AFRIKA/NIGERIA - Plenarkonzil der Gesellschaft der Afrikamissionen: Inklusion und Zugehörigkeitsgefühl für eine erneuerte Mission

Freitag, 22 Mai 2026

SMA

Lagos (Fides) – „Wir müssen uns verpflichten, alle einzubeziehen“, betont Pater François du Penhoat, Generaloberer der Gesellschaft der Afrikamissionen (SMA), anlässlich der Eröffnung des Plenarkonzils 2026, das seit Montag, dem 18. Mai, im Domus Fidei der Schwestern vom Eucharistischen Herzen Jesu (EHJ) in Ikeja, Lagos, stattfindet.
In seiner Predigt rief der Generalobere die Teilnehmenden, darunter Ordensschwestern und die mit der Gesellschaft der Afrikamissionen verbundenen Laien dazu auf, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu fördern und warnte vor der Bildung exklusiver Kreise, die andere ausschließen könnten.
Im Mittelpunkt des Treffens standen unter anderem folgende Aspekte: Mission findet dort statt, wo das Leben verwundet ist; missionarischer Eifer erstickt, wo der Kontext nicht mehr bekannt ist; die Zeit des Missionars, der glaubt, alles zu wissen, ist vorbei; man solle sich von der Logik des Besitzes lösen und sich der Logik des Gebens zuwenden; Finanzen seien ein Mittel zum Zweck, niemals die treibende Kraft. Dies beschreibt das Profil eines bescheidenen, zeitgenössischen Missionars, der in der Realität verwurzelt ist, sensibel für die Wunden der Welt ist und frei von jeglicher Form der Anhaftung, sei es an Geld oder Prestige.
Unter den besonders relevanten Themen der ersten Tage gehörte auch die Identität als Grundlage einer erneuerten Mission. „Wir müssen unser missionarisches Engagement vertiefen, ausgehend von unserer Identität und unserem Charisma, um in unserer Welt eine wahrhaft prophetische Präsenz zu sein“, sagte Pater du Penhoat zu den Teilnehmenden, die ihrerseits die Realitäten ihrer jeweiligen Regionen schilderten.
„Wer sind wir? Identität ist nicht nur ein Ausgangspunkt unter vielen, sondern das Fundament. Der Erfolg einer Organisation wie der SMA beruht auf der Übereinstimmung zwischen ihrem Wesen, ihren Aussagen und ihrem Handeln. Ohne diese Übereinstimmung läuft die Mission Gefahr, auf bloßen Aktivismus reduziert zu werden – vielleicht wirksam, aber leer“, bekräftigte der Generalobere. Die Frage der Identität sei nicht abstrakt. Sie werde täglich gelebt, in den Gemeinden, in der Feldarbeit. „Unsere Identität besteht darin, in den Gebieten der Erstevangelisierung präsent zu sein, den Bedürftigen nahe, in Konfliktzonen, an ihrer Seite“, bekräftigte Pater Valère Mupidi, Oberer der Ordensprovinz der Demokratischen Republik Kongo (DRK), wo die Mission oft im Herzen menschlicher Zerbrechlichkeit gelebt wird.
Der Reichtum und die Vielfalt der Gemeinschaften der Gesellschaft der Afrikamissionen traten besonders deutlich hervor: Jedes Mitglied bringt seine eigenen, einzigartigen Eigenschaften, Ressourcen und Schwächen mit. „Jeder hat etwas Spezifisches beizutragen“, wurde betont. Dieser Pluralismus sei kein Hindernis für die Einheit, sondern vielmehr ihr Wesen. Pater Didier Lawson, Generalrat, brachte es treffend auf den Punkt: „Wir müssen mit beiden Lungen atmen: der Gemeinschaftslunge und der persönlichen Lunge.“ Dieses eindrucksvolle Bild veranschaulicht gleichermaßen die gegenseitiger Abhängigkeit und das Bedürfnis nach einem erfüllten inneren Leben. Missionar zu sein bedeutet heute eine ständige Umkehr.
Mitglied der Gesellschaft der Afrikamissionen zu sein bedeutet heute auch, sich als Erbe einer langen Tradition zu begreifen. „Wir sind die Instanz, die uns gesamte Gesellschaft leitet“, wurde erklärt, im Bewusstsein, dass diese Verantwortung nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft umfasst. Pater du Penhoat erinnerte in diesem Zusammenhang an die Pioniere, die in die Fußstapfen des Gründers Melchior de Marion Brésillac getreten waren, und lobte ihre Beharrlichkeit und ihren Geist der gemeinsamen Verpflichtung.
Er dankte auch jenen, die seit den 1950er Jahren und dem Zweiten Vatikanischen Konzil die theologische Transformation der Mission bewirkt haben, und lobte schließlich alle, die der Gesellschaft der Afrikamissionen ihr heutiges Gesicht gegeben haben: eine Missionsgesellschaft, in der Interkulturalität gelebt wird und in der alle gemeinsam den Herausforderungen der Mission begegnen.
(AP) (Fides 22/5/2026)


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