Nairobi (Fides) – „Angesichts der Ereignisse in der ‚All Saints Cathedral‘ in Nairobi, wo eine Versammlung von Schlägern gestört wurde, die mit ungeheurer Arroganz sogar die anwesenden Polizisten bedrohten, befinden wir uns in großer Gefahr!“, bekräftigten die Bischöfe Kenias in einem Hirtenbrief mit dem Titel „Mögen sie Leben haben und es in Fülle haben“, der an diesem Dienstag (23. Juni) vom Vorsitzenden der kenianischen Bischofskonferenz, Erzbischof Maurice Muhatia Makumba von Kisumu, im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurde.
Bei dem Vorfall handelt es sich um den Angriff unbekannter junger Männer auf Motorrädern auf die „All Saints Cathedral“ der Anglikanischen Kirche Kenias in Nairobi am 12. Juni während einer öffentlichen Veranstaltung zur Diskussion des Staatshaushalts.
Nachdem die Angreifer die Sicherheitskräfte überwältigt hatten, drangen sie gewaltsam in die Kirche ein; einige hatten Masken getragen, um ihre Identität zu verbergen. Die Schläger warfen Tränengas in das Gebäude und gaben Schüsse ab, wodurch die Anwesenden auseinandergetrieben wurden. Anschließend zerschlugen sie die Fenster der Kirche und beschädigten in der Nähe geparkte Fahrzeuge.
Die Polizei schritt schließlich ein und gab Warnschüsse ab.
„Wir haben vor einigen Monaten einen ähnlichen Vorfall in einer Kirche während eines Gottesdienstes erlebt und verurteilen daher erneut solche Gewalttaten in einem Gotteshaus. Sie stellen eine eklatante Schändung eines heiligen Gotteshauses und eine schwere Verletzung der verfassungsmäßigen Rechte auf Versammlungs-, Vereinigungs- und Informationsfreiheit dar“, erklären die katholischen Bischöfe.
Der Angriff vom 12. Juni wurde auch vom „National Council of Churches of Kenya“ (NCCK), dem größten Dachverband protestantischer Kirchen und christlicher Organisationen in Kenia, verurteilt. In einer in den sozialen Medien veröffentlichten Erklärung bezeichnete der Rat den Vorfall als „eine eklatante und verwerfliche Respektlosigkeit gegenüber einem Gotteshaus“. Obwohl die Verantwortlichen nicht namentlich genannt wurden, bezeichnete der NCCK den Angriff als „staatlich gefördert“ und von einem Regierungsbeamten angeordnet.
Die katholischen Bischöfe weisen zudem darauf hin, dass solche Gewalt politisch motiviert sein könnte. „Wir befürchten, dass die öffentliche Sorge wächst, dass Rowdytum offizielle Unterstützung erhält. Kann die Regierung diesen Verdacht in den Köpfen der Bürger ausräumen? Besteht der politische Wille, die Bedrohung durch Rowdytum anzugehen, oder liegt dies nicht im Interesse der politischen Elite?“, fragen die Bischöfe.
Der „Inter-Religious Council of Kenya“ kommentierte den Anschlag mit den Worten: „Keine Drohung oder Gewalttat wird die Kenianer davon abhalten, ihre Rechte wahrzunehmen.“ Der Rat fügte hinzu: „Wir fordern die Strafverfolgungsbehörden auf, friedliche Kundgebungen zu schützen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“
Auch der „Supreme Council of Kenya Muslims“ verurteilte den Anschlag. In einer Erklärung bezeichnete der Rat den Angriff auf die anglikanische Kirche als „inakzeptable Manifestation politischer Intoleranz“ und forderte ein sofortiges Vorgehen gegen die Verantwortlichen.
(L.M.) (Fides 24/6/2026)