Juba (Fides) – Am Ende ihrer Jahresvollversammlung vom 15. bis 17. Juli 2026 appellierten die Bischöfe des Südsudans eindringlich an die Öffentlichkeit, die gravierenden Herausforderungen des Landes anzugehen. Zu den Hauptsorgen zählen die tiefe Wirtschaftskrise, verschärft durch die Währungsabwertung und den stetigen Anstieg der Preise für Waren und Dienstleistungen, die anhaltende Gewalt zwischen bewaffneten Gruppen und Sicherheitskräften sowie der Einmarsch der ugandischen Volksverteidigungskräfte (UPDF) in die südlichen Regionen des Landes.
Im Hinblick auf die für den 22. Dezember 2026 angesetzten demokratischen Wahlen riefen die Bischöfe die politischen Führungskräfte, Institutionen und alle Bürger dazu auf, Frieden, Dialog und die Achtung der verfassungsmäßigen Ordnung zu fördern. Sie äußerten zudem Besorgnis über die Wahl des Wahltermins, der mit der Weihnachtszeit zusammenfällt, und betonten das Risiko einer politischen und verfassungsrechtlichen Krise, unabhängig von den Wahlen.
In einer von Schwester Laurencila Akinyi von denFranziskanerinnen von der heiligen Anna (FSSA) veröffentlichten Erklärung appellieren die Bischöfe an die internationale Gemeinschaft und humanitäre Partner, ihre Unterstützung für die von Ernährungsunsicherheit schwer betroffene Bevölkerung zu verstärken. Häufige Überschwemmungen verwüsten weiterhin weite Teile des Landes und gefährden die Ernten und die Lebensgrundlagen Tausender Familien.
Abschließend bekräftigten die Bischöfe die Notwendigkeit der vollständigen Umsetzung des 2018 verabschiedeten Friedensabkommens (vgl. Fides 6/7/2018) und betonen, dass jede Entscheidung im Zusammenhang mit dem Wahlprozess von Dialog, gegenseitigem Vertrauen, Achtung der Verfassung und dem Streben nach dem Gemeinwohl geleitet sein müsse. Sie rufen zudem alle Bürgerinnen und Bürger Südsudans dazu auf, Gewalt, Hass, Stammesdenken und Desinformation abzulehnen und sich daran zu erinnern, dass die Zukunft des Landes von Einheit und gemeinsamer Verantwortung abhängt.
(AP) (Fides 21/7/2026)