AMERIKA/MEXIKO - Unter den Ländern ohne erklärten Krieg ist Mexiko das Land mit den meisten Morden

Dienstag, 10 Oktober 2017

udgtv.com

Mexikostadt (Fides) – “Unter den Ländern, in denen es keinen (erklärten) Krieg gibt, ist Mexiko das Land, in dem weltweit die meisten Menschen ermordet werden”, so der Apostolische Nuntius in Mexiko, Erzbischof Franco Coppola. Diese Gewalt, die das ganze Land betrifft, so der Erzbischof, habe ihren Ursprung in der Abwesenheit des Staates. Bei einer Pressekonferenz, betonte Erzbischof Coppola, dass für eine Lösung der Probleme, von denen auch die Kirche betroffen ist, eine Festigung des sozialen Gewebes und eine stärkere Präsenz des Staates erforderlich sei. "Das organisierte Verbrechen, profitiert von der Zersplitterung der Gesellschaft, in der sich jeder allein gelassen fühlt und nutzt die Abwesenheit des Staates”, beklagte der Apostolische Nuntius wörtlich.
"Wenn die Politik korrupt ist und nicht kämpft, dann wird man die Kriminalität nicht besiegen können, sondern man wird von ihr besiegt werden”, so Erzbischof Coppola weiter, „Doch wenn wir an unsere politischen Angelegenheiten in Ordnung bringen und es Politiker gibt, die sich nicht bestechen lassen, dann können wir siegen. Diesen Kampf können wir nur gemeinsam gewinnen und das ist das Geheimnis: wir müssen gemeinsam handeln. Menschen werden ermordet, weil sie isoliert werden, weil man sie alleine lässt, und wenn man sie alleine lässt, dann werden sie Opfer“.
Der Apostolische Nuntius betont nach seinem ersten Jahr im Amt als Vatikanvertreter in Mexiko, dass das Land große potentielle Möglichkeiten habe, erkennt aber auch viele Widersprüchlichkeiten: "Es lässt sich nicht erklären, wie in einem so reichen Land alle vier Tage ein Mensch verhungert und so viele Menschen gewaltsam sterben“, so Erzbischof Coppola. Er sei bei seiner Ankunft besonders erstaunt darüber gewesen, dass zwar 80% der Einwohner Katholiken sind, diese aber in der Politik und im sozialen Bereich nicht auftreten: "In der Politik gibt es nur wenige, die sich um Gemeinwohl bemühen, es gibt nur wenige Katholiken und diese sind in der Gesellschaft kaum vertreten. Wenn Politiker sich nicht für das Volk einsetzen, wird nicht das Gefühl einer mexikanischen Familie entstehen. Politiker sollten Führungsqualitäten haben und eine klare Vorstellung davon besitzen, was sie für die Menschen tun müssen, doch leider beschränken sie sich oft darauf, … ihre Meinung in den sozialen Medien zu verbreiten, anstatt die eigenen Bürger zu führen", so der Apostolische Nuntius abschließend.
(CE) (Fides, 10/10/2017)


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