AFRIKA/SÜDAFRIKA - Tote bei Bergwerkskrise: 270 Minenarbeiter angeklagt; es „könnte zu neuen Protesten kommen“

Freitag, 31 August 2012

Johannesburg (Fidesdienst) – „Es ist sehr eigenartig, dass im Zusammenhang mit dem Tod von 34 Menschen bei den Unruhen vom 16. August Bergwerksarbeiter und nicht Polizeibeamte angeklagt werden, die tatsächlich auf die Demonstranten geschossen haben“, so Bischof Kevin Dowling von Rustenburg in einem Kommentar zur Anklage gegen 270 Bergleute, deren Kollegen am 16. August in einem Bergwerk in Marikana ermordet wurden. Die Anklage wurde gegen die insgesamt 270 Bergwerksarbeiter erhoben, die sich derzeit noch in Haft befinden, darunter auch solche, die keine Waffen trugen und an den Ausschreitungen mit der Polizei nur am Rande teilnahmen. Bei früheren Unruhen waren bereits 10 Menschen gestorben, darunter zwei Polizeibeamte.
„Die Ermittlungen zum Vorgehen der Polizei sind noch nicht abgeschlossen, weshalb noch nicht feststeht, ob es auch zu einer Anklage gegen Polizeibeamte kommen wird“, so der Bischof. Unterdessen wurden die Verhandlungen zwischen den Bergwerksbetreibern, den Gewerkschaften und den Mittlern abgebrochen, die eine Lösung der Krise herbeiführen sollten. Die Gespräche sollen am 3. September wieder aufgenommen werden. „Wir geben die Hoffnung nicht auf, doch die Gespräche kommen nur sehr langsam voran. Die Anklage gegen die Bergleute könnte zu neuen Protesten führen. Die Situation ist weiterhin unsicher“, so Bischof Dowling. (LM) (Fidesdienst, 31/08/2012)


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