Kokossa (Fides) – Am Sonntag, dem 7. Juni, wurde in Äthiopien das Hochfest der Heiligen Dreifaltigkeit gefeiert. Aus diesem Anlass wurden in Kokossa, einer Gemeinde der Apostolischen Präfektur Robe unter der Leitung von Pater Angelo Antolini (OFM Cap), die Sakramente der christlichen Initiation für Kinder und Erwachsene gespendet.
„Gott erwählt die Letzten! Die Letzten in jeder Hinsicht. Menschen, die nur vor Gott und der Kirche von Bedeutung sind. Dieses Geheimnis ist groß und unbegreiflich“, so Pater Angelo gegenüber Fides am
Rande der Feierlichkeiten.
Pfarrer Nicola, ein italienischer Fidei-Donum-Priester aus Padua, der seit über sieben Jahren in der Gemeinde tätig ist, berichtet von diesem besonderen Tag und den Fortschritten, die die Gemeinde im Laufe der Jahre gemacht hat.
„Wir haben neun Taufen gefeiert, davon fünf Erwachsene und vier Kinder“, schreibt der Missionar in einem Bericht an Fides. „Darüber hinaus haben neunzehn Erwachsene und Jugendliche das Sakrament der Firmung empfangen und an der Eucharistie teilgenommen. Die erwachsenen Getauften empfingen dabei ebenfalls die Sakramente der christlichen Initiation“.
„Ehrlich gesagt“, fährt Pfarrer Nicola fort, „sind dies Menschen, die schon lange am Gemeindeleben teilnehmen. Es war kein kurzer oder abrupter Prozess: Die meisten von ihnen besuchen die Gottesdienste seit mehreren Jahren. Nur eine Familie und eine Frau sind letztes Jahr neu hinzugekommen, alle anderen sind schon länger dabei. In den letzten Jahren haben wir eine für die gesamte Gemeinde offene Glaubensbildung angeboten, um jedem die Möglichkeit zu geben, sich angemessen auf diesen wichtigen Moment vorzubereiten.“
Die Gemeinde Kokossa wurde vor fast zehn Jahren gegründet (vgl. Fides 24/06/2016). „Der Apostolische Präfekt von Robe erinnerte mich bei einer unserer Rückreisen von der Mission daran: Diese Gemeinschaft besteht nun schon seit neunzehn Jahren. Sie ist insofern noch relativ jung, als sie keine lange Tradition hat, aber sie ist dank der beständigen missionarischen Präsenz gewachsen. Anfangs wurde der Dienst den Missionsschwestern der Nächstenliebe Mutter Teresas anvertraut. Eine kleine Wandergemeinschaft blieb einige Monate, begleitet von einem Priester, der die Eucharistie zelebrierte. Um diese Präsenz herum entstand die erste Gemeinschaft, bestehend aus älteren Menschen, Familien und Erwachsenen. Später, nach dem Weggang der Schwestern, wurde die Gemeinschaft von Pater Angelo und einem Katecheten begleitet, der eine wichtige Verbindungsrolle einnahm und die Menschen auch dann besuchte, wenn der Priester nicht anwesend sein konnte.“
Im Laufe der Jahre gab es weitere bedeutende Momente, bemerkt Pater Nicola. „Insbesondere möchte ich daran erinnern, dass unser emeritierter Bischof von Padua, Antonio Mattiazzo, diese Gemeinde vor einigen Jahren besonders ins Herz geschlossen hat (vgl. Fides 19/10/2015). Er liebte sie, unterstützte sie und spendete etwa zwanzig bis dreißig Gläubigen die Sakramente. Diese Generation von Gläubigen bildet heute den Kern der Gemeinde, die wir vor siebeneinhalb Jahren mit den Missionaren Pater Stefano und Elisabetta im Rahmen des Engagements des Bistums Padua für die Apostolische Präfektur Robe vorfanden. Seitdem haben wir die Früchte dieser Arbeit geerntet und unterstützen die Gemeinde weiterhin, wobei wir der Nächstenliebe besondere Aufmerksamkeit schenken, die hier ein sehr deutliches Zeichen und Bedürfnis darstellt. Diese Aufmerksamkeit geht jedoch stets mit dem besonderen Augenmerk für den Glauben einher: Die wöchentlichen Gottesdienste, Gebetszeiten, die Glaubensbildung und die Seelsorge tragen zum Wachstum der Gemeinde bei.“
Wie der Bericht des Missionars zeigt, war die Reaktion der Menschen in den letzten Jahren positiv. „Viele kommen natürlich mit der Bitte um konkrete Hilfe zu uns, doch der Weg endet nicht mit der Bitte um materielle Unterstützung. Wir versuchen, menschliche Entwicklung, Nächstenliebe und Solidarität mit der Evangelisierung zu verbinden – durch Sakramentenunterricht, Gebet, Feiern und Familienbesuche. Diese Besuche beinhalten Momente des Gebets, aber auch Gelegenheiten, einander kennenzulernen und die Beziehungen zu vertiefen. Die Menschen fühlen sich so von Gott, unserem missionarischen und seelsorgerischen Dienst und dem aufrichtigen Wunsch, in ihr Leben einzutreten, begleitet. Wir versuchen, nicht nur auf ihre materiellen, sondern auch auf ihre geistlichen Bedürfnisse einzugehen. Es ist eine diskrete, oft verborgene, aber sehr wertvolle Arbeit.“
„Zu den Prioritäten unserer Mission gehört ganz klar die Bekämpfung der Armut, die Versorgung mit Nahrung, Gesundheit und Würde“, erklärt Pfarrer Nicola. „Es geht nicht so sehr darum, Wohlbefinden zu gewährleisten, sondern vielmehr darum, Menschen zu helfen, ohne die Sorgen zu leben, die zu Armut und Verzweiflung führen können. Wir sind ein Zeichen der Solidarität, getragen von unseren Gemeinden und dem Bistum Padua, aber auch ein Zeichen der Solidarität, die die Menschen vor Ort erleben und teilen. Wenn es darum geht, jemandem zu helfen, versucht jeder etwas beizutragen, sei es auch nur eine Kleinigkeit. Es ist eine bedeutungsvolle Geste, die Teilhabe und Zugehörigkeit zur Gemeinschaft zum Ausdruck bringt.“
„Nach unserer Ankunft koordinierten wir auf Bitte von Bischof Mattiazzo und im Einklang mit der Tradition der Apostolischen Präfektur Robe den Bau eines Kindergartens, um einem Wunsch der Bevölkerung nachzukommen“, fährt er fort, „Seit 2021 ist der Kindergarten in Betrieb und betreut rund 150 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Dies ist ein kleines, aber wichtiges Zeichen des Engagements für Bildung. Die Kinder erhalten eine grundlegende Bildung, die sie optimal auf den späteren Eintritt in die Grundschule vorbereitet“.
„Die Schule ist ein Bereich, der nach wie vor viel Energie erfordert“, betont der Fidei-Donum-Missionar, „Gut ausgebildete Lehrkräfte, Lehrmaterialien und finanzielle Unterstützung für Familien, die Schwierigkeiten haben, die Kosten zu decken, sind notwendig. Darüber hinaus erhalten manche Kinder Brot und Tee, die oft nicht nur das Frühstück, sondern auch das Mittagessen darstellen. Auch dies ist ein einfaches, aber konkretes Zeichen der Fürsorge und Kontinuität. Es geht weniger darum, rein religiöse Werte zu vermitteln, sondern vielmehr darum, den Wert von Bildung und die Bedeutung der Kinder, der Zukunft der Gemeinschaft, hervorzuheben. Daher versuchen wir, diese Hilfe mit einem breiten karitativen Ansatz zu verknüpfen, denn oft fehlt es den Menschen an den grundlegendsten Dingen. Manchmal ist es sogar notwendig, einzugreifen, um eine Hütte zu bauen oder andere lebensnotwendige Dinge bereitzustellen“.
Unter den Projekten der letzten zwei Jahre hebt Pfarrer Nicola insbesondere ein Programm zur Förderung von Frauen hervor. „Frauen spielen eine zentrale Rolle in der Familie und bei der Kindererziehung. Immer wieder begegnen wir Frauen, die verlassen wurden oder die Last der Familie allein tragen müssen, während Männer andere Familien haben oder ihren Verpflichtungen nicht vollumfänglich nachkommen. Deshalb ermöglicht das Projekt den Kauf eines Schafes oder die Anschaffung von Material für die Gründung eines kleinen Unternehmens. So können Frauen ein Einkommen erzielen, mehr Unabhängigkeit erlangen und sind nicht ständig auf fremde Hilfe angewiesen. Wir haben erlebt, wie engagiert die Begünstigten reagieren. Sie spüren das ihnen entgegengebrachte Vertrauen und die damit verbundene Verantwortung. Der Wert der Initiative ist nicht nur finanzieller Natur: Ein Schaf ist zwar ein wertvolles Gut, aber am wichtigsten ist die Anerkennung der Würde des Menschen. Vor allem möchten wir die Rolle der Frauen stärken, die das Fundament der Familie und ein wichtiger Bezugspunkt für die Gemeinschaft sind. Auch bei der jüngsten Sakramentsfeier war ihre Anwesenheit und Teilnahme von großer Bedeutung. Die Frauen bringen ihren Beitrag zum Gemeinschaftsleben mit Schlichtheit und Stärke zum Ausdruck und zeigen jeden Tag, wie wichtig es ist, sie zu unterstützen und zu begleiten“.
(AP) (Fides 11/6/2026)