AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Bischof von Adigrat zum Schicksal von 200 zum Tode verurteilten Äthiopiern: “Das Leben ist heilig und unantastbar“

Dienstag, 5 Mai 2026

Amnesty International

Adigrat (Fides) – „Als Bischof der katholischen Eparchie Adigrat erhebe ich meine Stimme nicht nur als religiöser Führer, sondern auch als Zeuge des unermesslichen Wertes jeder menschlichen Seele, geschaffen nach dem Bild und Gleichnis des Allmächtigen“, so Bischof Tesfaselassie Medhin von der katholischen Eparchie Adigrat in einem eindringlichen Appell an alle internationalen humanitären Organisationen und Einrichtungen, die sich dem Schutz der Menschenwürde verschrieben haben, und setzt sich damit für zweihundert Äthiopier, denen in Saudi-Arabien die Todesstrafe droht.
„Unser Glaube lehrt uns, dass das Leben ein Geschenk des Schöpfers ist: heilig, unantastbar und vom Zeitpunkt der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Tod schutzwürdig“, heißt es in der Erklärung des Bischofs, die Fides vorliegt. „Wir respektieren die Souveränität der Nationen und die Notwendigkeit, die Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen, sind aber der Überzeugung, dass Gerechtigkeit wirksamer ist, wenn sie mit Barmherzigkeit einhergeht. Die Hinrichtung dieser 200 Menschen würde einen unersetzlichen Verlust an Menschenleben und einen herzzerreißenden Schlag für die in Äthiopien verbliebenen Familien bedeuten, von denen viele bereits unter Armut und Vertreibung leiden.“
„Wir dürfen nicht länger schweigen, während so viele Menschenleben auf dem Spiel stehen“, so der Bischof weiter, „Wir appellieren dringend an Ihre Organisationen, einen hochrangigen Dialog mit den Behörden des Königreichs Saudi-Arabien aufzunehmen, um einen Hinrichtungsaufschub und die Umwandlung dieser Todesurteile zu erreichen. Stellen Sie sicher, dass jedem dieser Menschen ein faires Verfahren gewährt wird, einschließlich angemessener Rechtsvertretung und Aufklärung über die Verfahrensregeln. Setzen Sie sich für Alternativen zur Todesstrafe ein, die Rehabilitation, Reue und die Möglichkeit der Wiedergutmachung ermöglichen“.
„Der Schrei der Armen und Ausgegrenzten muss die Ohren der internationalen Gemeinschaft erreichen“, betont Bischof Medhin. „Diese 200 Äthiopier sind nicht nur Zahlen; sie sind Kinder, Eltern und Geschwister. Ihr Leben hat einen unschätzbaren Wert, der jede Verfehlung übersteigt. Wir beten, dass die Herzen der Machthabenden vom Geist des Mitgefühls bewegt werden. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, die ‚Kultur des Todes‘ durch eine ‚Zivilisation der Liebe‘ und Barmherzigkeit zu ersetzen. Lasst uns in dieser schweren Zeit standhaft in unserer Hoffnung und unserem Bekenntnis zur Heiligkeit des Lebens bleiben.“
Molti degli etiopi a rischio sono rifugiati fuggiti durante il conflitto nel Tigray (2020-2022). Il 21 aprile 2026, tre migranti etiopi sono stati giustiziati in Arabia Saudita. Decine di altri si trovano nel braccio della morte a Khamis Mushait. L’eparca di Adigrat conclude il suo appello invocando un intervento immediato e decisivo in questa grave questione.
Viele der gefährdeten Äthiopier sind Flüchtlinge, die während des Konflikts in Tigray (2020–2022) geflohen sind. Am 21. April 2026 wurden bereits drei äthiopische Migranten in Saudi-Arabien hingerichtet. Dutzende weitere sitzen in Khamis Mushait im Todestrakt. Der Eparch von Adigrat schließt seinen Appell mit der Bitte um ein sofortiges und entschiedenes Eingreifen in dieser schwerwiegenden Angelegenheit.
(AP) (Fides 5/5/2026)


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