AFRIKA/NIGERIA - Bischof von Sokoto: “Jeden Tag gibt es in Nigeria Massaker: Wie kann ein solches Land weiterbestehen?“

Dienstag, 3 Februar 2026

Abuja (Fides) – „Es gibt kein anderes Land, in dem montags 10 Menschen getötet werden, dienstags 50, mittwochs 100, und das jede Woche. Wie kann ein solches Land weiterbestehen?“, fragte sich Bischof Matthew Hassan Kukah von Sokoto. „Was in Nigeria geschieht, kann im Sudan, in Kamerun, Niger, Ghana oder in irgendeinem anderen Land der Welt nicht geschehen“, fügte er hinzu, als er in Yola, der Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Adamawa, bei der Vorstellung der Biografie von Gouverneur Ahmadu Fintiri sprach.
Der Bischof von Sokoto kritisierte außerdem die seiner Meinung nach zunehmende Tendenz, Morde und Massaker nach religiösen Kriterien einzuordnen, und warnte, dass solche Darstellungen das Misstrauen verstärken und die Trennlinien zwischen den Gemeinschaften vergrößern.
Bischof Kukah kritisierte insbesondere die Art und Weise, wie die westlichen Medien die Massaker in seinem Land beschreiben: „Nur in Nigeria sterben Christen und Muslime. Die westlichen Medien schüren religiös motivierte Morde, wenn sie Nachrichten vom Tod von 20 Christen und 30 Muslimen verbreiten“.
Laut Bischof Kukah muss das Problem auf politischer und institutioneller Ebene unter Einbeziehung religiöser und gemeinschaftlicher Führer angegangen werden, wobei er betonte, dass Frieden ohne kollektive Verantwortung nicht erreicht werden kann. Insbesondere forderte er die politischen und religiösen Führer auf, sich für die Stärkung der Institutionen einzusetzen, damit diese Sicherheit, Gerechtigkeit und nationalen Zusammenhalt gewährleisten können. Bischof Kukah schloss mit der Warnung, dass ein Land, das von alltäglicher Gewalt und zunehmenden Spaltungen zerfressen ist, seine moralische und institutionelle Orientierung zu verlieren droht, wenn seine Führer nicht Einheit statt Sektierertum wählen.
(L.M.) (Fides 3/2/2026)


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