ASIEN/VIETNAM - Generalsekretär der Päpstlichen Missionswerke in Frankreich: “Eine Kirche, von der man sich inspirieren lassen kann“

Donnerstag, 19 Februar 2026

Hanoi (Agenzia Fides) – Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Schulen, Pfarreien, Missionszentren. Diese Orte besuchte eine Delegation der Päpstlichen Missionswerke Frankreichs vom 10. bis 16. Februar in verschiedenen Diözesen Vietnams. Die Delegation bestand aus Bischof Georges Colomb, Nationaldirektor, und Georges Delrieu, Generalsekretär, begleitet von Nathalie Leconte, Assistentin der Geschäftsleitung.
Der Besuch diente dazu, sich über die durch Spendenaktionen unterstützten Projekte zu informieren, vor allem aber, sich mit den Menschen, die im Rahmen der Projekte betreut werden, auszutauschen und denjenigen zu danken, die sich täglich um andere kümmern,.
Der Besuch begann im Erzbistum Hanoi, wo Erzbischof Joseph Vu Van Thien sein Erzbistuzm vorstellte und die Anwesenheit von rund 250 Priestern, überwiegend jungen oder mittleren Alters, hervorhob.
Die zweite Station in Hanoi war der Besuch der Kongregation der Kreuzliebenden Schwestern (Amantes de la Croix). Die 1662 in Vietnam vom französischen Bischof Pierre Lambert de la Motte gegründete Ordensgemeinschaft widmet sich dem aktiven Apostolat und schöpft Inspiration aus der Meditation über die Passion Jesu. Die von der Delegation der Päpstlichen Missionswerke besuchte Gemeinschaft besteht aus etwa 170 Nonnen und 30 Postulantinnen. Sie betreiben eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung und stehen kurz vor der Eröffnung eines Missionszentrums in den Bergen von Mung Cat. „Die Ordensfrauen kümmern sich mit Geduld und unendlicher Liebe um Menschen mit Behinderung jeden Alters“, so Georges Delrieu, „Es gibt materielle Engpässe, aber die Kraft ihres Lächelns ist der wahre Schatz des Alltags, der selbst objektive Herausforderungen überwindet.“ Das Projekt erhielt bedeutende Unterstützung von einem französischen Champagnerhersteller, der beschloss, einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf einer Premium-Edition der Gemeinschaft zu spenden.
Im Anschluss führte die Reise weiter in die Diözese Da Nang. Dort traf die Delegation Bischof Joseph Duc Ngan und wurde anschließend von den Schwestern vom Heiligen Paulus von Chartres empfangen, die einen Kindergarten mit 200 Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren betreiben. In Hoa Ninh stand der Besuch einer Pfarrei in einer wirtschaftlich schwachen ländlichen Gegend auf dem Programm. Die kleine Stadt hat 5.000 Einwohner, von denen etwa 1.500 katholisch sind. Dreihundert von ihnen sind Jugendliche, die sich in der Pfarrgemeinde engagieren. Eine kleine Gemeinschaft der Kreuzliebenden Schwestern betreibt einen Kindergarten und bietet missionarische Aktivitäten für Mädchen an. Die örtliche Pfarrei wird von den Päpstlichen Missionswerken insbesondere bei Initiativen zur christlichen Bildung junger Menschen unterstützt.
Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war der Besuch in der Diözese Ho-Chi-Minh-Stadt und das Treffen mit Erzbischof Joseph Nguyen Nang, dem Vorsitzenden der Vietnamesischen Bischofskonferenz. Im Mittelpunkt der Begegnung stand der Austausch von Informationen über die Realität der katholischen Kirche in Vietnam.
„Der Anteil der Christen an der Bevölkerung liegt bei etwa 8 Prozent“, erklärt Georges Delrieu, „und die Zahl der Berufungen scheint rückläufig zu sein. Die vietnamesische Kirche hat angesichts der fortschreitenden Säkularisierung des europäischen Kontinents beschlossen, verstärkt in die Bildung von Kindern und Jugendlichen zu investieren.“ Derzeit gibt es im Land rund 5.000 Priester, sowohl Diözesan- als auch Ordenspriester.
In Vinh Cu empfing der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Vietnam, Pfarrer Jerome Nguyen Dinh Cong, die französische Delegation und führte sie durch ein von ihm gegründetes Missionszentrum, das bedürftigen Menschen in der Region hilft. Das Zentrum wird von sechs Ordensfrauen geleitet, die täglich Familien besuchen und sich um die Kinder kümmern.
(EG) (Fides 19/02/2026)


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