Abu Dhabi (Fides) – Die Bedeutung der Rückkehr zu den Wurzeln der Kirche in Arabien und die Erneuerung des Zeugnisses des christlichen Glaubens am Golf unterstrichen der Apostolische Vikar von Südarabien (AVOSA), Bischof Paolo Martinelli (OFM Cap) und der Apostolische Vikar von Nordarabien, Bischof Aldo Berardi (O.SS.T.) im Hinblick auf die kürzlich erfolgte Genehmigung der liturgischen Texte für die Feier des Gedenktages des Heiligen Aretas und seiner Gefährten, der Märtyrer von Nadschran, durch den Heiligen Stuhl in beiden Vikariaten.
Die gemeinsame Pressemitteilung, die Fides vorliegt, und die von beiden Vikariaten herausgegeben wurde, unterstreicht die Bedeutung dieser Genehmigung für die christliche Präsenz auf der Arabischen Halbinsel. Die Genehmigung wurde am 16. Juli 2026 vom Dikasterium für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung an die beiden Apostolischen Vikariate übermittelt.
„Wir hoffen, dass diese spezifischen Texte zur Weiterentwicklung des liturgischen Lebens in beiden Vikariaten beitragen und die Verehrung dieser wichtigen Gruppe heiliger Märtyrer vertiefen werden“, heißt es in dem Schreiben des Heiligen Stuhls.
Die Genehmigung der liturgischen Texte folgt der Genehmigung des Sonderkalenders im Juni 2025. Zu den neu genehmigten Texten gehören das Tagesgebet für die Messe und die Texte für das Stundengebet, einschließlich der zweiten Lesung für das Leseoffizium sowie der Hymnen und Antiphonen für das Benedictus und das Magnificat.
„Wir haben diese liturgischen Texte mit großer Freude aufgenommen. Die Arabische Halbinsel hat ihre Wurzeln und eine lange Tradition der Märtyrerverehrung wiederentdeckt“, sagte Bischof Berardi, Apostolischer Vikar des Vikariats des nördlichen Arabien. „Wir wollen dem Weg unserer Vorfahren im Glauben folgen und mutig Zeugnis ablegen vom Kreuz Jesu und seiner Auferstehung. Möge die Herrlichkeit Gottes stets in unserem Leben, in unseren Gemeinden und in unseren Kirchen verkündet werden. Mögen unsere Gebete ewig widerhallen und die Gebete der Heiligen fortführen.“
„Die Genehmigung der liturgischen Texte für die Feier des Heiligen Arethas und seiner Gefährten durch den Heiligen Stuhl hilft unseren Gläubigen, die Wurzeln der Kirche in Arabien durch das leuchtende Zeugnis der Märtyrer von Nadschran neu zu entdecken“, bemerkte der Apostolische Vikar von Südarabien, Bischof Paolo Martinelli (OFM Cap.), „Möge das Andenken an diese Heiligen die Einheit des Volkes Gottes stärken und das Zeugnis des christlichen Glaubens in dieser Region erneuern.“
Die liturgischen Texte erinnern an die Geschichte und das geistliche Zeugnis der Märtyrer. Die zweite Lesung stammt aus einem Brief des Jakos von Sarug an die himjaritische Kirche, der über Verfolgung und das Geheimnis des Kreuzes reflektiert, das inmitten des Leidens voranschreitet und in der Beharrlichkeit der Märtyrer den Sieg Christi offenbart. Drei Lieder, die ursprünglich als eine einzige Hymne für das Fest der Märtyrer komponiert wurden ebenfalls zugelassen. Sie erinnern an Elemente der Märtyrererzählungen und spiegeln alte liturgische Texte zu Ehren der Märtyrer von Nadschran wider.
Das Fest des heiligen Arethas und seine Gefährten, Märtyrer von Nadschran, wird am 24. Oktober gemäß dem im vergangenen Jahr für beide Vikariate genehmigten Sonderkalender begangen.
Mit dieser Genehmigung sind die beiden Apostolischen Vikariate aufgerufen, ihre Verehrung des heiligen Arethas und seiner Gefährten zu vertiefen und das Vermächtnis dieser Märtyrer, deren Zeugnis für die christliche Präsenz auf der Arabischen Halbinsel von grundlegender Bedeutung ist, weiterhin umfassend zu pflegen.
Am 24. Oktober 2023 feierte die katholische Kirche auf der Arabischen Halbinsel das liturgische Fest des Martyriums des heiligen Arethas und seiner Gefährten mit der Eröffnung des Jubiläums in allen Pfarreien zum 1500. Jahrestag der Märtyrer von Arabien (523–2023). Es war ein Gedenken an die Märtyrer, das gemeinsam vom Vikariat des nördlichen Arabien (zu dem Bahrain, Katar, Kuwait und Saudi-Arabien gehören) und dem Vikariat des südlichen Arabein (zu dem die Vereinigten Arabischen Emirate, Jemen und Oman gehören) begangen wurde.
Der heilige Arethas und seine Gefährten werden in allen katholischen und orthodoxen Kirchen verehrt. Historische Quellen berichten, dass sie arabische Christen aus der antiken Stadt Nadschran im südlichen Arabien (im heutigen Saudi-Arabien) waren und im Jahr 523 n. Chr. den Märtyrertod erlitten. Arethas, dessen arabischer Name Al-Harith ibn Ka'b lautete, wurde 427 n. Chr. geboren und war bis zu seinem Märtyrertod im hohen Alter von 95 Jahren Gouverneur der überwiegend christlichen Stadt. Im 6. Jahrhundert führte der König von Himjar (im heutigen Jemen), Dhu Nuwas, eine systematische Christenverfolgung im südlichen Arabien durch. Er ließ Kirchen niederbrennen, zwangskonvertierte Christen und ließ diejenigen hinrichten, die sich weigerten, ihrem christlichen Glauben abzuschwören. Nach der Einnahme von Nadschran befahl Dhu Nuwas die Verbrennung von Priestern, Diakonen, Ordensfrauen und Laien, gefolgt von Männern, Frauen und Kindern. Der heilige Arethas wurde zusammen mit hundert seiner Gefährten enthauptet. Man geht davon aus, dass bei dieser Verfolgung mehr als 4.000 Christen den Märtyrertod erlitten.
(AP) (Fides 28/7/2026)