ASIEN/THAILAND - Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke: "Wir wollen die Herzen entwaffnen“

Samstag, 4 Juli 2026 päpstliche missionswerke   frieden   bewaffnete konflikte   ortskirchen  

Archdiocese of Bangkok

Bangkok (Fides) – „Unsere Mission heute ist es, die Herzen zu entwaffnen. Im Geiste der Worte des Papstes und unserer Bischöfe beten wir dafür, dass wir Samen des Friedens und der Versöhnung säen und die Feindseligkeit gegenüber unseren kambodschanischen Nachbarn aus der thailändischen Gesellschaft ausmerzen können. Während der Sonntagsmessen in Bangkok und im Rest des Landes werden spezielle Gebetsanliegen verlesen, um ‚die Herzen zu entwaffnen‘. Wir wollen dem Hass nicht nachgeben, sondern Brücken der Versöhnung zwischen Thailand und Kambodscha bauen“, erklärt Pfarrer Peter Piyachart Makornkhanp, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Thailand und Pfarrer der Rosenkranzkirche in Bangkok, gegenüber Fides. Der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke bemerkt: „Im Grenzkonflikt mit Kambodscha herrscht nun ein Waffenstillstand, der ein erster Schritt zu einem dauerhaften Frieden sein kann. Als thailändische Katholiken sind wir berufen, Friedensapostel zu sein, und die Gläubigen setzen sich auf allen Ebenen und in allen Gemeinden für die Versöhnung ein. Gemeinsam mit unseren Bischöfen beten wir in vielen katholischen Gemeinden im ganzen Land für den Frieden.“
„Wir predigen unter Berufung auf die Worte von Papst Leo XIV.: Wir wünschen uns einen unbewaffneten und entwaffnenden Frieden“, so Pfarrer Peter Piyachart, „In unseren Kirchen hallen seine Worte wider, und man erinnert an die ständigen Aufrufe zum Frieden. Wir laden die Gläubigen ein, unserem Hirten, dem Heiligen Vater, zu folgen, der uns den Weg in den Fußstapfen Christi weist, der sagt: Selig die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden“ .
Dieser Wunsch, betont Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke, finde Widerhall in den katholischen Gemeinden, die auf pastoraler Ebene im Jahr 2026 ein besonderes „Jahr der Synodalität“ begehen. Die Ortskirche, berichtet er, veranstalte im Laufe des Jahres 2026 eine Reihe von Begegnungen, die von der Methode der „Gespräche im Geist“ geprägt sind. Dieser Weg diene als Vorbereitung auf die Vollversammlung der FABC (Föderation der asiatischen Bischofskonferenzen), die in Indonesien stattfinden wird. Man baue dabei auf das „Bangkok-Dokument“ auf, das anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der FABC im Jahr 2023 veröffentlicht wurde und eng mit dem globalen synodalen Prozess verbunden ist.
Pfarrer Pichayart erläutert den Weg der thailändischen katholischen Gemeinde, einer kleinen Minderheit in einem überwiegend buddhistischen Land: „Das Jahr der Synodalität hat drei Kernpunkte, die alle einen starken Aufruf zu Geschwisterlichkeit und Frieden beinhalten: Der erste ist das ‚gemeinsame Gehen‘, was bedeutet, den Klerikalismus zu überwinden und den Laien, insbesondere Frauen und Jugendlichen, gleiche Würde und Mitverantwortung zuzuerkennen.“ Das zweite Ziel, so der Geistliche, sei, „als Christen wie Sauerteig in der Nation zu leben, das heißt, die Situation einer zahlenmäßigen Minderheit (0,46 % der thailändischen Bevölkerung) anzunehmen und durch karitative Arbeit und Bildung in der Gesellschaft zu wirken, indem wir das Evangelium verkünden.“ Der dritte Punkt betrifft den Bereich der Ökumene und des interreligiösen Dialogs: „In Thailand“, bekräftigt er abschließend, „arbeiten Gemeindeleiter und alle Getauften zusammen und bauen harmonische Beziehungen mit buddhistischen Mönchen und Einzelpersonen sowie mit muslimischen Bürgern auf, um Frieden, den Schutz der Menschenwürde, die Entwicklung der Armen und den Schutz der Umwelt zu fördern.“
(PA) (Fides 4/7/2026)


Teilen: