ASIEN/INDIEN - Der heilige Lazarus Devasahayam: Schutzpatron der katholischen Laien

Samstag, 17 Januar 2026

Kottar (Fides) – Der heilige Lazarus Devasahayam Pillai (1712–1752) habe das Kastensystem abgelehnt und sich für die Würde jedes Menschen eingesetzt. Daran erinnerte der Apostolischer Nuntius in Indien und Nepal, Erzbischof Leopoldo Girelli, in seiner Ansprache während der Dankesmesse, in der der heilige Devasahayam offiziell zum „Patron der katholischen Laien” in Indien erklärt wurde. Er gilt als als jemand, der „die Heiligkeit im Alltäglichen gelebt hat”: Mit einer Entscheidung, die in den katholischen Gemeinden Indiens große Freude ausgelöst hat, hatte die Indische Bischofskonferenz (CCBI) offiziell bekannt gegeben, dass der heilige Devasahayam zum „Patron der Laien” in Indien erklärt wurde. Die Erklärung, die vom Heiligen Stuhl durch ein Dekret vom 16. Juli 2025 bestätigt und von Papst Leo XIV. unterzeichnet wurde, markiert einen wichtigen Moment für die indische Kirche, da sie den ersten indischen Laienmärtyrer als „lebendiges Vorbild für Millionen gewöhnlicher Gläubiger von heute” anerkennt, wie die Bischöfe schrieben.
Die formelle Verkündung erfolgte am 14. Januar 2026 in einer Eucharistiefeier unter dem Vorsitz de Erzbischofs von Madras-Mylapore, George Antonysamy, in Anwesenheit von Erzbischof Leopoldo Girelli, zahlreicher Bischöfe, Priester, Ordensleute und über zehntausend Gläubigen. Die Versammlung fand am Berg Devasahayam in der Diözese Kottar in Tamil Nadu statt, am Tag und am Ort des Martyriums des Heiligen, der am 14. Januar 1752 wegen seines Glaubens erschossen wurde.
„Der heilige Devasahayam hat inmitten der Verfolgung mutig Zeugnis für Christus abgelegt. Er lehnte die Kastenunterschiede ab und bekräftigte die Würde jedes Menschen. Er lebte die Werte des Evangeliums mit Mut und Integrität“, erinnerte der Nuntius und fügte hinzu, dass „die Heiligkeit nicht auf Heiligtümer beschränkt ist“, sondern „in den Familien und im öffentlichen Leben gelebt wird“. „Heiligkeit ist einfach und für alle erreichbar. Man lebt sie jeden Tag, indem man Jesus in den anderen sieht. Die Laien sind aufgerufen, die Kirche und die Welt zu heiligen. Der heilige Devasahayam ist ein Vorbild an Glauben, Mut und Engagement“, erklärte er.
Anlässlich der Feierlichkeiten hat die Diözese Kottar offiziell die „Laienbewegung des heiligen Devasahayam“ ins Leben gerufen, um die Spiritualität des ersten indischen Laienheiligen zu fördern und das Apostolat der Laien zu stärken.
Der heilige Lazarus Devasahayam (1712–1752) war ein zum Christentum konvertierter Hindu. Er wurde in Neelakanda Pillai in Tamil Nadu geboren und diente als Hofbeamter im Königreich Travancore. Vom christlichen Glauben angezogen, konvertierte er 1745 und wurde auf den Namen Lazarus getauft (Devasahayam bedeutet auf Tamilisch „Gott ist meine Hilfe”). Seine Konversion brachte ihm Verfolgung, Gefangenschaft und Folter ein, weil er sich weigerte, seinem Glauben abzuschwören, und er wurde 1752 ermordet.
Er wurde am 2. Dezember 2012 in Nagercoil (Tamil Nadu) in einer Feier unter Vorsitz von Kardinal Angelo Amato, dem damaligen Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, seliggesprochen. Papst Franziskus sprach ihn am 15. Mai 2022 auf dem Petersplatz heilig und erklärte ihn zum Vorbild für Mut, Glauben und Engagement für Gerechtigkeit.
(PA) (Fides 17/1/2026)


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