AFRIKA/ELFENBEINKÜSTE - „Die Mission geht immer weiter! Die Methoden, die pastoralen Ansätze, die verfügbaren Mittel ändern sich … aber der Geist, der die Pioniere vor 100 Jahren beseelte, bleibt derselbe“

Freitag, 16 Oktober 2026

Dario Dozio

von Pater Dario Dozio*

Korhogo (Fides) – Der 1. Oktober, das Fest der heiligen Therese: der ideale Tag, um in der Mission anzukommen. Zehn Jahre sind vergangen, seit ich die Elfenbeinküste verlassen habe: Mit Freude entdecke ich die Farben, die Musik, das Lächeln wieder … und selbst der beißende, intensive Geruch der Ebrié-Lagune stört mich nicht. Es kommt mir vor, als käme ich nach Hause!

Es gibt viele Neuerungen. Vor allem die Straßen. Kaum verlasse ich den Flughafen von Abidjan, befinde ich mich mitten im chaotischen Verkehr, trotz der vierspurigen Straßen in alle Richtungen, neuer Brücken, Überführungen, Ampeln und funktionierender Radarkontrollen an jeder größeren Kreuzung…
Man sagt mir, all das sei dem CAN (Afrikanischer Nationen-Pokal) zu verdanken, dem kontinentalen Fußballturnier, das die Elfenbeinküste vor zwei Jahren ausgerichtet und gewonnen hat. So bin ich nach sieben Stunden Fahrt auf gutem Asphalt noch vor Einbruch der Dunkelheit in Korhogo im Norden des Landes angekommen: meinem neuen Einsatzort.

In Italien hat man mich daran erinnert, ab und zu einen Blick in meinen Personalausweis zu werfen: Ich bin nicht mehr 25 Jahre alt, wie bei meiner ersten Ankunft; jetzt ist es an der Zeit, an die Rente zu denken und mir ein ruhiges Plätzchen zu suchen… Stattdessen kann ich meine Begeisterung nicht verbergen: Was für eine schöne Gelegenheit sich mir da bietet! Fast bei Null anfangen zu können, an einem neuen Ort, in einer Sprache, die ich nicht kenne, mit einer reichen lokalen Kultur und Traditionen voller Geheimnisse… Kurz gesagt: die Chance, auf die ich schon lange gewartet habe, um mich lebendig zu halten.

Früh am Morgen komme ich im Katechesezentrum an und nehme an der Eröffnung des Pastoraljahres teil. Ich begrüße Priester, Ordensschwestern und Laien aus den Pfarrgemeinderäten… Wir sind etwa fünfzig Personen, die sich für einige Tage mit dem Bischof versammelt haben, um gemeinsam die neuen pastoralen Leitlinien der Diözese zu planen. Und ich stelle fest, dass ich der einzige Weiße bin. Im Jahr 1980, als ich frisch geweiht aus Italien ankam, gab es nur wenige afrikanische Priester; in der Diözese, in der ich lebte, gab es nur einen einzigen … und der war zum Studium in Frankreich. Die SMA-Patres, überwiegend Franzosen, waren mehr als hundert, und wir Italiener fast dreißig.
Nun hat sich die Situation umgekehrt: Die Ortskirche ist gewachsen, sowohl an Zahl als auch an Qualität; die gläubigen Christen sind sehr aktiv und nehmen am Gemeindeleben teil. Auch das für die nächsten fünf Jahre vorgeschlagene pastorale Thema spricht von Mitverantwortung, Autonomie und Mission: „In Gemeinschaft und Mitverantwortung bauen wir autonome Gemeinden im Dienst der Mission auf“.

Ich danke Gott für die Arbeit der ersten Missionare, als man noch wochenlang durch Wälder und Savannen wandern musste, um hierher zu gelangen, und dabei trotz vieler Schwierigkeiten das Wort Gottes säte und Gefahren und Krankheiten trotzte. Heute sieht man die Früchte: Ich befinde mich in einer Diözese mit einem jungen und dynamischen Klerus, mit engagierten Laien in einer Kirche, die sie als ihre eigene empfinden – einer durch und durch afrikanischen Kirche. In Korhogo (und ein wenig im gesamten Norden des Landes) stellen Muslime und Animisten die große Mehrheit der Bevölkerung dar. Im Süden hingegen gibt es zahlreiche Christen, die Kirchen füllen sich fast täglich, und es gibt viele Geistliche. Daher haben einige Bischöfe eine mutige Entscheidung getroffen: junge Priester für mindestens drei Jahre als „Fidei-Donum“-Missionare in den Norden des Landes zu entsenden.

Wie wunderbar: Die Mission geht immer weiter! Die Formen, die pastoralen Ansätze, die verfügbaren Mittel ändern sich … aber der Geist, der die Pioniere beseelte, die vor hundert Jahren aus Europa kamen, bleibt derselbe und strahlt auf den Gesichtern dieser jungen Afrikaner, die ihr Leben in den Dienst des Evangeliums stellen. Und auch ich versuche in Einfachheit und Staunen, mit ihnen zu gehen.

(Fides, 16/10/2026)

*Missionar der Gesellschaft für Afrikamissionen

Dario Dozio


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