AMERIKA/BOLIVIEN - Erzbischof Dal Toso beim CAM 5: “Die Verkündigung des Todes und der Auferstehung Christ ist der Kern der Mission”

Donnerstag, 12 Juli 2018 missionarische Öffentlichkeitsarbeit   päpstliche missionswerke   ortskirchen    

Santa Cruz de la Sierra (Fides) – „Ich bin sehr dankbar, dass ich heute hier bei Ihnen sein kann und mit Ihnen und diesen amerikanischen Missionskongress eröffnen darf. Das Echo des Kongressthemas ‚Amerika in Mission: das Evangelium ist Freude’ soll in unseren Herzen und in unserem Geist widerhallen“, so Erzbischof Giovanni Pietro Dal Toso, stellvertretender Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker und Präsident der Päpstlichen Missionswerke, in seiner Ansprache bei der Eröffnungszeremonie des Fünften Amerikanischen Missionskongresses (CAM 5).
Der Erzbischof erinnerte daran, dass "Kongress" auf Lateinisch "gemeinsam gehen" bedeutet und betonte: "Wir haben unseren Weg von verschiedenen Orten aus angetreten. Aber wir sind alle gemeinsam zusammengekommen, jenseits unserer nationalen und kulturellen Zugehörigkeit, weil uns etwas zutiefst verbindet: der Glaube, der durch die Mission verkündet und verbreitet wird. Die Mission vereint uns, damit sich viele andere Menschen uns anschließen und wir gemeinsam ein großes Loblied auf die Herrlichkeit Gottes anstimmen. Die Päpstlichen Missionswerke freuen sich, dieses große Treffen unterstützen zu dürfen, damit die missionarische Begeisterung auf dem amerikanischen Kontinent lebendig bleibt“.
In diesem Zusammenhang erinnerte der Erzbischof an den Dienst der Päpstlichen Missionswerke und ihre Zusammenarbeit mit den Ortskirchen und strukturierte seine Ansprache um drei grundlegende Themen: "Warum Mission?", "Inhalte der Mission", "Perspektiven der Mission“. "Die Sendung der Kirche ergibt sich aus dem Leben Gottes“, so Erzbischof Dal Toso, „Der Vater, der Schöpfer, der seinen Sohn gesandt hat, ruft uns heute dazu auf, dass wir als seine Mitarbeiter den Heilsauftrag fortsetzen. Die missionarische Dynamik Gottes sprudelt unaufhörlich aus der Quelle der unerschöpflichen Liebe des Herzens des Vaters und äußert sich in der Sendung des Sohnes und des Heiligen Geistes und sie erreicht auch uns, damit wir uns in ihren Dienst stellen können".
Gott komme in der Person des Sohnes, Jesus Christus, auf uns zu, der Mensch geworden ist, um die Menschen von der Macht der Finsternis zu befreien und sie mit dem Vater zu versöhnen. "Die erneuerte Begegnung mit dem lebendigen Jesus Christus, unserem Erlöser, verwandelt uns und macht uns zu konsequenten Zeugen der Liebe, die uns erlöst. Die erste Haltung, die ich Ihnen am Anfang dieses Kongresses empfehlen möchte“, so Erzbischof Dal Toso weiter, „ist diejenige, zu der Papst Franziskus uns einlädt: wir sollen auf Jesus, den Missionar des Vaters blicken und zwar ‚mit offenem Herzen’ und ‚uns von Ihm betrachten lassen’. So wollen wir, die wir aus allen Teilen dieses Kontinents und der Welt zusammenkommen, unsere Herzen erheben um das Antlitz des Gekreuzigten und Auferstandenen zu betrachten".
Ein zweiter Ansatz, den der Präsidenten der Päpstlichen Missionswerke empfiehlt, ist Offenheit und Fügsamkeit gegenüber dem Heiligen Geist, der, wie der heilige Paulus sagt, „gegen unsere Schwächen hilft“: „Begeisterung, Kreativität, Treue zur Mission bleiben nur lebendig, wenn wir uns immer wieder aufs Neue dem Heiligen Geist anvertrauen". Sodann betonte Erzbischof Dal Toso mit Nachdruck, dass die Verkündigung des Todes und der Auferstehung Christi „das Herz der Mission ist: es ist das Kerygma“, wie Papst Franziskus in ‚Evangelii Gaudium’ schreibt und fuhr fort: „Die Sendung der Apostel begann mit dieser einfachen Verkündigung, und so ist sie bis zu uns gelangt. Heute können wir nicht von Mission sprechen, ohne uns auf diesen Kern unseres Glaubens zu beziehen. Es ist eine Verkündigung, die vor allem unsere Herzen zum Schwingen bringen will, so dass wir in der Lage sind, die Herzen derer, zum Schwingen zu bringen, die uns zuhören, denen wir begegnen ... und so müssen wir auch bei diesem Kongress nichts Neues erfinden, denn wir können nichts anderes tun, als zu dieser ursprünglichen Erfahrung der Kirche zurückzukehren, die seit Jahrhunderten diese Verkündigung als ihre Daseinsberechtigung betrachtet. Was wir uns selbst fragen können und sollten, ist: Wie können wir diese Verkündigung bei uns in der heutigen Zeit wieder zum Schwingen bringen? Und wie können wir sie sowohl bei denen die glauben, als auch bei denen, die außerhalb unserer Herde auf ein Wort der Erlösung warten, neu ertönen lassen?"
Der Präsident der Päpstlichen Missionswerke bestätigte auch die Gültigkeit des klassischen Konzepts der Mission Ad gentes, das vielmehr eine noch größer Gültigkeit erhalte, "denn selbst in Gebieten wie Europa oder Amerika, die eine lange Evangelisierungsgeschichte haben, gibt es immer mehr Menschen, die nicht glauben, gleichgültig sind oder den Glauben ignorieren".
Darüberhinaus habe die Verkündigung Jesu Christi noch nicht alle Menschen erreicht, und es gebe große Regionen der Erde, wie zum Beispiel das Amazonasgebiet, wo die Implantatio Ecclesiae noch in den Kinderschuhen stecke. Christ zu werden sei jedoch kein Akt, der ein für allemal abgeschlossen ist, sondern, es sei, wie der Papst betone, ein Weg der Reifung, den wir unser ganzes Leben lang beschreiten. "Wir alle müssen unser Wissen um Christus erweitern, und wenn dieser Wachstumsprozess aufhört, bedeutet das, dass es kein Leben mehr gibt. Das christliche Leben ist eine kontinuierliche Vertiefung des Glaubens, der seinen Anfang im Kerygma hat. Als missionarische Jünger sind wir dazu berufen, dieses Kerygma persönlich aufzunehmen und es zum Mittelpunkt unserer Verkündigung zu machen". Nach einigen Überlegungen bezüglich „des Glaubens als theologische Tugend und des Glaubens als Inhalt der Dinge, an die wir glauben", betonte der Erzbischof: "Der Inhalt der Mission ist die Verkündigung des Todes und der Auferstehung Christi, eine für alle bestimmte Verkündigung, die den Glaube als eine Tugend weckt und sich als Wissen um die Inhalte des Glaubens entwickelt, die von dieser Verkündigung ausgehen".
Im dritten Teil seiner Ansprache erläuterte Erzbischof Dal Toso dann die Perspektiven der Reflexion und Arbeit mit dem Ziel einer durch und durch missionarischen Kirche und inspiriert sich dabei an den Gedanken von Papst Franziskus: er betont die Notwendigkeit des persönlichen und gemeinschaftlichen Gebets für die Mission und der Vertiefung des Glaubens, da es ohne Glauben keine Mission gibt; die Wichtigkeit des persönlichen und gemeinschaftlichen Zeugnisses, das die Liebe Gottes zu den Menschen in unserem Leben widerspiegelt; das Bewusstsein davon, dass wir Missionare der Kirche und in der Kirche sind; die Bedeutung der Katechese auf allen Ebenen und in allen Lebensbereichen; die Wertschätzung der missionarischen Erfahrungen der neuen kirchlichen Bewegungen und Gemeinschaften; und die Schaffung von Räumen für die Vorbereitung und Feier des Außerordentlichen Monats der Weltmission Oktober 2019, damit die Kirchen ihre missionarische Begeisterung erneuern.
(SL) (Fides 12/7/2017)


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