Diocesis de La Rioja
La Rioja (Fides) – „In diesem Jahr gedenken wir der Ermordung von Bischof Enrique Angelelli, die Priester Carlos de Dios Murias und Gabriel Longueville sowie des Laien, Ehemann und Vater Wenceslao Pedernera. Dieses Andenken lässt uns die selbstlose Hingabe ihres Lebens erkennen. Heute dürfen wir aus der Quelle des Lebens und der Lehren schöpfen, die sie uns hinterlassen haben. Sie waren Zeugen der Barmherzigkeit, besonders nah und einfühlsam gegenüber denen, die sie am meisten brauchten“, bekräftigt Bischof Dante Braida von La Rioja in einer Mitteilung, die Fides vorliegt, zur Bedeutung des Gedenkens an die Märtyrer der argentinischen Diözese 50 Jahre nach ihrer Ermordung (vgl. Fides, 19/06/2026).
„So wie damals Märtyrer nötig waren, braucht unsere Zeit unser großzügiges Engagement“, betont Bischof Braida, der auch die bischöfliche Kommission für Sozialpastoral der Argentinischen Bischofskonferenz leitet, „um der Versuchung des Individualismus zu widerstehen und uns von gemeinsamen Träumen ermutigen zu lassen; um offenere und inklusivere Gemeinschaften zu fördern für all jene, die die Hoffnung verloren haben und Gottes Barmherzigkeit durch einfache und mitfühlende Beziehungen brauchen; um gemeinsam in einem Geist des größeren Verständnisses und der Geduld zu leben, einander in unseren Unterschieden anzunehmen und unsere Fähigkeiten wertzuschätzen; und ein Leben des Gebets in jedem Alter und in jeder Lebenslage zu fördern und den wahren Sinn unserer Existenz in der Begegnung mit dem Herrn zu finden.“
Anhand eines kurzen Porträts der vier Märtyrer von La Rioja hebt Braida deren Hauptmerkmale hervor. „Bischof Enrique Angelelli lädt uns ein, unseren Glauben in der Geschichte zu leben, die sich heute in unserem Leben entfaltet und das christliche Engagement unserer Zeit weiterhin erhellt“, so Bischof Braida. „Das Vermächtnis der Märtyrer fordert uns auf, die ‚soziale Dimension des Glaubens zu pflegen‘ und den Herausforderungen der Gegenwart verantwortungsvoll zu begegnen. Die Priester Carlos und Gabriele lebten das Wort, das sie gehört hatten, in ihrem Alltag, im einfachen und alltäglichen Dienst an anderen. Doch sie taten dies auch mit prophetischer Stimme, wenn es nötig war, Missstände und Bedrohungen anzuprangern, die die Menschenwürde verletzten“. Abschließend fügt Bischof Braida hinzu: „Ich möchte die eindrucksvolle Botschaft des Lebens des seligen Märtyrers Venceslao Pedernera hervorheben. Er wirkte unermüdlich für eine gerechtere Welt, durch die Förderung von Ehe und christlicher Familie, durch die Übernahme von Verantwortung für seine sozialen Verpflichtungen und insbesondere im Streben nach Gerechtigkeit in produktiven Bereichen, die die Arbeit der Arbeiter wertschätzten“. Am Ende seines Lebens habe sich sein Streben nach Gerechtigkeit in einen unermesslichen Ausdruck der Barmherzigkeit gegenüber jenen, die sie nicht erfahren hatten. „Vergebt, vergebt und hasst nicht“, lautete seine letzte Botschaft, „erfüllt von reiner Barmherzigkeit, einer Barmherzigkeit, die Ausdruck des Glaubens ist, den er sein Leben lang entwickelt hatte“. Sie alle „verkörpern unterschiedliche Berufungen, und jeder lehrt uns auf seinem eigenen Weg, uns ganz anderen hinzugeben; so wird das Gedenken, die wir heute feiern, aufrichtig sein“.
„Sie gaben ihr Leben, nicht nur an dem Tag ihres Todes, sondern auch im täglichen Zeugnis des Evangeliums“, betont der Bischof, „Sie begegneten den vielfältigen Lebenssituationen mit seinem Licht und strebten durch konkretes Handeln in der Welt nach Veränderung. Ihr Leben war ein Zeugnis dafür, wie man das Evangelium inmitten von Not lebt und Gott und den Nächsten mit aller Kraft liebt. Sie suchten die Befreiung von jeder Form der Knechtschaft und führten andere zu einem erfüllten Leben als Mitglieder einer Gemeinschaft und in ihr“. „Hier in La Rioja, wirkten die Märtyrer für den Frieden als Frucht der Gerechtigkeit. Hier wurden sie verfolgt, weil sie ihre individuellen Missionen lebten, weil sie Gerechtigkeit praktizierten. Gemeinsam im Geiste der Mission zu leben bedeutet daher, die Welt zu verbessern, die frohe Botschaft allen Menschen und Familien, allen Teilen der Gesellschaft zu bringen. Es bedeutet, Kanäle der Befreiung von allem zu sein, was uns fesselt und unser Wachstum einschränkt“, bekräftigt er.
„Welchen Herausforderungen stehen wir in dieser Zeit am meisten gegenüber? Welche menschlichen und sozialen Realitäten erfordern am dringendsten einen Befreiungsprozess? Wie wachsen wir als Gebetsgemeinschaft und wie leben wir unsere Gemeinschaft?“, fragt sich der Bischof von La Rioja an die Gemeinde seiner Diözese gewandt und lädt dazu ein, „gemeinsam nach Antworten zu suchen, einander zuzuhören, in Dialog zu treten, als Gemeinschaft zu unterscheiden und im Geiste der Mission zusammen unterwegs zu sein. Immer“.
(AP) (Fides 7/7/2026)