AFRIKA/ZENTRALFRIKANISCHE REPBUBLIK - Bischöfe warnen vor internationalem land grabbing: “Wir werden zu Fremden im eigenen Land”

Donnerstag, 19 Januar 2023 bischöfe   land grabbing  

Bangui (Fides) - Treibstoffmangel, steigende Preise für lebensnotwendige Güter, Unsicherheit, belasten die Menschen in weiten Teile der die Zentralafrikanischen Republik. Dies beklagen die Bischöfe des Landes zum Abschluss ihrer Versammlung, die vom 10. bis 15. Januar an ihrem Sitz in Bangui, stattfand.
Die zentralafrikanische Wirtschaft sehe sich dabei aber auch mit einer weiteren Herausforderung konfrontiert, so die Bischöfe weiter, und erinnern an die Aneignung von Ackerland auf der Grundlage ausländischer Interessen. "Die Zentralafrikanische Republik war schon immer ein gastfreundliches Land", so die Bischöfe. "Gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Gastfreundschaft und die Aufnahme von Fremden sind im Herzen unseres christlichen Glaubens“, so die Bischöfe in diesem Zusammenhang. „Aber heute erleben wir einen regelrechten Ansturm von Bürgern aus anderen Ländern der Region und sogar aus anderen Teilen der Welt, um Land zu kaufen“, beklagen sie und betonen, „Wir haben nichts dagegen, dass ausländisches Kapital in das schwache Wirtschaftsgefüge Zentralafrikas fließt, vorausgesetzt, es schafft Wohlstand und Arbeitsplätze für die Töchter und Söhne dieses Landes". Gleichzeitig weisen die Bischöfe aber auch darauf hin, dass "große Anbauflächen von mehreren Hektar und strategische Bergbau- und Forstflächen verkauft werden".
Der Vorsitzender der Bischofskonferenz der Zentralafrikanischen Republik, Bischof von Bossangoa Nestor-Désiré Nongo Aziagbia, fordert daher eine Überarbeitung des Landrechts, ohne die, wie er betont, "die Zentralafrikaner Gefahr laufen, zu Fremden im eigenen Land zu werden".
Diese Bedenken äußerte Bischof Aziagbia bei einer Begegnung zwischen dem Staatsoberhaupt und einer Delegation der Bischofskonferenz am vergangenen Samstag, den 14. Januar, gegenüber Präsident Faustin Archange Touadéra.
Die Bischöfe erläuterten bei dem Gespräch mit dem Präsidenten die Aktivitäten der katholischen Kirche in Zentralafrika und formulierten die Befürchtungen der Bevölkerung in Bezug auf die Entwicklung, einschließlich der Probleme in den Bereichen Infrastruktur, Bildung, Gesundheit und Treibstoffversorgung.
(L.M.) (Fides 19/1/2023)


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