Diocese of Srikakulam
Srikakulam (Fides) – Im Zeichen des Engagements der Kirche für Einheit, Frieden und gegenseitiges Verständnis zwischen den christlichen Konfessionen begeht die katholische Gemeinde in der Diözese Srikakulam im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh in Ostindien die Gebetswoche für die Einheit der Christen (18.-25. Januar) und bezieht dabei Gläubige aller christlichen Konfessionen der Region in liturgische Feiern, Besinnungsmomente und Begegnungen ein.
Bei einem ökumenischen Treffen, das gestern, am 20. Januar, betonte der Bischof von Srikakulam, Vijaya Kumar Rayarala (PIME) in seiner Ansprache an über teilnehmende 200 Gläubigen, die wachsende Bedeutung des ökumenischen Engagements im aktuellen kirchlichen und sozialen Kontext. Die Gläubigen seien aufgerufen, „Brücken der Harmonie und Zusammenarbeit zwischen den Christen zu bauen, insbesondere angesichts der Herausforderungen, denen sich die Glaubensgemeinschaften in Indien heute gegenübersehen“, sagte er.
Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Konzilsdokument „Nostra Aetate” gewidmet, das den Dialog, den Respekt und das friedliche Zusammenleben fördert. Das Dokument wurde als besonders relevant für die Bewältigung aktueller Probleme dargestellt, die oft dazu führen, dass indische Christen durch Missverständnisse und mangelnde Einheit gespalten sind, auch wenn es um grundlegende Fragen geht, die sie alle betreffen, wie beispielsweise das Verhältnis zu staatlichen Institutionen oder die Gewalt, der sie in der Gesellschaft ausgesetzt sind.
Der Steyler Missionar Pater John Singarayar (SVD), Anthropologe und Soziologe, betont: „Die Gebetswoche für die Einheit der Christen erscheint jetzt besonders dringlich in einem Land mit über 1,3 Milliarden Einwohnern, in dem die Christen eine lebendige Minderheit bilden, die sich zwischen einer reichen Vielfalt und einer realen Spaltung bewegt”.
„Das diesjährige Thema, das aus Epheser 4,4 stammt“, so der Priester weiter, „spricht direkt zum Herzen: ‚Es gibt nur einen Leib und einen Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung‘. Die Worte des heiligen Paulus erinnern uns daran, dass Einheit nicht durch Strategien oder Verhandlungen erreicht wird: Sie ist ein Geschenk, das im Geist verwurzelt ist, der der Kirche Leben einhaucht. Und doch ist sie auch ein Aufruf, der etwas von uns verlangt: die Bereitschaft zu vergeben und den Mut, gemeinsam voranzugehen, wenn die Unterschiede groß werden“.
„Für die indischen Christen“, so der Steyler Missionar, „hat diese Botschaft eine besondere Bedeutung. Unsere Gemeinschaften leisten einen gemeinsamen Dienst, indem sie die Hungrigen speisen, die Kinder unterrichten, die Kranken pflegen und sich für die Ausgegrenzten in den Dörfern und Städten einsetzen. Dennoch trennen uns oft Barrieren der Geschichte, der Liturgie und der Kultur. Von den syrischen Christen in Kerala, deren Wurzeln bis ins erste Jahrhundert zurückreichen, über die Mitglieder von Pfingstkirchen, die einen inbrünstigen Gottesdienst pflegen, bis hin zu den Katholiken, die sich auf die Tiefe der Sakramente konzentrieren, unterscheiden sich unsere Ausdrucksformen erheblich. Diese Unterschiede sind real, aber sie sind wertvoll.“
„Die Gebetswoche fordert uns nicht dazu auf, das aufzugeben, was jede Tradition einzigartig macht. Sie fordert uns dazu auf, über alte Wunden und Misstrauen hinwegzusehen und uns gegenseitig wie eine Familie zu unterstützen“, erklärt er.
Und in den Gebeten, die auf Hindi, Tamil, Malayalam und anderen Sprachen des Subkontinents gesprochen werden, werde deutlich, dass „der Ruf zur Einheit die Gläubigen in ihrer Muttersprache erreicht. Diese Momente stärken das Vertrauen und erinnern uns daran, dass unsere gemeinsame Taufe tiefer ist als jede Spaltung.“
„Die Einheit der Christen ist ein stilles, aber kraftvolles Zeugnis“, bekräftigt Pater John Singarayar, „Inmitten wachsender Spannungen, darunter Berichte über Angriffe auf Kirchen in verschiedenen Bundesstaaten oder Konflikte, die das Verfassungsgebot der Gleichheit in Indien auf die Probe stellen, bekräftigen die Gläubigen, die gemeinsam beten, dass der Glaube im Dialog und in der Geschwisterlichkeit gedeiht. Und wenn Pastoren verschiedener Konfessionen gemeinsam von der Kanzel predigen, sind sie ein Vorbild der Versöhnung für junge Menschen, die sich fragen, ob das Evangelium in einer zersplitterten Nation und Welt noch Gültigkeit hat.“
Die Christen in Indien sind mit etwa 28 Millionen Gläubigen bei einer Gesamtbevölkerung von 1,3 Milliarden Einwohnern eine Minderheit (2,3 % der Bevölkerung), deren Wurzeln bis zur Ankunft des Apostels Thomas im Jahr 52 n. Chr. zurückreichen. In Indien existieren heute verschiedene christliche Konfessionen (Katholiken, Protestanten, Orthodoxe) nebeneinander, die wiederum in verschiedene Riten unterteilt sind. In Indien sind Katholiken sind in drei Riten aufgeteilt: es gibt lateinische, syro-malabarische und syro-malankarische Gemeinden.
(PA) (Fides 21/1/2025)