AFRIKA/GHANA - Bischöfe beklagen Verwicklung von Beamten in illegalen Goldabbau: „Korruption muss gründlich untersucht werden”

Donnerstag, 19 Februar 2026

Accra (Fides) – „Wenn öffentliche Autorität für finanzielle Gewinne missbraucht und Umweltzerstörung zur Einnahmequelle wird, wird der Rechtsstaat geschwächt und das Gemeinwohl geschädigt“, erklärten die Bischöfe Ghanas in einer Stellungnahme zum Skandal um die Korruption einiger Beamter im Zusammenhang mit der Tätigkeit der Betreiber illegaler Goldminen (sogenanntes „Galamsey“) im zentralen Distrikt Amansie der Ashanti-Region.
Eine Recherche des Fernsehsenders „JoyNews“ mit dem Titel „A tax for Galamsey: The extortion racket fueling illegal mining" deckte die Korruption einiger lokaler und staatlicher Beamter auf, die im Gegenzug für illegale Zahlungen ungenehmigte Bergbauaktivitäten tolerierten.
Die Bischofskonferenz dankt den Autoren der journalistischen Recherche „aufrichtig für ihre Professionalität und ihr Engagement für die Wahrheit“. „In einer Zeit, in der die Suche nach der Wahrheit mit erheblichen Kosten verbunden sein kann, dient ihre Arbeit dem Gemeinwohl und unterstreicht die Bedeutung einer freien und verantwortungsvollen Presse für den Schutz der Demokratie“, heißt es in einer Erklärung der Bischöfe, die Fides vorliegt.
Die Bischöfe betonen hinsichtlich der Untersuchung, dass diese „Beweise für ein offenbar paralleles Steuersystem im Zentralbezirk von Amansie liefert, welches nahelegt, dass staatliche Institutionen, die mit dem Umweltschutz und der Durchsetzung des Gesetzes beauftragt sind, selbst an jenen Aktivitäten beteiligt waren, die sie eigentlich verhindern sollten.“
Das Dokument erinnert daran, dass „wir, die katholischen Bischöfe Ghanas, in den vergangenen dreißig Jahren immer wieder auf die ökologischen und sozialen Folgen des illegalen Bergbaus hingewiesen haben“ (vgl. Fides vom 27/07/2017; 17/10/2022; 09/10/2024; 21/11/2024; 11/11/2025; 19/11/2025).
Die Bischöfe verurteilten die gravierenden Umwelt- und Sozialschäden durch illegalen Bergbau, der hochgiftige Abfallprodukte in Flüsse einleitet: „Gewässer werden verschmutzt, landwirtschaftliche Flächen geschädigt und Gemeinschaften zur Flucht gezwungen. Viele Familien haben Angehörige durch unsichere Minenpraktiken verloren. Die langfristigen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und die ökologische Nachhaltigkeit sind weiterhin gravierend.“
„Die Herausforderung durch illegalen Bergbau ist daher von nationaler Bedeutung. Es geht um Umweltschutz, Rechtsstaatlichkeit und die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen. Jetzt sind Klarheit, Integrität und eine entschlossene Führung gefragt“, so die Bischöfe weiter.
Die Bischofskonferenz empfiehlt daher die von den Journalisten von „JoyNews“ vorgeschlagenen Maßnahmen: eine unabhängige Untersuchung unter Leitung des Präsidenten; die Suspendierung der im Dokumentarfilm genannten Beamten bis zum Abschluss der Untersuchung; eine Finanzuntersuchung der Bezirksversammlung von Amansie Central; und die Einrichtung einer nationalen Behörde zur Überwachung illegaler Bergbauaktivitäten.
(L.M.) (Fides 19/2/2026)


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