter, „von der der heilige Kardinal Newman spricht: »Der Christ besitzt einen tiefen, stillen, verborgenen Frieden, den die Welt nicht sieht […] Der Christ ist heiter, zugänglich, freundlich, sanft, zuvorkommend, lauter, anspruchslos; er kennt keine Verstellung, […] er ist […] dabei aber so wenig ungewöhnlich oder auffallend in seinem Benehmen, dass er auf den ersten Blick leicht als ein gewöhnlicher Mensch angesehen werden mag« (Parochial and Plain Sermons, V,5)“. „Bitten wir darum, so zu sein, „liebes Licht“ inmitten der Finsternisse der Welt. Jesus, »bleibe bei mir! Dann werde ich selber auch leuchten, wie du geleuchtet hast, werde andern ein Licht sein« (Meditations on Christian Doctrine, VII,3).“
(SL) (Fides 15/10/2019)


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