AFRIKA/BURUNDI - Frieden und Versöhnung: Die Kirche setzt auf junge Menschen und Familien

Donnerstag, 22 Oktober 2026

Bujumbura (Fides) – „Eine unserer Prioritäten als Kirche ist der Frieden und die Versöhnung“. Dies erklärt Bischof Salvator Niciteretse von Bururi und Koordinator des Internationalen Forums der Katholischen Aktion (FIAC) für Afrika in einem Gespräch mit Fides am Rande des FIAC, das vom 15. bis 18. Oktober in Rom stattfand.

Wie engagiert sich die Kirche in Burundi für die Förderung von Frieden und Versöhnung?

Seit 2004 setzt sich die Kirche in Burundi für die Förderung einer Kultur des Friedens und der Versöhnung ein. Unser Land hat verschiedene Konflikte erlebt, die tiefe Wunden hinterlassen haben. Wir versuchen, das soziale Gefüge durch Begegnungen zu heilen, die darauf abzielen, das Gewissen für die Achtung des Lebens, die Würde des Menschen und das Gemeinwohl zu schulen.
Bei verschiedenen Gelegenheiten haben wir auch Friedensmärsche und -kundgebungen organisiert, an denen vor allem junge Menschen teilnahmen, von denen viele in Gruppen der Katholischen Aktion aktiv sind.

Auf Diözesanebene organisieren wir Jugendforen, die auf große Resonanz stoßen und zwischen 4.000 und 6.000 Teilnehmer anziehen. Auf nationaler Ebene haben wir Treffen mit mehreren Tausend Jugendlichen gefördert, die bei Familien untergebracht wurden. Auch diese Erfahrung der Gastfreundschaft und des Miteinanders trägt dazu bei, eine Kultur des Friedens und der Versöhnung zu pflegen.

Ein weiterer Bereich unseres Engagements ist die Familie. Was sind die Prioritäten der Familienpastoral?

Wir arbeiten daran, die Familienpastoral zu fördern. Wir fragen uns, wie wir die Familien stärken können, denn ohne stabile Familienverbände ist es schwierig, das Heranwachsen der Frauen und Männer von morgen zu begleiten, die dazu berufen sein werden, das Schicksal Burundis in die Hand zu nehmen.

Was sind die größten Herausforderungen, denen sich junge Menschen in Burundi stellen müssen?

Die größte Herausforderung ist die Arbeitslosigkeit. In Burundi mangelt es an Arbeitsplätzen, und aus diesem Grund versuchen viele junge Menschen, in den Westen oder in Nachbarländer wie Tansania, Sambia und die Demokratische Republik Kongo auszuwandern, in der Hoffnung, dort eine Anstellung zu finden.
Viele junge Menschen brechen die Schule ab, weil sie sehen, dass selbst diejenigen, die ein Studium abgeschlossen haben, Schwierigkeiten haben, Arbeit zu finden. Da fragen sie sich: „Wozu studieren?“ Die Verzweiflung führt dazu, dass viele Jugendliche dem Alkohol verfallen. Das ist ein Problem, mit dem sich sowohl die Kirche als auch die staatlichen Institutionen auseinandersetzen. Zu den ergriffenen Maßnahmen gehört beispielsweise das Verbot des Verkaufs von Bier mit hohem Alkoholgehalt.

Burundi nimmt auch zahlreiche Flüchtlinge aus der Demokratischen Republik Kongo auf. Wie ist die Lage und wie engagiert sich die Kirche?

In Burundi befinden sich mehr als 80.000 kongolesische Flüchtlinge, von denen die meisten aus Uvira stammen, der Hauptstadt der kongolesischen Provinz Süd-Kivu. In meiner Diözese hatten wir bis vor kurzem über 30.000 aufgenommen, doch anschließend wurden sie in andere Regionen des Landes umgesiedelt.
Als Kirche tun wir alles in unserer Macht Stehende, um ihnen zu helfen, und arbeiten dabei mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz und UNICEF zusammen.

(L.M.) (Fides 22/10/2026)


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