Kardinal Tagle an die Kirchen Asiens: “Damit wir gemeinsam synodal gehen, müssen wir von den ersten Schritten eines Kides lernen“

Mittwoch, 22 Juli 2026 ortskirchen   mission   dialog   synodalität   kardinal tagle  

Jakarta (Fides) – Intervenendo alla XII Assemblea Plenaria della Federazione delle Conferenze Episcopali dell'Asia (FABC), in corso presso l'Hotel Mulia di Giacarta, in Indonesia, il Cardinale Luis Antonio Tagle, Pro-Prefetto del Dicastero per l'Evangelizzazione, ha tenuto la meditazione di apertura della giornata di ritiro del 22 luglio, incentrata sulla conversione sinodale e sulla costruzione di ponti in tutta l'Asia.
Rivolgendosi ai vescovi, al clero, ai religiosi e ai delegati laici giunti da tutto il continente, il cardinale ha esortato i partecipanti a guardare oltre i semplici piani strutturali o le strategie pastorali, fondando la missione della Chiesa su un profondo incontro con Gesù Cristo e su una concreta esperienza di solidarietà umana.
Jakarta (Fides) – Kardinal Luis Antonio Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung, eröffnete am 22. Juli die Exerzitien für die Teilnehmer der XII. Vollversammlung der Föderation Asiatischer Bischofskonferenzen (FABC), die derzeit im „Mulia“ Hotel in Jakarta, Indonesien, stattfindet. Im Mittelpunkt seiner Betrachtungen standen die synodale Umkehr und der Brückenbau in Asien.
In seiner Ansprache an die Bischöfe, Geistlichen, Ordensleute und Laien aus ganz Asien appellierte der Kardinal an die Teilnehmenden über bloße Strukturpläne und pastorale Strategien hinauszublicken und die Sendung der Kirche auf eine tiefe Begegnung mit Jesus Christus und die konkrete Erfahrung menschlicher Solidarität zu gründen.

Gemeinsames Gehen: Von den ersten Schritten eines Kindes lernen

Wie „Radio Veritas Asia“ berichtet, lud Kardinal Tagle die Versammlung dazu ein, das Grundkonzept der Synodalität neu zu überdenken. „Wir sagen, Synodalität bedeute gemeinsames Gehen“, sagte Kardinal Tagle, „aber haben wir das Konzept des Gehens wirklich verstanden?“. In Anlehnung an die kindliche Entwicklung merkte der Kardinal an, dass Gehen „Geschicklichkeit, Gleichgewicht, Koordination und die Kraft zum Stehen“ erfordere. Diese praktischen Lehren auf das Leben der Kirche übertragend, fragte Kardinal Tagle, welche spirituelle „Kraft“, welches gegenseitige Gleichgewicht und welches Vertrauen die asiatische Kirche brauche, um eine Kultur des Zuhörens und der Unterscheidung zu fördern. Er warnte davor, den Erfolg der Synode allein an „institutioneller Effizienz oder Geschwindigkeit“ zu messen, und betonte stattdessen die Notwendigkeit einer „mitfühlenden Begleitung“.

Kardinal Tagle erinnerte in diesem Zusammenhang an eine persönliche Geschichte über seine Eltern, beide 96 Jahre alt – sein Vater geistig rege, aber nicht mehr gehfähig, seine Mutter noch mobil, aber mit Gehhilfe – und fragte: „Wie begleitet man jemanden, der nicht gehen kann?“ „Man bleibt bei ihm“, antwortete er. „Man berührt seine Hand. Man flüstert ihm ins Ohr, und er ist beruhigt, dass er nicht allein ist.“ Anschließend warnte er vor modernen Formen des Individualismus – wie der ständigen Beschäftigung mit Handybildschirmen – und rief die Kirche dazu auf, diejenigen, die leiden oder zurückgelassen wurden, aufmerksam zu begleiten.

Christus, der wahre Brückenbauer

Anschließend sprach der Kardinal über das Thema der Synode: „Synodale Bekehrung und die Sendung, Brückenbauer in Asien zu sein“. Unter Bezugnahme auf die Stelle aus Johannes 1,43–51 und das biblische Bild der Leiter des Jakob erklärte er, wie „Radio Veritas Asia“ berichtete: „Die Leiter symbolisiert Jesus als die Brücke, die Gott und die Menschheit – und ich würde sagen, die Schöpfung – zusammenhält“, so Kardinal Tagle. „Das Wort, durch das die Schöpfung ins Dasein gerufen wurde, ist in die Schöpfung selbst eingetreten.“ „Jesus ist Gottes Weg, uns zu zeigen, wer Gott wirklich ist“, fuhr er fort. „Und er ist auch der menschliche Weg, uns zu zeigen, wie wir ganz Mensch sein können. Mit Gott zu sein bedeutet nicht, fern von der Menschheit und der Schöpfung zu sein.“
Der Kardinal warnte die Kirchenvertreter davor, sich in einer Sprache auszudrücken, die Predigt als bloße „Herablassen“ auf das Niveau der Gläubigen auslegt, und bekräftigte, dass „Jesu Kommen in die Welt kein Akt der Herablassung, sondern der Liebe zu den Seinen war“. Er forderte die Versammlung auf, alle pastoralen Entscheidungen in der Person Christi zu verankern, bevor sie strukturelle Initiativen ergreifen, und „mit biblischen Bildern statt mit abstrakten Konzepten“ zu beten.
Ausgehend vom päpstlichen Auftrag: „Erbauer der Gemeinschaft“

Kardinal Tagles Betonung des authentischen Brückenbaus findet bezieht sich auf den Auftrag, den Papst Leo XIV. in seinem offiziellen Ernennungsschreiben an den emeritierten Erzbischof von Bombay, Kardinal Oswald Gracias, zum außerordentlichen päpstlichen Gesandten (Missus Extraordinarius) für die XII. Plenarversammlung der FABC, formuliert hat. In seinem Brief vom 24. Juni 2026 rief Papst Leo XIV. die Hirten Asiens dazu auf, wahre „Erbauer der Gemeinschaft“ zu sein und nicht weltliche Architekten, die Bauwerke errichten, die zum Einsturz verurteilt sind:
«Ad hoc cupienda est nobis haec benedictio et a Deo imploranda, ut structores communionis fiamus et non architecti huius saeculi Babylonis; servi Regni futuri, non aedificatores turrium in ruina destinatarum. Corde ergo pastorali ac paterno omnes exhortari cupimus, ut opus exstruendae alterius Babylonis sistatur et vires uniantur ad verum bonum aedificandum...»
(Aus diesem Grund müssen wir uns diesen Segen Gottes wünschen und ihn inständig erflehen: Baumeister der Gemeinschaft zu werden und keine Architekten von Babel in dieser Welt; Diener des kommenden Reiches, keine Herren von Türmen, die einzustürzen bestimmt sind. Mit dem Herzen eines Hirten und eines Vaters bitte ich alle, den Bau eines weiteren Turms zu Babel zu stoppen und sich stattdessen zusammenzuschließen, um im Guten aufzubauen) – Papst Leo XIV., Brief an Kardinal Oswald Gracias, 24. Juni 2026 unter Bezugnahme auf die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ (Nr. 16).
Indem Kardinal Tagle Christus als alleiniges Fundament aller authentischen Versöhnung darstellt, bekräftigt er mit seinem Beitrag den Auftrag des Heiligen Vaters an die asiatische Kirche: die selbstbezogenen „Türme zu Babel“ menschlicher Spaltungen zurückzuweisen und ein gemeinsames Haus zu errichten, das auf Nächstenliebe, Wahrheit, Gerechtigkeit und Frieden gründet.
(MLK) (Fides 22/7/2026)


Teilen: