Abuja (Fides) – In den vergangenen drei Monaten wurden bei mehreren Angriffen auf Pfarrgemeinden in Kurmin Dangana im Bundesstaat Kaduna im Norden Nigerias mindestens neun Menschen getötet und 25 weitere entführt. Dies teilte Pfarrer Christian Okewu Emmanuel, Kanzler des Erzbistums Kaduna, in einem Schreiben an das katholische Generalsekretariat in Abuja mit.
„Ich schreibe Ihnen, um Sie über die anhaltenden Terroranschläge auf einige Gemeinden und Pfarrstationen im Zuständigkeitsbereich der Pfarrei St. Peter und Paul im Distrikt Kurmin Dangana im Verwaltungsbezirk Kagarko des Bundesstaates Kaduna zu informieren“, heißt es in dem Schreiben. „Der letzte Angriff ereignete sich am Donnerstag, dem 21. Mai, auf die Pfarrstation Kurmin Bongo. Die Terroristen schlugen zwischen 22:00 und 1:00 Uhr während eines schweren Gewitters zu“. „Trotz der Bemühungen der Bürgerwehr“, fährt Pfarrer Emmanuel fort, „wurden fünf Menschen getötet und zehn weitere entführt, von denen zwei dank des Eingreifens der Wachpersonals befreit werden konnten.“
Der Kanzler des Erzbistums Kaduna berichtet von zwei vorangegangenen Angriffen auf die Bahnhöfe Kasaru-B am 2. März und Sabon Gari am 1. Mai. „Bei dem Angriff in Kasaru-B wurde eine Person erschossen, eine weitere erlitt mehrere Schussverletzungen, und acht weitere wurden entführt. Obwohl sie später wieder freikamen, wurden zwei von ihnen im Versteck der Terroristen getötet.“ „Der Angriff in Sabon Gari ereignete sich nur zwei Wochen nach der Freilassung der Opfer von Kasaru-B: Zwei Personen wurden angeschossen, zehn weitere entführt. Eine von ihnen wurde noch im Lager der Terroristen getötet.“ Die wiederholten Angriffe haben zur Vertreibung der Bewohner der betroffenen Gemeinden geführt.
Das Erzbistum fordert deshalb die Regierung auf, ihre Bemühungen zum Schutz von Leben und Eigentum in den belagerten Gebieten zu verstärken.
Die gravierende Sicherheitslage betrifft mehrere Bundesstaaten Nigerias und verschiedene Bevölkerungsgruppen, nicht nur Christen. Selbst ein Verband von Fulani-Hirten, der mutmaßlich zu den Angreifern auf Siedlungen gehört, hat die ernste Unsicherheit im Bundesstaat Kogi verurteilt. Die „Miyetti Allah Cattle Breeders Association of Nigeria“ (MACBAN), eine informelle Interessenvertretung der Fulani-Hirten, hat die Tötung von acht ihrer Mitglieder im Verwaltungsbezirk Ankpa im Bundesstaat Kogi verurteilt.
Aufgrund zunehmender Sicherheitsbedrohungen hat ein Mitarbeiter von Präsident Bola Tinubu die Bewohner der Bundesstaaten Kwara und Kogi dringend gebeten, religiöse Feiern in Berg- und Waldgebieten vorübergehend auszusetzen.
Unterdessen befinden sich die 37 Gläubigen, die am Ostersonntag, dem 5. April, in der Gemeinde Ariko im Verwaltungsbezirk Kachia entführt wurden, weiterhin in der Gewalt ihrer Entführer (vgl. Fides 8/4/2026). Für ihre Freilassung fordern die Entführer eine Milliarde Naira (etwa 628.000 Euro) und 35 Motorräder und drohen, die Geiseln zu töten, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden.
(L.M.) (Fides 26/5/2026)