AFRIKA/ZENTRAFRIKANISCHE REPUBLIK - Unbekannte verüben Anschlag auf Konzert zur Verständigung zwischen Muslimen und Christen

Montag, 13 November 2017 gewalt   terrorismus   dialog  

Bangui (Fides) – Bei einem Sprengstoffanschlag auf eine Bar starben am Abend des 11. November in der zentralafrikanischen Hauptstadt insgesamt vier Menschen. Rund zwei Duzend wurden verletzt. Unbekannte warfen eine Bombe in das Lokal “Au carrefour de la paix”, in dem vorwiegend von Muslimen bewohnten Stadtviertel PK5, während dort ein von Christen und Muslimen besuchtes Live-Konzert des bekannten zentralafrikanischen Sängers Ozaguins stattfand. Mit dem Konzert wollten christliche und muslimische Jugendliche zur Verständigung zwischen den beiden Religionsgemeinschaften beitragen. Nach dem Attentat starben bei gewaltsamen Ausschreitungen weiter drei Menschen.
“Es ist noch unklar, wer für den Anschlag verantwortlich ist“, so Beobachter aus Kreisen der Ortkirche, “Wenn sie die Gemüter erneut erhitzen wollten, dann ist dies gelungen, denn bei den Ausschreitungen kam es zu blinder Wut gegen unschuldige Menschen. Die Lage bleibt angespannt und das Stadtviertel PK5 ist wieder leer, wie zu Zeiten des Bürgerkriegs und diejenigen die hier geblieben sind, haben vor den eigenen Häusern und Geschäften Schutzbarrieren aufgestellt”. Bei den Ausschreitungen kamen auch Christen ums leben, die im Stadtviertel Waren für ihre Geschäfte kaufen wollten.
Unterdessen verurteilt der Premierminister Simpli-Mathieu Sarandji, den Anschlag als „kriminelle Tat“, von der sowohl muslimische als auch christliche Familien betroffen sind.
(L.M.) (Fides 13/11/2017)


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