AFRIKA/SÜDSUDAN - Spaltung in den Reihen der Partei des stellvertretenden Präsidenten beeinträchtig Friedensprozess

Mittwoch, 15 September 2021  

Juba (Fides) - Mindestens 20 Soldaten wurden am 13. September bei erneuten Kämpfen zwischen rivalisierenden Fraktionen der oppositionellen Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLM-IO) unter Führung des ersten Vizepräsidenten des Landes Riek Machar getötet. Die Zusammenstöße fanden in den Regionen Morjala und Gazal in der Provinz Ober-Nil statt. Bereits am 7. und 8. August waren Kämpfe zwischen Fraktionen der SPLM-IO ausgebrochen, nachdem Machars Rivalen behauptet hatten, ihn am 4. August als Chef der Partei und ihrer militärischen Kräfte abgesetzt zu haben.
Die Auseinandersetzung findet zwischen dem von Machar angeführt politischen, und dem militärischen Flügel der Bewegung statt, der von Generalleutnant Simon Gatwech Dual und Brigadegeneral William Gatjiath Deng angeführt wird. Sie beschuldigen Machar der Vetternwirtschaft und Diktatur und werfen ihm die Abkehr von der Vision der Partei vor. Im Juni hatte Machar versucht, Dual von seinem Posten als Stabschef zu entlassen.
Die internen Auseinandersetzungen innerhalb der SPLM-IO wirken sich stark auf den gesamten Friedensprozess im Südsudan aus, der noch unter den Folgen des im Dezember 2013 ausgebrochenen Bürgerkriegs leidet. Im Friedensabkommen von 2018, in dem die Bedingungen für die Übergangsregierung festgelegt sind, wird Machar ausdrücklich als Vertreter der SPLM-IO genannt, die den ersten Vizepräsidenten in der Übergangsregierung stellen soll.
Der Bürgerkrieg hat bisher rund 400.000 Menschenleben gefordert, mehr als 4 Millionen Menschen wurden vertrieben, darunter 2,5 Millionen Flüchtlinge in den Nachbarländern, vor allem in Uganda und Sudan.
Am 11. April 2019, hatte Papst Franziskus zum Abschluss der geistlichen Exerzitien der politischen Führer des Südsudan im Gästehaus „Domus Sanctae Marthae“ im Vatikan (vgl. Fides 9/4/2019), vor den Politikern gekniet und seinen Friedensappell lanciert, indem er die Füße des Präsidenten der Republik Salva Kiir Mayardit und der anwesenden designierten Vizepräsidenten, darunter Riek Machar und Rebecca Nyandeng De Mabior, küsste (vgl. Fides 12/4/2019).
(L.M.) (Fides 15/9/2021)


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