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Juba (Agenzia Fides) – „Psychische Gesundheit – Unsichtbare Wunden: Psychische Gesundheit, geschlechtsspezifische Gewalt und die Lebensrealität von Frauen mit Behinderungen im Südsudan – Wir müssen handeln!“ lautete der Titel einer Konferenz, die vom ResPEct-Projekt der Universität Juba organisiert wurde.
Anlass war der Internationale Frauentag. Expertinnen und Experten für psychische Gesundheit sowie Aktivistinnen und Aktivisten für die Rechte von Menschen mit Behinderungen kamen bei der Konferenz zusammen, um die psychischen Herausforderungen zu erörtern, denen Frauen mit Behinderungen begegnen. Die Veranstaltung brachte Regierungsvertreterinnen und -vertreter, Partnerorganisationen im Bereich der Entwicklungsarbeit, zivilgesellschaftliche Gruppen sowie Expertinnen und Experten zusammen, die sich mit geschlechtsspezifischer Gewalt und der Inklusion von Menschen mit Behinderungen befassen. Die Teilnehmenden erörterten, wie das psychische Wohlbefinden gefördert, das Bewusstsein geschärft und die Herausforderungen gefährdeter Bevölkerungsgruppen im ganzen Land angegangen werden können.
Das ResPEct-Projekt wird von der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Europäischen Union kofinanziert und von der GIZ umgesetzt. In einer Pressemitteilung erklärte der deutsche Botschafter im Südsudan, Gregory Bledjian, dass das Thema „Unsichtbare Wunden“ die oft unerkannte Traumatisierung und Ausgrenzung von Frauen und Mädchen mit Behinderungen in den Fokus rückt. „Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind vielfältigen Risiken ausgesetzt, darunter einem erhöhten Risiko sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt sowie Hürden beim Melden von Missbrauch oder beim Zugang zu Behandlungen“, so Bledjian.
„Wenn das psychische Wohlbefinden beeinträchtigt ist, sei es durch Konflikte, Traumata, Stress, wirtschaftliche Not oder gesellschaftliche Stigmatisierung, sind die Fähigkeiten der Betroffenen, zu lernen, zu arbeiten, sich am öffentlichen Leben zu beteiligen und ihre Familien zu unterstützen, stark eingeschränkt“, sagte der EU-Botschafter im Südsudan, Pelle Enarsson. „Psychische Gesundheit ist eine nationale Entwicklungspriorität. Viele Wunden sind unsichtbar, aber real und erfordern Anerkennung, Fürsorge und Intervention.“
Laut der Volkszählung von 2008 lebten im Südsudan etwa 5 % der Bevölkerung – rund 420.000 Menschen – mit einer Behinderung. Neuere Schätzungen gehen davon aus, dass diese Zahl bei über 1 Million Menschen oder etwa 16 % der Bevölkerung liegen könnte. Berichten zufolge haben etwa 75 % der Menschen mit Behinderungen Schwierigkeiten beim Zugang zu Hilfsangeboten. Auch von einem hohen Maß an Traumata und posttraumatischen Belastungsstörungen wurde berichtet, insbesondere bei Frauen und Kindern.
(AP) (Fides 17/3/2025)