AFRIKA/MOSAMBIK - Offener Brief mosambikanischer Frauen an die First Lady des Landes: “Wir fordern Würde und Respekt für die Rechte aller“

Montag, 23 Februar 2026

Maputo (Fides) – „Wir wollen keine Capulanas, wir fordern Würde und Respekt für die Rechte aller“, appellieren die Frauen des Landes im Vorfeld des mosambikanischen Frauentags am 7. April an Gueta Selemane Chapo, die Ehefrau von Präsident Daniel Francisco Chapo, nachdem bekannt wurde, dass anlässlich des bevorstehenden Aktionstages farbenfrohe, traditionelle mosambikanische Tücher verteilt werden sollen.
„Wir haben erfahren, dass Sie beabsichtigen, an alle Frauen des Landes Capulanas zu verteilen. Im Namen all unserer Mütter, Töchter, Schwestern und Großmütter drücken wir unsere tiefe Empörung aus. Nicht, weil wir symbolische Gesten nicht schätzen, sondern weil das mosambikanische Volk in diesem Moment echtes und akutes Leid erfährt“, heißt es in einem von einer Gruppe mosambikanischer Frauen unterzeichneten Schreiben, das Fides vorliegt.
„Unsere Kinder sterben weiterhin unter prekären Bedingungen in Krankenhäusern. Schwangere Frauen schlafen in Betten ohne Matratzen, Gebärende warten auf Behandlung ohne lebensnotwendige Medikamente, und Familien leiden unter dem Mangel an grundlegender Gesundheitsversorgung. Wir fragen uns: Was gibt es da zu feiern? Den Mangel an angemessenen Krankenhäusern? Die Verschwendung öffentlicher Gelder? Die Ungleichheit und Gewalt, die in unserem Land immer noch herrschen? Wir fordern mehr Sensibilität. Die Menschen leiden und erwarten echte Lösungen, keine werbewirksamen Gesten“, so die Forderung der Unterzeichnerinnen.
Die Frauen bestehen darauf, dass staatliche Gelder nicht für eine symbolische Geste verschwendet werden, während so viele Leben in Gefahr sind. „Wir wollen keine Capulanas; wir haben sie schon in unseren Taschen und brauchen keine weiteren“, wiederholen sie, „Diese Initiative, löst nicht die wirklichen Probleme, mit denen wir konfrontiert sind. Das für diese symbolische Gabe zugesagte Geld sollte dazu verwendet werden, Leben zu retten und jeder mosambikanischen Frau, jedem Kind und jeder Familie Medikamente, Betten, Nahrung und Würde zu garantieren.“
„Wir fordern, dass das Recht auf Würde, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit geachtet wird. Wir haben genug von Schweigen und Untätigkeit, genug von Propaganda, während Krankenhäuser, Schulen und Familien leiden. Wir fordern, dass diese Gelder dort eingesetzt werden, wo sie wirklich gebraucht werden: im Leben der Frauen und Kinder, die jeden Tag in unserem Land leiden“, schließen sie.
(AP) (Fides 23/2/2026)


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