AFRIKA/KENIA - Widerstand gegen ein US-amerikanisches Behandlungszentrum für Ebola-Patienten in Kenia

Donnerstag, 28 Mai 2026

Nairobi (Fides) – Die „Law Society of Kenya“ (LSK) lehnt einem US-amerikanischen Behandlungszentrum für Ebola-Patienten in Kenia ab.
„Wir fordern die kenianische Regierung auf, strenge Maßnahmen zu ergreifen, um die Einschleppung von Ebola-Fällen nach Kenia zu verhindern. Dazu gehört die Ablehnung des Antrags der US-Regierung auf Einrichtung eines Ebola-Behandlungszentrums in Kenia, in das Ebola-Patienten aus anderen Ländern eingeflogen würden“, so der Präsident der LSK, die 20.000 Mitglieder zählt.
Die US-Regierung hat angekündigt, die Einrichtung einer Quarantäne- und Behandlungszentrums in Kenia speziell für Amerikaner zu erwägen, die dem Ebola-Virus ausgesetzt waren (aber keine Symptome aufweisen), anstatt sie in die Vereinigten Staaten zurückzuholen. Der Vorschlag löst in Kenia eine intensive öffentliche Debatte aus, insbesondere aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Risiken für die lokale Bevölkerung und der Frage nach der Kapazität des kenianischen Gesundheitssystems, eine mögliche Pandemie zu bewältigen. Die kenianischen Behörden bestätigten den Beginn von Gesprächen, betonten aber, dass die endgültige Entscheidung der nationalen Sicherheit Priorität einräumen werde.
Der Präsident der LSK bestreitet nicht, dass die vom Virus Betroffenen angemessene Versorgung erhalten sollten, betont aber, dass diese dort erfolgen müsse, wo die Infektion auftritt. „Da alle Ebola-Patienten Zugang zu medizinischer Versorgung auf höchstem Niveau verdienen und wir ihnen menschliche Solidarität schulden, während wir gleichzeitig die gesunde Bevölkerung schützen, schreiben die Gesundheitsprotokolle vor, dass Behandlungs- und Isolationseinrichtungen in der Nähe des Infektionsherdes eingerichtet werden“, bekräftigt er.
Bislang wurden in Kenia keine Ebola-Fälle gemeldet. Das Virus hat jedoch einige Gebiete im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und mit etwa zehn Fällen auch Uganda betroffen. Uganda hat die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo geschlossen und die für den 3. Juni geplante Wallfahrt zum Tag der ugandischen Märtyrer zum Nationalheiligtum von Namugongo abgesagt (vgl. Fides, 19/05/2026). Unter den erwarteten Pilgern befanden sich auch mehrere aus Kenia. Mindestens 500 kenianische Gläubige, die sich auf den Weg nach Namugongo gemacht hatten, wurden an der Grenze aufgehalten.
(L.M.) (Fides 28/5/2026)


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