AFRIKA/KENIA - Nach Angriff auf eine anglikanische Kirche: Bischöfe äußern sich besorgt über die Zunahme von Gewalt und fordern Ermittlungen

Dienstag, 17 Februar 2026

Nairobi (Fides) – „Kirchen sind heilige Orte und müssen stets respektiert werden. Der Einsatz von Tränengas gegen Gläubige in Kirchen stellt eine schwere Verletzung des in Artikel 32 der kenianischen Verfassung verankerten Rechts auf Religionsausübung dar“, erklärten die kenianischen Bischöfe in ihrer Fastenbotschaft. Die Bischöfe bezogen sich auf einen schwerwiegenden Vorfall, der sich am Sonntag, dem 25. Januar, in einer Kirche der Anglican Church of Kenya (ACK) in Othaya im Bezirk Nyeri ereignete. Polizisten in Zivil setzten während eines Gottesdienstes Tränengas im Gotteshaus ein, wonach hundert Gläubige, darunter Kinder und Säuglinge, unter Atemnot und Reizungen der Augen und Atemwege litten. Der Angriff richtete sich gegen den ehemaligen Vizepräsidenten Rigathi Gachagua, der den Gottesdienst mit einigen seiner Berater und Anhänger besucht hatte. Im Zuge des Angriffs wurden einige Fahrzeuge Gachaguas und seiner Anhänger in Brand gesetzt und beschädigt. Zeugenaussagen zufolge feuerten die Angreifer auch mit AK-47-Gewehren in die Luft, was die Panik und Verwirrung weiter verstärkte.
Die katholischen Bischöfe fordern „gründliche Ermittlungen und die strafrechtliche Verfolgung aller an politischen Gewalttaten Beteiligten, einschließlich ihrer Anstifter“. „Der Einsatz von Gewalt gegen unbewaffnete Bürger, darunter Frauen, Kinder und ältere Menschen, ist inakzeptabel, und wir verurteilen diese abscheulichen Taten aufs Schärfste“, betonen sie. „Wir appellieren an die uneingeschränkte Achtung der Verfassung, die Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit und die Unabhängigkeit der Institutionen, die mit dem Schutz der Menschenrechte betraut sind“, bekräftigen die Bischöfe.
Die Bischöfe äußern ihre tiefe Besorgnis über die Zunahme von Menschenrechtsverletzungen, darunter exzessive Gewaltanwendung durch Sicherheitskräfte, willkürliche Verhaftungen, Schikanen gegen Bürger und die Einschränkung des zivilgesellschaftlichen und demokratischen Handlungsspielraums. „Wahrer Frieden ist ohne Gerechtigkeit nicht möglich“, betonen sie.
Die Zunahme politischer Gewalt steht im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für die Parlamentswahlen 2027. In ihrer Botschaft fordert die Bischofskonferenz das Parlament auf, die Umsetzung notwendiger Wahlrechtsreformen zu beschleunigen. Die Unabhängige Wahl- und Grenzkommission (Independent Electoral and Boundaries Commission, IEBC) müsse ausreichend ausgestattet und befugt werden, mit den Vorbereitungen zu beginnen und dabei die Lehren aus früheren Wahlen zu berücksichtigen.
„Wir fordern die IEBC dringend auf, unverzüglich eine landesweite Kampagne zur Wähleraufklärung und -registrierung zu starten. Dies ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass alle wahlberechtigten Kenianer, insbesondere junge Menschen, registriert sind und niemand vom Wahlrecht ausgeschlossen wird“, so die Bischöfe.
Die Botschaft schließt mit dem Hinweis, dass „die Fastenzeit eine heilige Zeit ist, in der wir innehalten, um nachzudenken, zu beten, zu fasten, Buße zu tun und Almosen für die Armen und Schwachen in unserer Gesellschaft zu geben.“ Sie biete daher die Gelegenheit, „alle Kenianer aufzurufen, ihre persönliche und kollektive Verantwortung für den Aufbau einer gerechten Gesellschaft zu prüfen und Korruption, Gewalt und Gleichgültigkeit abzulehnen.“
(L.M.) (Fides 17/2/2026)


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