Internet
Adigrat (Fides) – In einem Brief an den Präsidenten der Kommission der Afrikanischen Union, Mahmoud Ali Youssouf, fordert die Übergangsregierung von Tigray „sofortige Maßnahmen, um einen bevorstehenden Krieg zu verhindern. Die Auswirkungen eines neuen Konflikts wären katastrophal und irreversibel“ und „würden die Region in einen größeren Konflikt stürzen“, heißt es in der Mitteilung, die vom Radiosender „Radio France Internationale“ verbreitet wurde. Auch im Westen des Landes, in der abgelegenen Region Tsemlet, kam es in den letzten Tagen zu bewaffneten Zusammenstößen, die die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen.
Auch der Bischof der Eparchie Adigrat, Tesfaselassie Medhin, bestätigt gegenüber Fides die anhaltende schweren Krise im Norden Äthiopiens, die laut der Afrikanischen Union mindestens 600.000 Opfer gefordert und zum Zusammenbruch der Sozial-, Gesundheits- und Bildungsdienste geführt hat. „Seit sechs Jahren verbessert sich die Lage der Binnenflüchtlinge nicht, sondern verschlechtert sich zunehmend“, bekräftigt er. „Die Lage ändert sich auch deshalb nicht, weil das Pretoria-Abkommen, das die dauerhafte Einstellung der Feindseligkeiten (Cessation of Hostilities Agreement, CoHA) zwischen der äthiopischen Regierung und der ‚Tigray People's Liberation Front‘ (TPLF) vorsieht und am 2. November 2022 in der Verwaltungshauptstadt Südafrikas unterzeichnet wurde (vgl. Fides 3/11/2022), nicht umgesetzt wird. Dies ist ein Schlüsselelement für die Rückkehr der Binnenvertriebenen. Es bedarf Druck und Appelle an die Unterzeichner, Beobachter usw., damit das Abkommen vollständig umgesetzt wird“, betont der Eparch und beklagt erneut Zerstörung und Leid.
(AP) (Fides 2/2/2026)