EUROPA/POLEN - Kamillianer-Missionare unterstützen geflüchtete Frauen aus der Ukraine: “Wir wollen die Widerstandskraft stärken“

Donnerstag, 12 Februar 2026

MI

Ursus (Fides) – Klare Kommunikation und abgestimmte Ziele sind die Eckpfeiler der Zusammenarbeit zwischen dem „Camillian Disaster Service International“ (CADIS) und der Kamillianerprovinz Polen im Rahmen des Projekts „Stärkung der Resilienz ukrainischer Flüchtlinge”, das von der Hilfsorganisation des Ordens der Krankenpfleger ins Leben gerufen wurde, um aus der Ukraine geflüchteten Frauen in Polen zu unterstützen.
Als am 24. Februar 2022 der Krieg zwischen Russland der Ukraine ausbrach, mobilisierte CADIS in Zusammenarbeit mit der „Buddhist Tzu Chi Charity Foundation“ (BTCCF) und den Kamillianern in Polen die Nothilfe in Polen. Das Projekt wurde konzipiert, um ukrainischen Geflüchteten zu helfen, sich schrittweise anzupassen und in die polnische Gesellschaft zu integrieren. Schätzungen zufolge leben in Polen zwischen 1,5 und 2 Millionen ukrainische Flüchtlinge, von denen sich etwa 1,2 Millionen registriert haben, um Schutz zu erhalten. Etwa 90 % der ukrainischen Geflüchteten sind Frauen und Kinder.
Der Direktor von CADIS, Pater Aris Miranda (MI), reiste kürzlich nach Polen, um die vierte Phase des Programms zum Aufbau von Resilienz nach dem Krieg zu evaluieren. In einer Mitteilung, die Fides vorliegt, betont das Hilfswerk der Kamillianer die entscheidende Rolle des Programms bei der Unterstützung von aus der aus der Ukraine geflüchteten Frauen in Polen, beim Wiedereinstieg in das Berufsleben, beim Erreichen wirtschaftlicher Unabhängigkeit und bei der Stärkung ihrer sozialen Integration. Gemeinschaftsveranstaltungen, gemeinsame Feiern und außerschulische Aktivitäten trugen dazu bei, Vorurteile abzubauen und persönliche Bindungen zwischen Geflüchteten und Einheimischen aufzubauen. Kinder entwickelten ein Zugehörigkeitsgefühl zu den polnischen Schulen, und es entstanden individuelle Freundschaften, was die menschliche Wirkung des direkten Kontakts und der gemeinsamen Erfahrungen verdeutlicht.
Konkret haben die Kamillianer in den Bezirken Ursus und Łomianki Notunterkünfte eingerichtet und das Wohnhaus des Seminars in ein Aufnahmezentrum umgewandelt. In Ursus haben sie die Betreuung und Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge in das Sozialhilfeprogramm für Obdachlose integriert.
Arbeitsmöglichkeiten, sichere Unterkünfte, Gesundheitsversorgung und Bildung waren die Hauptanliegen der Flüchtlinge. Laut Pater Aris hat das Projekt im Laufe des letzten Jahres „eine entscheidende Rolle gespielt, dank der nun alle Teilnehmer ein legales Beschäftigungsverhältnis haben und 25 Personen eine feste Arbeit in Bereichen wie Gastronomie, Logistik, Reinigung und insbesondere Schönheits- und Hygienedienstleistungen gefunden haben“. Mehrere Frauen kehrten sogar zum Projekt zurück, nachdem sie bereits zuvor daran teilgenommen hatten, um Unterstützung bei der Arbeitssuche und der Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen zu erhalten. Neben der Beschäftigung hat das Projekt auch das Unternehmertum stark gefördert. „Für diese Frauen bedeutete die Selbstständigkeit einen Wendepunkt“, betont Direktor Cadis, „weg von Unsicherheit und Abhängigkeit hin zu Selbstvertrauen, Stabilität und Integration in den polnischen Arbeitsmarkt. Das Erreichen dieses Ziels in einem neuen Land, oft mit Sprachbarrieren und begrenzter Vorerfahrung, hat sowohl die Entschlossenheit der Frauen als auch die Wirksamkeit einer umfassenden und praktischen Unterstützung gezeigt“.
“Über die Einhaltung von Vorschriften hinaus hat dieser Prozess ihr Verantwortungsbewusstsein, ihre Finanzkompetenz und ihr Selbstwertgefühl gestärkt. Die Frauen begannen, sich nicht nur als Arbeitnehmerinnen, sondern auch als Unternehmerinnen zu sehen, die in der Lage sind, zu wachsen und langfristig zu planen. Die Sprache war nun keine Barriere mehr, sondern wurde zu einem Instrument der sozialen und wirtschaftlichen Teilhabe“, betont er abschließend.
(AP) (Fides 12/2/2026)


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